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Brasilien steht vor einer Deflation im August, da Energierabatte und Lebensmittelpreise den Druck verringern

Brasilien steht vor einer Deflation im August, da Energierabatte und Lebensmittelpreise den Druck verringern
Noris Soto
09. Sept. 2025, 16:26 PM
  • Der brasilianische Verbraucherpreisindex dürfte im August um 0,15% fallen, was auf einen einmaligen Stromrabatt und sinkende Lebensmittelpreise zurückzuführen ist.
  • Die Inflation im Dienstleistungssektor verharrt bei 6 % pro Jahr, was auf einen robusten Arbeitsmarkt trotz Disinflation zurückzuführen ist.
  • Die Zentralbank könnte Zinssenkungen hinauszögern, da eine vorübergehende Entspannung der Inflation im Gegensatz zu einem anhaltenden Druck steht.

Der brasilianische Verbraucherpreisindex (IPCA) dürfte von Juli bis August um 0,15 % gefallen sein, wie eine Reuters-Umfrage unter 22 Ökonomen ergab, die zwischen dem 3. und 8. September durchgeführt wurde.

Offizielle Daten sollen laut Reuters am Mittwoch veröffentlicht werden.

Es wäre der erste technische Rückgang seit August 2024, als der Index um 0,02 % fiel, und davor, im Juni 2023, als er um 0,08 % fiel.

Im August wird eine Inflation im Jahresvergleich mit 5,09 % erwartet, dem niedrigsten Stand seit Februar, aber über dem Ziel der Zentralbank von 3 %, das eine Toleranzspanne von 1,5 Prozentpunkten hat.

Stromrabatte und Lebensmittelkosten treiben den Rückgang voran

Die Hauptursache für den prognostizierten monatlichen Rückgang ist eine vorübergehende Senkung der Stromrechnungen.

Im August wurde ein einmaliger Sonderrabatt verhängt, der auf überschüssige Einnahmen aus dem Itaipu-Wasserkraftwerk zurückzuführen war, die zuvor in offiziellen Daten zur Monatsmitte identifiziert worden waren.

Auch die Lebensmittelpreise fielen, was dazu beitrug, den Index nach unten zu drücken. Die Preise für Industriegüter bewegten sich moderater und setzten damit den Trend der verhaltenen Preisdynamik fort, der zu Beginn des Jahres zu beobachten war.

Diese breite Abschwächung in den wichtigsten Kategorien wurde durch die Aufwertung der brasilianischen Realwährung unterstützt, die nach der Instabilität Ende 2024 deutlich gestiegen ist.

Der stärkere Wechselkurs hat den importierten Inflationsdruck gesenkt und zu einer stabileren inländischen Preisdynamik beigetragen.

Anhaltender Druck im Dienstleistungssektor

Trotz eines positiven Trends bei der Gesamtinflation stecken mehrere Kategorien fest. Die Inflation im Dienstleistungssektor liegt mit etwa 6 % pro Jahr weiterhin über dem Zielwert.

Die Politik ist seit langem besorgt über die Dauerhaftigkeit des Preisdrucks in diesem Marktbereich.

Diese Trends werden durch einen starken Arbeitsmarkt unterstützt. Die brasilianische Arbeitslosenquote fiel auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2012, was die Nachfrage der Haushalte ankurbelte und die Nebenkosten hoch hielt.

Diese strukturellen Zwänge unterstreichen die Ungleichheit der Disinflation in Brasilien und geben Anlass zur Sorge, wie schnell sich die Verbraucherpreise dem offiziellen Ziel annähern werden.

Auswirkungen auf die Geldpolitik

Mit einem Selic-Referenzzinssatz von 15% war die Zentralbank in den letzten Monaten vorsichtig und behielt den Zinssatz im August bei.

Er folgt auf einen aggressiven Zinserhöhungszyklus um 450 Basispunkte ein Jahr zuvor, der darauf abzielte, das Inflationsrisiko einzudämmen.

Obwohl der Rückgang im August die Erwartungen an eine bevorstehende geldpolitische Lockerung ankurbeln dürfte, warnen Ökonomen, dass die anhaltende Inflation im Dienstleistungssektor und die steigenden Inflationserwartungen über dem Zielwert die Frage eines erfolgreichen Timings von Zinssenkungen erschweren könnten.

Dies würde die Erwartungen vieler Prognostiker an eine Ära der Zinssenkungen auf später in der zweiten Hälfte des Jahres 2025 verzögern.

Der schwächer als erwartete Inflationsrückgang zwang jedoch zu einem Umdenken in Bezug auf die geldpolitische Lockerung, und einige sehen den Start nun auf 2026 verschoben.

Ausblick: Vorübergehende Entlastung, anhaltende Herausforderungen

Der Stromrabatt im Zusammenhang mit Itaipu dürfte im September auslaufen, was eines der Elemente mit sich bringt, die für den negativen August-Wert verantwortlich sind, der in den kommenden Tagen veröffentlicht werden soll. Dementsprechend ist es unwahrscheinlich, dass die deflationäre Dynamik lange anhalten wird.

Die Gnadenfrist durch die Lebensmittel- und Energiekosten ist jedoch genau das und wird die Arbeit der Zentralbank nicht einfacher machen.

Die vorübergehende Entspannung ist zwar eindeutig, aber der anhaltende zugrunde liegende Kerndruck wird tief verwurzelt bleiben, wie die Lücke zwischen der Gesamt- und den Kernteilen der Inflation zeigt.

Die August-Zahlen werden für die politischen Entscheidungsträger ein kritischer Maßstab sein, da sie die Risiken einer vorzeitigen Lockerung gegen die wirtschaftliche Belastung abwägen, die sich daraus ergibt, dass die Zinsen über einen längeren Zeitraum auf einem so hohen Niveau gehalten werden.