Europäische Märkte eröffnen: DAX steigt um 0,46%, da Händler neue Zolldrohungen von Trump abwägen

Europäische Märkte eröffnen: DAX steigt um 0,46%, da Händler neue Zolldrohungen von Trump abwägen
Deepali Singh
10. Sept. 2025, 09:15 AM
  • Europäische Aktien dürften höher eröffnen, wobei der deutsche DAX um 0,46 Prozent zulegte.
  • Berichten zufolge hat Trump die EU aufgefordert, China und Indien mit neuen Zöllen zu belegen.
  • Alle Augen sind auf die wichtigen US-Inflationsdaten gerichtet, die heute und am Donnerstag veröffentlicht werden.

Ein fragiler Optimismus ziert die europäischen Märkte bei der Eröffnung am Mittwoch, wobei die Aktien trotz eines dramatischen neuen Handelskriegs aus dem Weißen Haus und eines besorgniserregenden deflationären Signals aus China steigen werden.

Diese robuste Stimmung ist ein Beweis dafür, dass sich der Markt ausschließlich auf eine Sache konzentriert: die Aussicht auf eine bevorstehende Zinssenkung durch die US-Notenbank – eine Hoffnung, die in den nächsten 48 Stunden auf die Probe gestellt wird.

Erste Anzeichen deuten auf einen positiven Start auf dem gesamten Kontinent hin. IG-Daten deuten darauf hin, dass der deutsche DAX 0,46 Prozent höher eröffnen wird, wobei der französische CAC 40 und der italienische FTSE MIB ebenfalls Gewinne von rund 0,3 Prozent verzeichnen können.

Eine neue Front im globalen Handelskrieg

Diese bullische Eröffnung erfolgt angesichts einer überraschenden neuen geopolitischen Entwicklung.

Über Nacht sind Berichte aufgetaucht, dass US-Präsident Donald Trump die Europäische Union gebeten hat, sich seiner wirtschaftlichen Druckkampagne anzuschließen, indem er China und Indien mit Zöllen von bis zu 100 Prozent wegen ihrer fortgesetzten Käufe von russischem Öl belegt.

Dieser Schritt, der darauf abzielt, Moskau unter Druck zu setzen, birgt die Gefahr, die globalen Handelsbeziehungen weiter zu destabilisieren und eine neue, unberechenbare Front in dem anhaltenden Konflikt zu eröffnen.

Der Spießrutenlauf für die Inflation: Ein Urteil steht bevor

Während die Handelsnachrichten ein bedeutender Joker sind, ist die unmittelbare Aufmerksamkeit des Marktes auf die Vereinigten Staaten gerichtet, wo eine entscheidende zweitägige Salve von Inflationsdaten beginnen wird.

Der Erzeugerpreisindex steht im Laufe des Tages an, ein wichtiger Auftakt für die am Donnerstag genauer beobachtete Veröffentlichung des Verbraucherpreisindexes.

Die von Dow Jones befragten Ökonomen gehen davon aus, dass die Berichte ein stabiles, wenn auch hartnäckiges Inflationsniveau aufweisen werden. Wenn diese Zahlen den Schätzungen entsprechen, wird dies die letzte Hürde für die US-Notenbank nehmen, um bei ihrer Sitzung in der nächsten Woche eine weitere Zinssenkung vorzunehmen, eine Aussicht, die der Hauptmotor der jüngsten Marktrallye war.

Ein gemischtes Bild aus dem Osten

Diese angespannte Erwartung folgt auf eine gemischte Sitzung im asiatisch-pazifischen Raum, in der die Anleger damit beschäftigt waren, die jüngsten Inflationsdaten aus China zu verdauen.

Die Verbraucherpreise auf dem Festland fielen im August im Jahresvergleich um 0,4 Prozent, ein stärkerer Rückgang als von Ökonomen erwartet und ein klares Zeichen dafür, dass der Deflationsdruck die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt weiterhin heimsucht.

Trotz dieses besorgniserregenden Signals gelang es den meisten asiatischen Märkten, zu steigen, was sich an einer robusten Sitzung an der Wall Street orientierte.

Während sich Europa auf seine eigene Sitzung vorbereitet, mit Gewinnen von Giganten wie Inditex und Associated British Foods auf dem Programm, befindet sich der Markt in einem empfindlichen Gleichgewicht und wägt die Hoffnung auf eine expansive Fed gegen eine Welt brodelnder Risiken ab.