Invezz

Ghana stimmt der Aufnahme von US-Abgeschobenen zu, während das regionale Migrationsabkommen ausgeweitet wird

Ghana stimmt der Aufnahme von US-Abgeschobenen zu, während das regionale Migrationsabkommen ausgeweitet wird
Diya Poddar
11. Sept. 2025, 14:10 PM
  • Deal nach Gesprächen mit Washington auf westafrikanische Staatsangehörige beschränkt.
  • Der Schritt folgt auf US-Zölle in Höhe von 15% auf ghanaische Waren und die Androhung eines Visumverbots.
  • Ruanda, Eswatini, Südsudan und Uganda unterzeichneten ebenfalls ähnliche Abkommen.

Ghana hat sich bereit erklärt, Abgeschobene aus den USA aufzunehmen und reiht sich damit in eine Liste afrikanischer Länder ein, die mit Washingtons Strategie zur Umsiedlung von Migranten ohne Papiere zusammenarbeiten.

Die Vereinbarung, die in Accra angekündigt wurde, spiegelt eine umfassendere Politik der Regierung des amerikanischen Präsidenten Donald Trump wider, Einwanderer nicht nur in ihre Heimatländer, sondern auch an Drittziele in ganz Afrika zu schicken.

Eine erste Gruppe von 14 Abgeschobenen, keiner von ihnen Ghanaer, ist bereits in Ghana eingetroffen. Darunter sind Nigerianer und ein gambischer Staatsangehöriger.

Die Entscheidung unterstreicht die Verschiebung des Gleichgewichts zwischen Migrationssteuerung, Handelsbeziehungen und regionaler Diplomatie.

Ghanas Abkommen mit den USA gilt für westafrikanische Staatsangehörige

Präsident John Mahama bestätigte, dass Ghana von den USA angesprochen wurde, um Personen aufzunehmen, die von amerikanischem Territorium ausgewiesen wurden. Er stellte klar, dass das Land sich bereit erklärt habe, nur Staatsangehörige aus der westafrikanischen Region aufzunehmen.

Diese Bedingung wurde vor der Ankunft der ersten Gruppe, zu der Nigerianer und ein gambischer Staatsangehöriger gehörten, festgelegt.

Die USA sind nach wie vor Ghanas sechstgrößter Handelspartner, aber die Beziehungen sind angespannt, seit die Trump-Regierung einen Zoll von 15 Prozent auf ghanaische Waren verhängt hat.

Ghana wurde auch auf eine Liste von 36 Ländern gesetzt, die von einem Visumverbot bedroht sind. Das Abschiebeabkommen könnte dazu beitragen, die Beziehungen zwischen Accra und Washington zu verbessern, und das zu einer Zeit, in der Ghana versucht, seine Handelsbeziehungen zu schützen.

Breitere afrikanische Beteiligung an US-Abschiebeabkommen

Die USA haben die Abschiebungen seit Trumps Rückkehr ins Amt im Januar verstärkt. Anstatt die Abschiebungen auf die Herkunftsländer der Einzelnen zu beschränken, hat Washington mit afrikanischen Regierungen verhandelt, die bereit sind, Ausländer aufzunehmen.

Andere Länder, die ähnliche Vereinbarungen unterzeichnet haben, sind Ruanda, Eswatini und der Südsudan.

Uganda hat laut einem Bericht von Al-Jazeera vom vergangenen Monat ebenfalls eine Einigung erzielt.

Diese Zusammenarbeit unterstreicht die umfassenderen amerikanischen Bemühungen, die undokumentierte Migration zu bewältigen, indem sie die Verantwortung über ihre eigenen Grenzen hinaus verlagern.

Kontroverse über die Auswirkungen der Politik

Die US-Regierung behauptet, dass sich unter den Abgeschobenen auch Personen befinden, die als gefährliche Kriminelle eingestuft sind.

Bürgerrechtsgruppen argumentieren jedoch, dass es sich bei vielen um gesetzestreue Nichtbürger handelt, denen die Abschiebung an unbekannte Orte droht, wo sie möglicherweise keine Bindungen oder Ressourcen haben.

Die Abschiebungen sind Teil von Trumps umfassenderen Unterdrückung der illegalen Migration, die seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus eine zentrale Politik ist.

Die Praxis, Personen in Drittländer zu schicken, gilt als besonders umstritten, und Kritiker warnen, dass dadurch viele Menschen in ihren neuen Gastländern ohne Unterstützungsstrukturen dastehen könnten.

Ghanas Entscheidung spiegelt komplexe Diplomatie wider

Für Ghana geht es bei dem Abkommen sowohl um Diplomatie als auch um Migration. Da die wirtschaftlichen Beziehungen zu den USA aufgrund von Zöllen und möglichen Visabeschränkungen unter Druck stehen, könnte die Vereinbarung zur Aufnahme von Abgeschobenen aus der westafrikanischen Region die bilateralen Beziehungen stärken.

Gleichzeitig reiht sich Ghana damit in eine Reihe mit anderen afrikanischen Staaten ein, die sich bei der Bewältigung der undokumentierten Migration mit den USA verbünden.

Die Situation zeigt, wie Migrationskontrolle Teil internationaler Verhandlungen geworden ist, in denen sich Handel, Außenpolitik und regionale Zusammenarbeit überschneiden.

Die Aufnahme von Ausländern in Ghana ist ein bemerkenswerter Schritt in dieser sich entwickelnden Strategie, die die lokale Migrationspolitik an den globalen Druck bindet.