Lord Mandelson nach Epstein-Enthüllungen als britischer Botschafter in den USA entlassen

Lord Mandelson nach Epstein-Enthüllungen als britischer Botschafter in den USA entlassen
Harsh Vardhan
11. Sept. 2025, 12:03 PM
  • Mandelson nannte Epstein in Geburtstagsbotschaften seinen "besten Kumpel".
  • In E-Mails wurde Epstein aufgefordert, "für eine vorzeitige Entlassung" aus dem Gefängnis zu kämpfen.
  • Die Entlassung erfolgt wenige Tage vor dem Staatsbesuch Trumps in Großbritannien.

Lord Peter Mandelson ist von seinem Posten als britischer Botschafter in den Vereinigten Staaten entlassen worden, nachdem die Kritik an seinen Verbindungen zu dem verstorbenen Finanzier und verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein tagelang eskaliert war.

Das Außenministerium bestätigte am Donnerstag, dass Premierminister Sir Keir Starmer gehandelt hat, nachdem neue Details in von Mandelson verfassten E-Mails aufgetaucht waren, die weitaus engere und unterstützendere Verbindungen zu Epstein aufdeckten als bisher bekannt.

Mandelson nannte Epstein "besten Kumpel"

Die neu veröffentlichte Korrespondenz enthüllte nicht nur, dass Mandelson Epstein in einem Geburtstagsbuch als seinen "besten Kumpel" bezeichnete, sondern zeigte auch, wie er Epsteins "interessante Freunde" lobte und seine Loyalität während des Strafverfahrens gegen den Finanzier zum Ausdruck brachte.

In E-Mails aus der Zeit von Epsteins erster Verurteilung sagte Mandelson zu ihm: "Deine Freunde bleiben bei dir und lieben dich" und riet ihm, "für eine vorzeitige Entlassung zu kämpfen", wobei er sich auf Sun Tzus Kunst des Krieges bezog.

Der Botschafter schlug auch vor, dass Epsteins Verurteilung ungerecht sei und angefochten werden sollte – Aussagen, die jetzt von Regierungsbeamten als "beunruhigend und unangenehm" bezeichnet werden.

Obwohl Premierminister Starmer nur einen Tag zuvor darauf bestanden hatte, dass er weiterhin Vertrauen in Mandelson habe, war der wachsende Druck sowohl der oppositionellen Konservativen als auch der Labour-Mitglieder nicht mehr zu ignorieren.

Die Vorsitzende der Konservativen, Kemi Badenoch, nannte die Enthüllungen "widerlich" und forderte sofortiges Handeln.

Labour-Abgeordnete und Ethikberater drängten auf eine tiefergehende Untersuchung und wiesen auf die Doppelmoral bei Disziplinarmaßnahmen für Parteimitglieder im Vergleich zu hochrangigen diplomatischen Ernennungen hin.

Die Entlassung erfolgt vor Trumps Staatsbesuch

Mandelsons abrupte Absetzung erfolgt nur eine Woche vor dem geplanten Staatsbesuch von Präsident Donald Trump in Großbritannien – ein bedeutendes diplomatisches Ereignis, das Starmers Regierung weiter unter Druck setzt.

Neben den diplomatischen Folgen gibt es nun auch Fragen über den Überprüfungsprozess für solche hohen Posten, da Mandelson zuvor wegen Kontroversen zurückgetreten war und seine hochkarätige Karriere im Herzen der britischen Politik vorangetrieben hat.