Dänemark verlagert Rüstungsauftrag im Wert von 9,1 Mrd. $ nach Europa und verdrängt US-Zulieferer

Dänemark verlagert Rüstungsauftrag im Wert von 9,1 Mrd. $ nach Europa und verdrängt US-Zulieferer
Diya Poddar
12. Sept. 2025, 14:09 PM
  • Dänemark gibt 3 % des BIP für Verteidigung aus.
  • Die Beziehungen zu den USA waren nach Trumps Forderung, Grönland zu kaufen, angespannt.
  • Norwegen umging auch die US-Angebote bei der jüngsten Rekordbestellung der Marine.

Dänemark hat seinen bisher größten Auftrag für Rüstungsgüter im Wert von 58 Milliarden Kronen bekannt gegeben, was eine bedeutende Änderung in der Beschaffungsstrategie bedeutet.

Das Abkommen, das am Freitag nach einer Einigung mit den Oppositionsparteien abgeschlossen wurde, gibt europäischen Rüstungsherstellern Vorrang vor traditionellen amerikanischen Lieferanten.

Das Land wird Raketensysteme aus Frankreich, Italien, Norwegen und Deutschland auswählen, als Teil eines langfristigen Plans zur Erweiterung der Feuerkraft und zur Reaktion auf eskalierende Sicherheitsbedrohungen aus Russland.

Dieser Schritt unterstreicht die sich verändernde Dynamik innerhalb der NATO-Verteidigungsausgaben und spiegelt die wachsende Distanz Kopenhagens zu Washington nach den angespannten politischen Beziehungen wider.

Dänemark wendet sich an europäische Raketenlieferanten

Der Raketenauftrag stellt einen Bruch mit der Geschichte Dänemarks dar, in der amerikanische Verteidigungstechnologie bevorzugt wurde.

Im Jahr 2016 verpflichtete sich Kopenhagen, seine Luftwaffe der nächsten Generation um die F-35 von Lockheed Martin herum aufzubauen und damit Angebote von europäischen Firmen wie dem Eurofighter Typhoon auszusetzen.

Diesmal wurden jedoch keine US-Hersteller in die engere Auswahl aufgenommen.

Die Regierung erklärte, dass der Kauf dazu dienen soll, ihre Abschreckungsfähigkeiten zu stärken und sich auf langfristige Sicherheitsherausforderungen vorzubereiten.

Frankreich, Italien, Norwegen und Deutschland wurden als die Bewerber um den Vertrag identifiziert, deren Systeme die kollektive Verteidigungsstruktur der NATO stärken sollen.

NATO-Verpflichtungen und Ziele für Verteidigungsausgaben

Dänemark wendet derzeit rund 3 % seines Bruttoinlandsprodukts (BIP) für Verteidigung auf.

Dieses Verhältnis soll bis 2035 auf 5 % steigen, im Einklang mit den aktualisierten Ausgabenverpflichtungen der NATO.

US-Präsident Donald Trump hat die europäischen NATO-Mitglieder zuvor aufgefordert, die Beiträge zu erhöhen, und die Abhängigkeit von amerikanischer militärischer Unterstützung kritisiert.

Der neue Beschaffungsplan von Kopenhagen signalisiert sowohl eine Antwort auf die Erwartungen der NATO als auch den Wunsch, die Verteidigungspartnerschaften zu diversifizieren.

Durch die Auswahl europäischer Auftragnehmer positioniert sich Dänemark im Rahmen einer breiteren kontinentalen Bemühung, die strategische Autonomie zu stärken und gleichzeitig die Bündnisverpflichtungen zu erfüllen.

Politischer Hintergrund und Spannungen zwischen den USA und Dänemark

Die Entscheidung fällt inmitten politischer Spannungen zwischen Dänemark und den USA.

Besonders angespannt waren die Beziehungen, als Donald Trump während seiner Präsidentschaft Interesse am Kauf von Grönland, einem autonomen Gebiet innerhalb des Königreichs Dänemark, bekundete.

Der Vorschlag verärgerte dänische Beamte und heizte Debatten über die Souveränität an.

Obwohl Dänemark weiterhin über die NATO mit den USA zusammenarbeitet, unterstreicht seine neue Beschaffungsrichtung einen vorsichtigen Ansatz für die künftige Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich.

Die Wahl europäischer Lieferanten könnte die übermäßige Abhängigkeit von amerikanischer Technologie verringern und Möglichkeiten für die industrielle Zusammenarbeit in ganz Europa eröffnen.

Regionale Verteidigungslandschaft und Norwegens Rekordauftrag

Dänemarks Schritt folgt auf die jüngste Entscheidung Norwegens, dass das Vereinigte Königreich neue Fregatten für seine Marine liefert, ein weiterer Rekord bei der Beschaffung von Verteidigungsgütern in der nordischen Region.

Diese Entscheidung lehnte die Bewerbungen der USA, Frankreichs und Deutschlands ab, was den Trend der europäischen Nationen, sich auf kontinentale Partnerschaften für militärische Ausrüstung zu konzentrieren, weiter verdeutlicht.

Zusammengenommen signalisieren diese Entwicklungen eine breitere Neuausrichtung der Verteidigungsstrategien der Region.

Da sich sowohl Dänemark als auch Norwegen zu europäischen Großaufträgen verpflichtet haben, verstärken die nordischen Staaten ihre Integration in den europäischen Verteidigungsmarkt und balancieren gleichzeitig die transatlantischen Beziehungen aus.