Das chinesische Unternehmen Xpeng baut seine globale Präsenz mit einem Werk in Österreich aus

Das chinesische Unternehmen Xpeng baut seine globale Präsenz mit einem Werk in Österreich aus
Diya Poddar
15. Sept. 2025, 10:18 AM
  • EU-Zölle von bis zu 35,3 % führen zu einer lokalen Produktionsstrategie.
  • Die ersten SUV G6 und G9 laufen im Werk Graz vom Band.
  • Das Münchner RandD-Zentrum unterstützt die Entwicklung von Elektrofahrzeugen für den europäischen Markt.

Der chinesische Elektrofahrzeughersteller Xpeng Inc. hat mit der Eröffnung seiner ersten Produktionslinie in Europa einen wichtigen Meilenstein in seiner globalen Expansion gesetzt.

Der Schritt erfolgt im Rahmen einer Partnerschaft mit dem österreichischen Auftragsfertiger Magna Steyr, einem Unternehmen, das für seine lange Geschichte in der Montage von Fahrzeugen für internationale Automobilhersteller bekannt ist.

Die Zusammenarbeit ermöglicht es Xpeng, seine Sport Utility Vehicles G6 und G9 aus dem Magna-Werk Graz in Südösterreich auf den Markt zu bringen, wobei die erste Charge bereits abgeschlossen ist.

Diese Entwicklung unterstreicht einen Strategiewechsel der chinesischen EV-Hersteller, die versuchen, Zölle zu umgehen und ihren Kundenstamm in wichtigen Überseemärkten zu erweitern.

Europäische Produktionsbasis zum Ausgleich von Zöllen

Die Europäische Union hat im Jahr 2024 Zölle auf chinesische EV-Importe eingeführt, die zwischen 20,7 % für kooperierende Autohersteller und bis zu 35,3 % für andere Autohersteller liegen.

Durch die Lokalisierung der Produktion in Österreich verschafft sich Xpeng einen wichtigen Kostenvorteil in der Region und schützt seine Fahrzeuge vor diesen Zusatzbelastungen.

Die Entscheidung zeigt auch, wie sich chinesische EV-Hersteller an wachsende Handelsbarrieren anpassen und gleichzeitig versuchen, von der starken europäischen Nachfrage nach sauberen Transportlösungen zu profitieren.

Das österreichische Unternehmen folgt auf die Entscheidung von Xpeng, im Juli mit der Montage in Indonesien zu beginnen.

Diese duale Strategie der südostasiatischen und europäischen Fertigung ermöglicht es dem Unternehmen, sich gegen politische Risiken abzusichern und gleichzeitig einen reibungsloseren Zugang zu etablierten und aufstrebenden EV-Märkten zu gewährleisten.

Ausbau der globalen Aktivitäten an der Seite von RandD in München

Neben der Fertigung hat Xpeng seine europäische Präsenz durch Forschung und Entwicklung ausgebaut.

Anfang des Monats war das Münchner RandD-Zentrum des Unternehmens Teil der IAA Mobility, an der mehr als ein Dutzend chinesischer Autohersteller teilnahmen.

Das Werk spielt eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung von Modellen, die auf europäische Vorlieben zugeschnitten sind, einschließlich Elektrolimousinen, die im Werk Graz von Magna produziert werden sollen.

Diese europäische RandD-Präsenz stellt sicher, dass die Fahrzeuge von Xpeng nicht nur vor Ort montiert werden, sondern auch mit Blick auf den regionalen Markt entwickelt werden.

Das Münchner Zentrum verschafft dem Unternehmen einen Vorsprung bei der Entwicklung von Designs, die den europäischen Standards und Erwartungen entsprechen, und stärkt seine Wettbewerbsposition.

Umsatzanstieg inmitten des inländischen Drucks

Die internationale Expansion von Xpeng geht mit einem starken Umsatzwachstum im Inland einher.

Das Unternehmen lieferte in den ersten acht Monaten des Jahres 2025 271.615 Elektrofahrzeuge aus, dreimal so viel wie im gleichen Zeitraum des Jahres 2024.

Die American Depositary Receipts sind seit Januar um etwa 77 % gestiegen, was das Vertrauen der Anleger in die Skalierungsaktivitäten widerspiegelt.

Das schnelle Wachstum steht auch vor dem Hintergrund der Herausforderungen auf dem chinesischen Markt für Elektrofahrzeuge, wo Überkapazitäten und ein anhaltender Preiskampf die Margen gedrückt haben.

Durch die Einrichtung von Stützpunkten in Übersee kann Xpeng die Abhängigkeit von seinem Heimatmarkt verringern und in Regionen mit höheren durchschnittlichen Verkaufspreisen eine bessere Rentabilität anstreben.

Qualitätsbedenken nach Rückruf

Xpeng ist zwar schnell gewachsen, hat aber auch Rückschläge hinnehmen müssen. Ende letzter Woche rief das Unternehmen die meisten seiner P7+-Modelle aufgrund eines Problems mit der Lenkung zurück.

Der Rückruf unterstreicht die Bedeutung der Qualitätskontrolle, da das Unternehmen in neue Märkte vordringt, in denen Sicherheits- und Zuverlässigkeitsstandards weiterhin intensiv überprüft werden.

Der Vorfall erinnert an die Schwierigkeiten, mit denen Hersteller von Elektrofahrzeugen konfrontiert sind, wenn sie Wachstum mit der Notwendigkeit einer robusten Produktqualität in Einklang bringen müssen.

Für Xpeng wird es entscheidend sein, sicherzustellen, dass seine Fahrzeuge die strengen europäischen Sicherheitsvorschriften erfüllen, um die Dynamik bei der Expansion nach Übersee aufrechtzuerhalten.