Hier ist der Grund, warum ich den JEPI ETF meiden und stattdessen den niedrig verzinslichen VOO kaufen würde

Hier ist der Grund, warum ich den JEPI ETF meiden und stattdessen den niedrig verzinslichen VOO kaufen würde
Crispus Nyaga
15. Sept. 2025, 17:04 PM
  • Der JEPI ETF hat sich in den letzten Monaten gut entwickelt und bewegt sich nun auf seinem Allzeithoch.
  • Der Fonds hat Zuflüsse im Wert von über 4 Milliarden US-Dollar verzeichnet, was sein Gesamtvermögen auf 41 Milliarden US-Dollar erhöht.
  • Die Geschichte zeigt, dass der Fonds in Bezug auf die Gesamtrendite hinter beliebten ETFs wie VOO und SPY zurückbleibt.

Der JPMorgan Equity Premium ETF (JEPI) ist in diesem Jahr auf ein Rekordhoch gestiegen, was auf die starke Performance amerikanischer Aktien zurückzuführen ist. Der JEPI stieg von seinen Tiefstständen im August um 18 %. Ist dieser High-Yield-ETF also eine gute Alternative zum SandP 500 Index und seinen ETFs wie VOO, IVV und SPY?

Der JEPI ETF hat sich zu einem Moloch entwickelt, indem er hohe Renditen verspricht

Der JPMorgan Equity Premium ETF ist mit über 40 Milliarden US-Dollar der größte Covered Call-Fonds. Die Zuflüsse sind in diesem Jahr aufgrund des Versprechens einer höheren Dividendenrendite um über 4 Mrd. $ gestiegen.

Der Fonds hat eine Dividendenrendite von etwa 8,65 % und ist damit deutlich höher als das, was andere SandP 500 Index-ETFs wie der VOO und der SPY bieten. Dies wird durch die Verwendung des Covered Call ETF-Ansatzes erreicht.

Dabei investiert der Fonds in 136 Blue-Chip-Unternehmen, die Teil des SandP 500 Index sind. Anschließend schreibt er Call-Optionen auf den SandP 500 Index, nimmt die Prämie und schüttet sie als monatliche Dividende an seine Anleger aus.

Eine der größten Herausforderungen für den JEPI ETF besteht darin, dass er einen Teil der Gewinne des SandP 500 Index verpasst, wenn er sich in einem starken Aufwärtstrend befindet. Das liegt daran, dass die Call-Option einen Ausübungspreis hat, der diese Gewinne begrenzt.

Die andere große Herausforderung, vor der Käufer von JEPI-ETFs stehen, besteht darin, dass sie steuerlichen Gegenwind haben, der sich auf die endgültige Rendite auswirkt. Da der ETF aktiengebundene Schuldverschreibungen für seine Optionen verwendet, werden diese Prämien als kurzfristige Kapitalgewinne besteuert und als ordentliches Einkommen weitergegeben.

Ist JEPI ein guter ETF zum Kauf?

JEPI und andere Covered Call ETFs haben schon immer eine höhere und konstante Dividendenrendite versprochen. Als langfristiger Anleger ist es jedoch immer wichtig, die Gesamtrendite im Auge zu behalten.

Eine Total Return-Kennzahl bewertet die Wertentwicklung eines Vermögenswerts, wobei sowohl sein Preis als auch die Auswirkungen von Dividenden berücksichtigt werden.

In diesem Fall kann man sich die Gesamtrendite seit seiner Auflegung ansehen und sie mit einer ähnlichen Investition in den SandP 500 Index und seine passiven ETFs wie VOO und SPY vergleichen.

Die von SeekingAlpha zusammengestellten Daten zeigen, dass die Aktie des VOO ETF in diesem Jahr um 12,18% gestiegen ist, während die Kursrendite von JEPI in diesem Zeitraum bei minus 1,10% lag.

Die Underperformance hat sich fortgesetzt, wenn man die Gesamtrendite betrachtet. Die Gesamtrendite von JEPI beträgt 4,88 %, während der VOO ETF eine Rendite von 12,9 % erzielt hat.

Längerfristig ist die gleiche Leistung zu erzielen. Die Gesamtrendite von JEPI in den letzten drei Jahren betrug 30 % gegenüber 67 % von VOO.

Diese Performance erstreckt sich vor allem auf andere Covered Call-ETFs. So hat sich beispielsweise der Nasdaq Equity Premium Income ETF (JEPQ) von JPMorgan weiterhin schlechter entwickelt als Fonds, die den Nasdaq 100 Index abbilden. In ähnlicher Weise sind ETFs wie TSLY und NVDY in Bezug auf die Gesamtrendite immer hinter Tesla und Nvidia zurückgeblieben.

Ein gängiges Argument für JEPI und ähnliche Fonds ist, dass sie in Zeiten hoher Volatilität und hoher Prämien besser abschneiden als die Standardfonds. Ein genauerer Blick zeigt jedoch, dass die Out-Performance in diesem Zeitraum in der Regel minimal ist.

Daher kann man auf der Grundlage der historischen Wertentwicklung davon ausgehen, dass der JEPI ETF weiterhin hinter den Benchmark-ETFs SandP 500 Index zurückbleiben wird.