Die britische Inflation blieb im August bei 3,8 %, da die Bank of England vor einem politischen Test steht

Die britische Inflation blieb im August bei 3,8 %, da die Bank of England vor einem politischen Test steht
Diya Poddar
17. Sept. 2025, 09:25 AM
  • Die Inflation bei Nahrungsmitteln stieg von 4,9 % im Juli auf 5,1 %.
  • Das Wachstum in Großbritannien verlangsamte sich in den drei Monaten bis Juli auf 0,2 %.
  • In Deutschland lag die Inflation bei 2,1 % und in Frankreich bei 0,8 %.

Die britische Inflation blieb im August unverändert bei 3,8 %, wie aus Daten des Office for National Statistics (ONS) hervorgeht.

Die Zahlen, die am Mittwoch veröffentlicht wurden, zeigen, wie höhere Lebensmittel-, Restaurant- und Hotelpreise die Haushaltsbudgets unter Druck setzten.

Die Entwicklung bestärkt die Erwartungen, dass die Bank of England ihren Zinssatz bei ihrer bevorstehenden geldpolitischen Sitzung stabil bei 4% belassen wird.

Da die Kreditkosten seit letztem Sommer bereits um das Fünffache gesenkt wurden, gehen Analysten davon aus, dass sich das Tempo der Kürzungen verlangsamen könnte, was das hartnäckige Preiswachstum trotz einer sich abschwächenden Wirtschaft widerspiegelt.

Inflationstreiber: Lebensmittel, Restaurants und Hotels

Nahrungsmittel und Getränke leisteten erneut den größten Beitrag: Die Inflation stieg im August auf 5,1 %, verglichen mit 4,9 % im Juli.

Auch Restaurants und Hotels verzeichneten ein stärkeres Preiswachstum, während die Benzinkosten stiegen.

Die Inflation im Dienstleistungssektor, eine Kennzahl, die von den politischen Entscheidungsträgern als Gradmesser für den inländischen Preisdruck genau beobachtet wird, ging leicht von 5,0 % auf 4,7 % zurück.

Der Rückgang wurde durch niedrigere Flugpreise unterstützt, obwohl das Gesamtbild immer noch auf ein hartnäckiges Preiswachstum hindeutet.

Die ONS-Daten deuten darauf hin, dass trotz einer gewissen Lockerung der Dienstleistungen die wichtigsten Faktoren wie Lebensmittel nach wie vor hoch sind.

Wirtschaftswachstum verlangsamt sich bei zunehmendem Handelsdruck

Die Bank of England steht vor dem Hintergrund einer Verlangsamung des Wachstums. Nach einem Wachstum von 0,7% im ersten Quartal kühlte sich die Wirtschaft in den drei Monaten bis Juli auf nur 0,2% ab.

Die Unternehmen wurden durch höhere Steuern und die anhaltenden Spannungen im Zusammenhang mit dem US-Handelskrieg unter Druck gesetzt.

Händler haben die Erwartungen an mehrere Zinssenkungen in naher Zukunft bereits zurückgeschraubt. Die Marktpreise, die auf Swap-Daten basieren, deuten nun nur noch auf eine Senkung um ein oder zwei Viertelpunkte bis Ende 2025 hin.

Diese Verschiebung spiegelt die Befürchtung wider, dass die Inflation kurzfristig in der Nähe oder über 4% bleiben und damit das Doppelte des 2%-Ziels der BoE erreichen wird.

Inflation in Großbritannien im Vergleich zu Europa

Die Inflationsrate des Vereinigten Königreichs von 3,8 % liegt weiterhin über der der wichtigsten europäischen Wettbewerber.

Deutschland verzeichnete im August einen Preisanstieg von 2,1 %, während sich die Inflation in Frankreich auf nur 0,8 % stark verlangsamte. In der gesamten Eurozone wird die Inflation auf 2,1 % geschätzt, was fast der Hälfte des britischen Niveaus entspricht.

Die Bank of England prognostiziert, dass die Inflation in Großbritannien im September mit 4 % ihren Höhepunkt erreichen wird. Diese Vorhersage beruht stark auf dem Fortbestehen höherer Lebensmittelkosten.

Gleichzeitig wird die Inflation im Dienstleistungssektor weiterhin ein zentrales Anliegen der politischen Entscheidungsträger sein, da sie die Bedingungen für die Binnennachfrage direkt widerspiegelt.

Haushaltsherausforderung für Schatzkanzlerin Rachel Reeves

Die Inflationsdaten landen vor dem November-Haushalt von Schatzkanzlerin Rachel Reeves.

Die Herausforderung für das Finanzministerium besteht darin, das Wachstum anzukurbeln und gleichzeitig die öffentlichen Finanzen zu schonen. Die Zahlen unterstreichen, dass höhere Haushaltskosten diese Aufgabe weiterhin erschweren.

Es wird zwar erwartet, dass die Bank of England ihren Zinssatz in dieser Woche stabil halten wird, aber das Tempo weiterer Zinssenkungen bleibt ungewiss.

Analysten warnen, dass die anhaltende Inflation die geldpolitische Lockerung verlangsamen könnte, auch wenn die Gesamtwirtschaft Anzeichen einer Schwäche zeigt.