Wie geht es weiter mit dem teuren Kurs der Rheinmetall-Aktie?

Wie geht es weiter mit dem teuren Kurs der Rheinmetall-Aktie?
Crispus Nyaga
18. Sept. 2025, 11:13 AM
  • Der Aktienkurs von Rheinmetall hat in den vergangenen Tagen geschwankt.
  • Das Unternehmen hat kürzlich ein großes Unternehmen in der Marineindustrie gekauft.
  • Die Daten zeigen, dass das Unternehmen stark überbewertet ist.

Der Aktienkurs von Rheinmetall ist in den letzten Tagen zurückgegangen, da die Anleger über die jüngste Übernahme von NVL, einem führenden Kriegsschiffsunternehmen, nachdenken. Er wurde bei 1.905 € gehandelt und lag damit einige Punkte unter dem bisherigen Jahreshoch von 1.985 €. Ist diese überbewertete Aktie eines Militärunternehmens also ein guter Kauf?

Der Aktienkurs von Rheinmetall ist in diesem Jahr stark gestiegen

Rheinmetall und andere führende Rüstungsunternehmen in Europa haben sich in diesem Jahr gut entwickelt, was auf die gestiegenen Verteidigungsausgaben der meisten Länder der Region zurückzuführen ist.

Eine große Sorge ist, dass die USA unter Donald Trump aufgrund seiner nationalistischen Tendenzen zu einem unzuverlässigen Verbündeten geworden sind.

Trump hat die Ukraine auch weniger unterstützt als Joe Biden und mehr europäische Länder dazu gedrängt, mehr Waffen an das Land zu liefern.

Vor allem aber hat er die NATO-Mitglieder dazu gedrängt, ihre Verteidigungsausgaben auf etwa 5 Prozent ihres Budgets zu erhöhen, eine bemerkenswerte Steigerung, da die meisten Länder heute weniger als 3 Prozent ausgeben.

Die führenden europäischen Länder haben nun zugesagt, ihre Ausgaben zu erhöhen, wobei sich viele von ihnen auf europäische Unternehmen wie Rheinmetall und BAE Systems konzentrieren, was erklärt, warum ihre Aktien in diesem Jahr in die Höhe geschnellt sind.

Die Finanzergebnisse zeigen, dass das Geschäft von Rheinmetall boomt, was das Unternehmen heute zu einem Wachstumsunternehmen gemacht hat. Zuletzt stieg der Konzernumsatz im zweiten Quartal um 24 % auf über 4,7 Mrd. €.

Das operative Ergebnis von Rheinmetall stieg leicht auf 276 MioEUR, der Auftragsbestand stieg um 30% auf über 63 MrdEUR.

Der Backlog ist eine wichtige Zahl, die sich mit den nicht ausgeführten Aufträgen eines Unternehmens befasst. Es ist eine der wichtigsten Kennzahlen, auf die Investoren achten, wenn sie entscheiden, ob sie in ein Industrieunternehmen wie Rheinmetall investieren.

Getragen wird das Wachstum von Rheinmetall vom Geschäft mit Fahrzeugsystemen, dessen Umsatz um 17% auf 945 MioEUR stieg. Waffen und Munition sowie elektronische Lösungen wuchsen, während sich das Energiegeschäft verlangsamte.

Expansion in die Marineindustrie

Jüngster Katalysator für den Kurs der Rheinmetall-Aktie ist die Akquisition von NVL, einer Division des Lürssen-Konzerns. Diese Übernahme ist eine Wette darauf, dass die Nachfrage nach Marineausrüstung in den kommenden Jahren weiter steigen wird.

Das Unternehmen geht davon aus, dass durch die Übernahme ein großes Unternehmen entsteht, das seine industrielle Basis in Norddeutschland erweitern wird. Wachstumspotenzial sieht das Unternehmen neben Europa auch in den USA, wo die Trump-Administration daran arbeitet, den Schiffbau anzukurbeln.

Die größte Sorge für den Kurs der Rheinmetall-Aktie ist jedoch, dass das Unternehmen zu einem stark überbewerteten Unternehmen geworden ist. Das Unternehmen hat ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 97 und ein Forward-Multiple von 50 und ist damit teurer als andere Unternehmen.

Zum Beispiel hat BAE Systems ein Forward-KGV von 17, während Lockheed, RTX und Northrop Grumman Multiplikatoren von weniger als 20 haben.

Technische Analyse des Rheinmetall-Aktienkurses

RHM Aktie Chart | Quelle: TradingView

Der Tageschart zeigt, dass der Aktienkurs von RHM ein Double-Top-Muster bei 1.940 € und eine Nackenlinie bei 1.485 € bildete, den niedrigsten Stand im August letzten Jahres.

Daher besteht das Risiko, dass der Aktienkurs von RHM in den kommenden Tagen fallen wird. Sollte dies der Fall sein, wird die nächste wichtige Unterstützung, die es zu beobachten gilt, bei 1.800 € liegen. Ein Anstieg über die Widerstandsmarke bei 1.985 € würde den rückläufigen Ausblick ungültig machen.