Indien plant höhere US-Öl- und Gasimporte, da die Zollgespräche fortgesetzt werden

Indien plant höhere US-Öl- und Gasimporte, da die Zollgespräche fortgesetzt werden
Diya Poddar
24. Sept. 2025, 10:44 AM
  • Handelsminister Goyal hebt Ziele der Energiesicherheit hervor.
  • Trump hatte im vergangenen Monat Zölle in Höhe von 50 Prozent auf indische Exporte verhängt.
  • Die neue H-1B-Visumgebühr von 100.000 US-Dollar verschärft die Handelsspannungen.

Indien arbeitet daran, die Energieimporte aus den USA auszuweiten und gleichzeitig auf niedrigere Zölle auf seine eigenen Exporte zu drängen, was eine Handelsstrategie signalisiert, die die Energiesicherheit in den Mittelpunkt der Verhandlungen stellt.

Handelsminister Piyush Goyal, der sich derzeit in New York aufhält, bestätigte, dass Indien erwartet, seine Käufe von US-Öl und -Gas zu erhöhen.

Der Schritt kommt nur wenige Wochen, nachdem Präsident Donald Trump Zölle in Höhe von 50 % auf indische Exporte verhängt hat, eine Entscheidung, die zum Teil darauf abzielt, Neu-Delhi dafür zu bestrafen, dass es weiterhin russisches Rohöl kauft.

Die Entwicklung hat den sich entwickelnden Handelsbeziehungen zwischen Indien und den USA eine neue Dimension verliehen.

Energiehandel soll Tarifausgleich schaffen

Goyal sagte auf einer Veranstaltung in New York, dass Indien und die USA als "enge Freunde und natürliche Partner" sehen würden, dass Energie eine wachsende Rolle im bilateralen Handel spielen werde.

Der Minister hob hervor, dass der drittgrößte Ölverbraucher der Welt eine stabile Versorgung anstrebt und Washington voraussichtlich eine zentrale Rolle bei der Diversifizierung der indischen Energiesicherheitsziele spielen wird.

Die Trump-Regierung hat argumentiert, dass Indien zur Finanzierung des russischen Krieges in der Ukraine beiträgt, indem es der größte Abnehmer von russischem Rohöl auf dem Seeweg ist.

Die reduzierten Barrel haben es Neu-Delhi ermöglicht, seine Importrechnung zu verwalten, aber sie haben auch Druck aus Washington ausgelöst.

Durch die Erhöhung der Importe aus den USA will Indien die Bedenken Washingtons ausräumen, Handelsungleichgewichte verringern und seine Position in den Zollverhandlungen stärken.

Tarifstreitigkeiten und Visabeschränkungen

Die Beziehungen zwischen den beiden Ländern waren in den letzten Wochen angespannt.

Der Zoll von 50 % auf indische Exporte machte die Fortschritte bei den kürzlich wieder aufgenommenen Handelsgesprächen zunichte.

Auf diese Maßnahmen folgte eine Gebühr von 100.000 US-Dollar für neue H-1B-Visa, die von indischen Tech-Arbeitern in den USA häufig genutzt werden.

Die Visumgebühr hat sich angesichts der Größe der indischen IT-Belegschaft in Amerika zu einem großen Problem für Neu-Delhi entwickelt.

Die Entscheidung Washingtons, höhere Visagebühren zu erheben, hat die ohnehin schon angespannten Verhandlungen noch komplexer gemacht und im indischen Dienstleistungssektor Besorgnis ausgelöst.

Die Spannungen kamen sogar nach Anzeichen eines Tauwetters, als Präsident Trump Premierminister Narendra Modi an seinem Geburtstag persönlich anrief.

Diese Geste deutete kurzzeitig darauf hin, dass sich die Beziehungen verbesserten, aber die neuen Zölle und Visakosten haben die anhaltenden Differenzen unterstrichen.

Washingtons Rolle bei Indiens Energiewende

Goyal betonte, dass die USA ein "entscheidender" Partner in Indiens Strategie zur Energiediversifizierung sein würden.

Da Indien nach wie vor stark von Importen abhängig ist, hat die Gewährleistung eines zuverlässigen Zugangs zur Energieversorgung Priorität.

Eine Ausweitung der Käufe aus den USA würde nicht nur dazu beitragen, den bilateralen Handel auszugleichen, sondern auch ein Gegengewicht zur Kritik an Indiens russischen Rohölkäufen bilden.

Für Washington steht der Vorstoß im Einklang mit seiner umfassenderen Strategie, die globalen Energieflüsse neu zu gestalten.

Indem sie mehr Öl und Gas nach Indien liefern, sichern sich die USA eine größere Rolle auf dem asiatischen Energiemarkt und versuchen gleichzeitig, Moskaus Einnahmen aus dem Rohölverkauf zu begrenzen.

Handelsgespräche und künftige Schritte

Die Handelsgespräche zwischen Neu-Delhi und Washington dauern an.

Während Zölle und Visafragen die Fortschritte erschwert haben, hat sich die Zusammenarbeit im Energiebereich als potenzieller Bereich der Angleichung herauskristallisiert.

Es wird erwartet, dass die zunehmenden Öl- und Gasimporte aus den USA ein wichtiger Punkt in den Verhandlungen sein werden, der Indien möglicherweise eine Möglichkeit bietet, Streitigkeiten an anderen Fronten auszugleichen.

Indiens Schritt spiegelt auch einen Balanceakt zwischen der Beibehaltung reduzierter russischer Lieferungen und der Vertiefung der Beziehungen zu Washington wider.