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Brasiliens Zentralbank sieht Inflation in der Nähe des Ziels für 2028, verfehlt aber immer noch das Ziel

Brasiliens Zentralbank sieht Inflation in der Nähe des Ziels für 2028, verfehlt aber immer noch das Ziel
Noris Soto
25. Sept. 2025, 15:41 PM
  • Die brasilianische Zentralbank geht davon aus, dass die Inflation im 1. Quartal 2028 bei 3,1 % liegen wird, was knapp über ihrem Ziel von 3 % liegt.
  • Die Zinssätze bleiben mit 15 % auf einem 20-Jahres-Hoch, um den Preisdruck einzudämmen.
  • Die Prognosen für das BIP-Wachstum wurden auf 2,0 % für 2025 und 1,5 % für 2026 gesenkt.

In ihrem jüngsten vierteljährlichen geldpolitischen Bericht, der am Donnerstag veröffentlicht wurde, prognostizierte die brasilianische Zentralbank, dass die Inflation im ersten Quartal 2028 in der Nähe ihres offiziellen Ziels liegen wird, aber sie blieb immer noch hinter ihr zurück.

Trotzdem gaben die politischen Entscheidungsträger eine Prognose von 3,1 % ab Anfang 2028 bekannt, was knapp über dem Ziel von 3 % liegt und einen Freibetrag von 1,5 Prozentpunkten sowohl über als auch unter dem Ziel enthält, so dass ein Wert von 3 % nicht allzu schlecht ist.

Diese Schätzung unterstreicht die anhaltenden Schwierigkeiten der Banken, die Preise nach einer anhaltenden aggressiven geldpolitischen Straffung zu fixieren.

Zuvor hatte die Bank für das erste Quartal 2027 eine jährliche Inflation von 3,4 % erwartet, den Zeitrahmen, den sie für die Geldpolitik als den wichtigsten ansieht.

Dies ist zwar ein weiterer Schritt in Richtung des Ziels, deutet aber dennoch darauf hin, dass die Bank nicht davon ausgeht, dass sich die Inflation in absehbarer Zeit genau auf ihrem Mittelwert einpendeln wird.

Zinsen bleiben auf historischen Höchstständen

Die Prognose kommt kaum eine Woche, nachdem die Zentralbank beschlossen hat, ihren Leitzins Selic bei 15 % zu belassen, einem fast zwei Jahrzehnte alten Hoch.

Die politischen Entscheidungsträger bezeichneten den Schritt als den Beginn einer "neuen Phase" eines langfristigen Stopps der Versuche, die Verbraucherkosten zu senken.

Seit September letzten Jahres hat die Bank die Kreditkosten um 450 Basispunkte angehoben und damit einen der dramatischsten Straffungszyklen der jüngeren Geschichte eingeleitet.

Trotz dieser Schritte bleibt der Inflationsdruck hartnäckig, was bedeutet, dass die höheren Zinsen länger als erwartet anhalten könnten.

Anpassungen der mittelfristigen Prognosen

Die Zentralbank senkte die Inflationserwartungen für 2025 um 0,1 Prozentpunkte auf 4,8 % gegenüber der letzten Veröffentlichung ihres Quartalsberichts im Juni.

Die Prognose für 2026 wurde unverändert bei 3,6 % belassen, was die Erwartung eines langsamen Rückwegs zur Preisstabilität unterstreicht.

Der Bericht deutete auf einen Inflationsdruck in beide Richtungen hin.

Unter den Variablen, die die Inflation in die Höhe trieben, hob die Zentralbank die Dynamik des Arbeitsmarktes in einem wachsenden Kontext und den Anstieg der Strompreise für Eigenheime hervor.

Die Behörden hoben die Stärkung des brasilianischen Real und den Rückgang der Inflationserwartungen als Faktoren hervor, die gleichzeitig nach unten drückten.

Wachstumsaussichten: moderat

Der geldpolitische Bericht gab auch Einblick in die Konjunkturprognosen des Landes.

Die Zentralbank revidierte ihre Prognose für das BIP-Wachstum 2025 auf 2,0 %, nach 2,1 % im Juni.

Die Revision spiegelt die Prognosen für eine Konjunkturabschwächung wider, die durch die verzögerte Wirkung der strafferen monetären Bedingungen verursacht wird.

Zum ersten Mal gaben die politischen Entscheidungsträger ihre Prognose für das BIP-Wachstum im Jahr 2026 bekannt, das voraussichtlich 1,5 % betragen wird.

Die Prognose deutet auf eine stetige Verlangsamung der Aktivität hin, da die hohen Kreditzinsen die Investitionen und den Konsum belasten.

Gleichgewicht zwischen Preisstabilität und Wachstum

Die neuen Schätzungen unterstreichen die schwierige Position, in der sich die brasilianische Zentralbank befindet, wenn es darum geht, die Preise unter Kontrolle zu bringen und die Wirtschaftstätigkeit anzukurbeln.

Die Inflationserwartungen kehren zum Zielwert zurück, aber die anhaltende Inflation verdeutlicht, dass eine Anhebung der Zinssätze angesichts des aktuellen Konjunkturzustands begrenzt ist.

Unterdessen beginnt sich der starke Anstieg der Zinssätze bereits auf die Konjunktur auszuwirken und die mittelfristigen Wachstumsaussichten zu dämpfen.

Die hohen Inflationsaussichten werden durch angespannte Arbeitsmärkte und steigende Strompreise erschwert, die die ansonsten günstigen Aussichten durch die Währungsaufwertung tendenziell ausgleichen werden.

Politischer Weg in die Zukunft

Da die Inflation voraussichtlich über dem Zielwert bleiben wird und die Wachstumsprognosen sinken, steht der Zentralbank ein schwieriger geldpolitischer Weg bevor.

Die Entscheidung, die Zinssätze konstant zu halten, spiegelt eine vorsichtige Haltung wider, die es den Beamten ermöglicht, die kumulativen Auswirkungen früherer Straffungen zu analysieren, bevor sie neue Maßnahmen in Betracht ziehen.

Vorerst lautet die Botschaft der Geduld: Die Inflation nähert sich zwar ihrem Ziel, aber der Weg vor uns ist noch steinig.

Die Prognosen der Zentralbank bis 2028 deuten darauf hin, dass sie auf eine längere Phase straffer Geldpolitik vorbereitet ist, um langfristige Stabilität zu gewährleisten, auch auf Kosten einer langsameren Entwicklung.