Großbritannien richtet KI-Gesundheitskommission ein, um medizinische Vorschriften bis 2026 zu gestalten

Großbritannien richtet KI-Gesundheitskommission ein, um medizinische Vorschriften bis 2026 zu gestalten
Diya Poddar
26. Sept. 2025, 09:15 AM
  • Den Vorsitz der Kommission führt der KI-Experte Alastair Denniston.
  • Das Vereinigte Königreich weicht vom EU-KI-Gesetz über medizinische KI-Vorschriften ab.
  • Verordnung, die darauf abzielt, Investitionen in Gesundheitstechnologie zu fördern.

Das Vereinigte Königreich hat eine neue nationale Kommission ins Leben gerufen, die sich mit dem Einsatz von künstlicher Intelligenz im Gesundheitswesen befassen soll und darauf abzielt, globale Investitionen anzuziehen und gleichzeitig die Patientensicherheit zu gewährleisten.

Die Kommission bringt Ärzte, Akademiker und Regulierungsexperten zusammen, um einen Rahmen für KI-Medizinprodukte zu entwerfen, dessen endgültige Version für 2026 erwartet wird. Auch Technologieunternehmen wie Microsoft und Google werden im Rahmen des Prozesses konsultiert.

Der Schritt kommt zu einer Zeit, in der KI zunehmend in das Gesundheitswesen integriert wird, von Diagnosewerkzeugen bis hin zu adaptiven Geräten, während die globalen Vorschriften noch unklar sind.

Kommission will KI-Regeln im Gesundheitswesen leiten

Die neue Kommission wird von Alastair Denniston, einem führenden KI-Spezialisten für das Gesundheitswesen, geleitet, während die Kommissarin für Patientensicherheit, Henrietta Hughes, als stellvertretende Vorsitzende fungiert.

Es wird Empfehlungen an die Medicines and Healthcare Products Regulatory Agency (MHRA) geben, die für die Überwachung von Medizinprodukten zuständig ist.

Laut MHRA-Chef Lawrence Tallon sind die Vorschriften für Medizinprodukte in Großbritannien mehr als 20 Jahre alt, so dass sie für das sich schnell verändernde KI-Zeitalter veraltet sind. Er warnte, dass sich die Innovation im Gesundheitswesen verlangsamen könnte, wenn sich die Regulierung nicht anpasst.

Der endgültige Rahmen wird dem Parlament im Jahr 2026 zur Genehmigung vorgelegt, wobei Teile davon wahrscheinlich Gesetzesänderungen erfordern.

Die Kommission wird sich direkt mit Patienten, Klinikern und Technologieunternehmen beraten, um Innovation und Risikomanagement in Einklang zu bringen.

KI-Einsatz im Gesundheitswesen auf dem Prüfstand

Tools der künstlichen Intelligenz sind bereits im gesamten britischen Gesundheitssektor präsent.

Sie reichen von Transkriptionssystemen, die Arzt-Patienten-Konsultationen aufzeichnen, bis hin zu fortschrittlichen Bildgebungstechnologien, die Radiologen bei der Identifizierung von Anomalien unterstützen.

Weitere Beispiele sind KI-Programme, die in der Lage sind, große Mengen an Patientendaten zu verarbeiten, um diagnostische Entscheidungen zu unterstützen, und adaptive Herzgeräte, die in Echtzeit auf Veränderungen der Herzaktivität reagieren.

Diese Technologien fallen derzeit unter die Vorschriften für Medizinprodukte, die vor über zwei Jahrzehnten erlassen wurden.

Die Weltgesundheitsorganisation hat Bedenken geäußert, dass KI im Gesundheitswesen ohne angemessene Aufsicht Risiken bergen könnte, darunter unethische Datenerfassung, Verzerrung in Algorithmen und Bedrohungen der Cybersicherheit.

Die Arbeit der Kommission zielt darauf ab, diese Regelungslücke zu schließen und klare Standards für den Einsatz zu schaffen.

Großbritannien weicht vom Ansatz der Europäischen Union ab

Weltweit debattieren Regulierungsbehörden darüber, wie KI im Gesundheitswesen am besten gehandhabt werden kann. Die Europäische Union hat bereits ihren AI Act verabschiedet, der strenge Auflagen an medizinische KI-Anwendungen stellt.

Während der Ansatz der EU von einigen Technologieunternehmen als übertrieben kritisiert wurde, hat die MHRA angedeutet, dass das Vereinigte Königreich nicht beabsichtigt, diese Regeln zu replizieren.

Stattdessen plant sie, einen Rahmen zu schaffen, der als klar, praktisch und verhältnismäßig beschrieben wird.

Der Wettbewerb um KI-Investitionen nimmt zu, da die britische Regierung kürzlich Verträge im Wert von mehreren zehn Milliarden Dollar von Unternehmen wie Microsoft und OpenAI abgeschlossen hat.

Die Beamten hoffen, dass eine transparente Regulierung den Ruf des Vereinigten Königreichs als günstiger Markt für Gesundheitstechnologie stärken und gleichzeitig das Vertrauen von Patienten und Klinikern in neue Instrumente stärken wird.

Regulatorische Klarheit als Schlüssel für Investitionen

Tallon betonte, dass die Unsicherheit in der globalen KI-Regulierung es Technologieentwicklern, Gesundheitsdienstleistern und Investoren erschwert, vorausschauend zu planen. Das Vereinigte Königreich will Klarheit schaffen, indem es klare Erwartungen an alle an der KI im Gesundheitswesen beteiligten Parteien definiert.

Während einige Unternehmen bei neuen Anforderungen vorsichtig sein mögen, sind die Regulierungsbehörden der Ansicht, dass vorhersehbare und verhältnismäßige Regeln langfristige Investitionen fördern werden.

Bis 2026 soll das Rahmenwerk einen umfassenden Satz von Standards für KI-Medizinprodukte in Großbritannien liefern, der Innovation und Rechenschaftspflicht in Einklang bringt.

Da KI bereits im klinischen Alltag verankert ist, wird die Arbeit der Kommission die Zukunft des britischen Gesundheitswesens prägen und die globalen Diskussionen über die Regulierung beeinflussen.