Paccar-Aktien steigen, nachdem Trump Zölle auf ausländische schwere Lkw ankündigt

Paccar-Aktien steigen, nachdem Trump Zölle auf ausländische schwere Lkw ankündigt
Ananthu C U
26. Sept. 2025, 17:37 PM
  • Die Paccar-Aktie stieg um 5,1 %, nachdem Trump Zölle in Höhe von 25 % auf ausländische schwere Lkw angekündigt hatte.
  • Daimler fiel, Volvo legte zu, da die Zölle die Dynamik des Lkw-Marktes zugunsten der US-Akteure verlagerten.
  • Paccar sieht sich trotz Tariferhöhung mit einer schwachen Nachfrage konfrontiert, wobei der Umsatz im Jahr 2025 voraussichtlich auf 27 Mrd. $ sinken wird.

Der Aktienkurs des US-Lkw-Herstellers Paccar stieg am Freitag, nachdem Präsident Donald Trump neue Zölle auf im Ausland hergestellte schwere Lkw angekündigt hatte.

Der Schritt, der als Maßnahme zum Schutz der heimischen Hersteller gedacht war, schlug Wellen in den weltweiten Lkw-Beständen und warf Fragen über die möglichen langfristigen Auswirkungen auf die Branche auf.

Trump sagte am Donnerstag, dass die USA ab dem 1. Oktober 2025 einen Zoll von 25 Prozent auf alle außerhalb des Landes hergestellten schweren Lkw erheben werden.

Er gab die Ankündigung auf Truth Social bekannt und nannte die Zölle eine Frage der "nationalen Sicherheit".

"Um unsere großen Hersteller von Schwerlast-Lkw vor unlauterer Konkurrenz von außen zu schützen, werde ich ab dem 1. Oktober 2025 einen Zoll von 25 % auf alle schweren (großen!) Lastwagen, die in anderen Teilen der Welt hergestellt wurden", schrieb Trump. "Daher werden unsere großen Lkw-Hersteller wie Peterbilt, Kenworth, Freightliner, Mack Trucks und andere geschützt sein."

Die Aktie von Paccar, einem Hersteller von Peterbilt- und Kenworth-Lkw, stieg am Freitag um 5,1% auf 100,45 $.

Der breiter gefasste SandP 500 und der Dow Jones Industrial Average stiegen um 0,3 % bzw. 0,5 %.

Gemischte Marktreaktion für globale Lkw-Hersteller

Die Ankündigung der Zölle hatte unterschiedliche Auswirkungen auf die globalen Lkw-Hersteller.

Der Aktienkurs des deutschen Unternehmens Daimler Truck, der Freightliner-Fahrzeuge herstellt, fiel im Überseehandel um 1,7%.

Im Gegensatz dazu legte das schwedische Unternehmen Volvo, das Mack-Lkw herstellt, um 3,5 % zu.

Sowohl die Marken Mack als auch Freightliner werden in den USA hergestellt, Daimler unterhält aber auch Lkw-Produktionskapazitäten in Mexiko.

Die Zölle könnten die Wettbewerbsdynamik neu gestalten, wobei die Anleger darauf wetten, dass Paccar und Volvo auf Kosten von Daimler Marktanteile gewinnen könnten.

Die Marktreaktion unterstreicht die Doppelnatur von Zöllen: Sie können die Kosten für Importeure erhöhen und gleichzeitig ein günstigeres Preisumfeld für inländische Produzenten schaffen.

Kurzfristig schienen die Händler den Politikwechsel als Nettogewinn für Paccar zu betrachten.

Die jüngste Aktienperformance von Paccar

Trotz der Gewinne vom Freitag ist die Paccar-Aktie im Jahr 2025 unter Druck geraten.

Zu Beginn der Sitzung fiel die Aktie seit Jahresbeginn um 8% und in den letzten 12 Monaten um 2%.

Die Rückgänge sind auf die schwächere Nachfrage auf dem Lkw-Markt zurückzuführen.

Paccar geht davon aus, dass in diesem Jahr in den USA und Kanada rund 245.000 schwere Lkw verkauft werden, gegenüber rund 260.000 Einheiten im Jahr 2024.

Die ursprünglichen Prognosen des Unternehmens für 2025 lagen bei 265.000 Einheiten, was eine schwächer als erwartete Nachfrage widerspiegelt.

Auf der finanziellen Seite erwartet die Wall Street, dass der Umsatz von Paccar laut FactSet-Daten im Jahr 2025 auf etwa 27 Milliarden US-Dollar sinken wird.

Das wäre ein Rückgang von fast 32 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024, obwohl der Umsatz voraussichtlich auf rund 29 Milliarden US-Dollar im Jahr 2026 steigen wird.

Bewertung und Ausblick

Die Paccar-Aktie wird derzeit mit dem etwa 15-fachen des geschätzten Gewinns für 2026 gehandelt, ein höheres Vielfaches als der historische Durchschnitt von etwa 12-fach.

Analysten weisen darauf hin, dass zyklische Unternehmen, wie z. B. Hersteller von Schwerlastwagen, bei Gewinnrückgängen oft mit einem erhöhten Kurs-Gewinn-Verhältnis und bei niedrigeren Multiplikatoren gehandelt werden, wenn die Gewinne in der Nähe von Höchstständen liegen.

Für die Anleger wird die Schlüsselfrage sein, ob die Zölle die kurzfristige Marktschwäche ausgleichen und Paccar für eine stärkere Performance in einer sich erholenden Branche positionieren können.

Gleichzeitig wirft der Politikwechsel umfassendere Fragen zu potenziellen Kostensteigerungen, Anpassungen der Lieferkette und langfristigen Auswirkungen auf die US-amerikanischen und globalen Lkw-Märkte auf.