Singapur weist auch Trumps Behauptung zurück, Paracetamol in der Schwangerschaft mit Autismus in Verbindung zu bringen

Singapur weist auch Trumps Behauptung zurück, Paracetamol in der Schwangerschaft mit Autismus in Verbindung zu bringen
Diya Poddar
26. Sept. 2025, 15:58 PM
  • Singapurs HSA weist Trumps Behauptung über Tylenol-Autismus zurück und führt keine wissenschaftlichen Beweise für einen Zusammenhang an.
  • Paracetamol bleibt in der Schwangerschaft sicher, wenn es wie angegeben verwendet wird, sagt die Aufsichtsbehörde HSA in Singapur.
  • Globale Gesundheitsbehörden betonen, dass es keinen nachgewiesenen Zusammenhang zwischen Paracetamol-Konsum und Autismus bei Kindern gibt.

Singapurs Health Sciences Authority (HSA) hat Behauptungen, dass die Einnahme von Paracetamol während der Schwangerschaft Autismus bei Kindern verursacht, entschieden zurückgewiesen und erklärt, es gebe keine wissenschaftlichen Beweise für solche Bedenken.

Die Klarstellung erfolgte, nachdem US-Präsident Donald Trump Anfang dieser Woche Tylenol, die meistverkaufte Paracetamol-Marke in den USA, mit Autismus in Verbindung gebracht hatte.

Auch die britischen Gesundheitsbehörden wiesen Trumps Behauptung zurück und sagten, es gebe keinen nachgewiesenen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Paracetamol in der Schwangerschaft und Autismus bei Kindern.

Seine Äußerungen lösten eine Welle der öffentlichen Diskussion aus und veranlassten die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA), ein Verfahren zur Überprüfung von Warnhinweisen auf Paracetamol-Produkten einzuleiten.

Im Gegensatz dazu hat die Aufsichtsbehörde von Singapur erklärt, dass das Arzneimittel für schwangere Frauen sicher bleibt, wenn es wie angegeben und innerhalb der vorgeschriebenen medizinischen Richtlinien für die Behandlung verwendet wird.

Trumps Äußerungen zu Paracetamol und Autismus

Die Äußerungen von Präsident Trump rückten Paracetamol ins Rampenlicht, eines der am weitesten verbreiteten rezeptfreien Medikamente der Welt.

Er sagte dem Publikum in den USA, dass schwangere Frauen Tylenol meiden sollten, und belebte damit eine anhaltende Debatte darüber, ob Paracetamol mit neurologischen Störungen in Verbindung gebracht werden könnte.

Seine Äußerungen gewannen auf Social-Media-Plattformen an Zugkraft, wobei in mehreren Beiträgen die Behauptung wiederholt wurde, dass der Konsum von Paracetamol in der Schwangerschaft zu Autismus bei Kindern beitragen kann.

Die FDA reagierte schnell und sagte, sie werde die Etiketten aktualisieren, um Sicherheitsaspekte hervorzuheben, obwohl sie keinen nachgewiesenen Zusammenhang bestätigte oder neue Beschränkungen einführte.

Ergebnisse der Regulierungsbehörde von Singapur

Die HSA in Singapur teilte am Freitag mit, dass sie keine Sicherheitsprobleme festgestellt habe, die den Konsum von Paracetamol während der Schwangerschaft mit Autismus oder anderen neurologischen Erkrankungen in Verbindung bringen.

Die Regulierungsbehörde stellte fest, dass zwar einige Studien mögliche Zusammenhänge beschrieben haben, aber keine wissenschaftliche Forschung jemals einen kausalen Zusammenhang hergestellt hat.

Gleichzeitig wies sie darauf hin, dass viele große Studien überhaupt keinen solchen Zusammenhang gefunden haben.

Paracetamol wird daher weiterhin zur Behandlung von Schmerzen oder Fieber in der Schwangerschaft empfohlen, vorausgesetzt, es wird in der niedrigsten wirksamen Dosis und für die kürzeste notwendige Dauer eingenommen, die je nach Situation erforderlich ist.

Die HSA fügte hinzu, dass unbehandelte Erkrankungen wie Fieber sowohl für die Mutter als auch für das ungeborene Kind ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko darstellen können.

In den Leitlinien wurde hervorgehoben, dass das Gleichgewicht zwischen der Gesundheit von Mutter und der Sicherheit des Fötus nach wie vor von entscheidender Bedeutung ist, und Paracetamol spielt bei dieser Versorgung weiterhin eine wichtige Rolle.

Breitere globale Reaktion

Die Debatte über die Sicherheit von Paracetamol ist nicht neu, da Forscher in verschiedenen Regionen im Laufe der Jahre Ergebnisse veröffentlicht haben, die gelegentlich auf mögliche Assoziationen mit neurologischen Problemen hinweisen.

Medizinische Behörden weltweit, auch in Europa und Asien, haben jedoch immer wieder behauptet, dass es keine schlüssigen Beweise gibt.

Die Entscheidung Singapurs, das Thema öffentlich anzusprechen, zeigt, wie Äußerungen von Staats- und Regierungschefs eines Landes die öffentliche Debatte weit über ihre Grenzen hinaus beeinflussen können.

Die Reaktion der Regulierungsbehörde unterstreicht auch, wie wichtig es ist, sich bei der Bewertung der Risiken im Zusammenhang mit Arzneimitteln, dem Wohlbefinden von Müttern und der Gesundheit von Kindern während der Schwangerschaft auf etablierte wissenschaftliche Erkenntnisse und nicht auf vorläufige oder nicht schlüssige Studien zu stützen.