Invezz

USA bestehen darauf, dass Indien die russischen Ölkäufe stoppen muss, um ein Handelsabkommen zu sichern

USA bestehen darauf, dass Indien die russischen Ölkäufe stoppen muss, um ein Handelsabkommen zu sichern
Deepali Singh
26. Sept. 2025, 14:41 PM
  • Die USA bestehen darauf, dass Indien die russischen Ölkäufe einstellt, um ein Handelsabkommen zu sichern.
  • Das Thema ist der zentrale Knackpunkt in ansonsten "konstruktiven" Verhandlungen.
  • Indien hat große Zugeständnisse gemacht, darunter den Kauf von US-Waren im Wert von 40 Milliarden Dollar.

Zwischen Washington und Neu-Delhi ist eine zunehmend angespannte diplomatische Pattsituation im Gange, da ein wegweisendes Handelsabkommen zwischen den beiden mächtigen Nationen von einem einzigen, unlösbaren Thema als Geisel genommen wird: Indiens fortgesetzter Kauf von russischem Öl.

Während beide Seiten ihre jüngste Verhandlungsrunde öffentlich als "konstruktiv" bezeichnen, ist mehr als deutlich geworden, dass der Weg zu einer Einigung direkt über Moskau führt.

Eine diplomatische Sackgasse, ein harter Preis

In einer Reihe von angespannten Treffen in Washington haben die US-Handelsunterhändler in dieser Woche ihre Position unmissverständlich klargestellt: Die Lösung der Russland-Frage ist die absolute Voraussetzung, um die strafenden Zölle zu senken, die derzeit die indischen Exporte lähmen, und ein endgültiges Handelsabkommen zu besiegeln.

Laut einer Person, die mit den privaten Gesprächen vertraut ist, verliefen die Gespräche zwar positiv, aber sie brachten keine nennenswerten Durchbrüche in diesem Kernstreitpunkt.

Es steht unglaublich viel auf dem Spiel.

Im vergangenen Monat verdoppelte Präsident Donald Trump die Zölle auf indische Waren auf erdrückende 50 Prozent und beschuldigte das Land direkt, Wladimir Putins Krieg in der Ukraine mitfinanziert zu haben.

Die USA haben bekräftigt, dass die 25-prozentige Strafe gegen Indien dazu dienen soll, "Länder davon abzuhalten, die russische Wirtschaft durch Öleinnahmen zu unterstützen".

Die indische Regierung ihrerseits schlug einen trotzigen Ton an und bezeichnete das Vorgehen der USA als "unfair, ungerechtfertigt und unangemessen".

Lösegeld des Königs in Form von Zugeständnissen

Angesichts dieser diplomatischen Sackgasse ist die indische Delegation unter der Leitung von Handelsminister Piyush Goyal mit einem Lösegeld des Königs an den Tisch gekommen.

Laut Personen, die mit der Angelegenheit vertraut sind, erwägt Neu-Delhi Großkäufe im Wert von rund 40 Milliarden Dollar aus den USA, darunter fortschrittliche Verteidigungsausrüstung und Energiegüter.

Indien hat auch angeboten, einige seiner langjährigen Beschränkungen für die Einfuhr von gentechnisch verändertem Mais und nicht zum Kerngeschäft gehörenden Milchprodukten zu lockern.

Goyal bestätigte, dass Indien bereit sei, "in den kommenden Jahren" mehr Energie aus den USA zu kaufen, ein klarer und öffentlicher Olivenzweig für die Trump-Regierung.

Ein kompliziertes Schachbrett

Aber selbst wenn Indien diese starken Anreize bietet, werden die Verhandlungen durch andere Faktoren erschwert.

Das jüngste harte Durchgreifen der Trump-Regierung gegen die Einwanderung von Fachkräften – ein Regelwerk, das indische Staatsangehörige unverhältnismäßig stark betreffen wird – hat die Gespräche weiter angespannt.

In einem mutigen und aufschlussreichen Gegenschritt haben indische Beamte auch ihren amerikanischen Kollegen eine klare Entscheidung mitgeteilt.

Wie Bloomberg am Donnerstag berichtete, würde eine deutliche Reduzierung der russischen Ölimporte im Gegenzug ein großes Zugeständnis Washingtons erfordern: Die USA müssten Indien erlauben, die Rohölkäufe von den sanktionierten Lieferanten Iran und Venezuela wieder aufzunehmen.

Bei den Verhandlungen, so scheint es, geht es nicht nur um ein einfaches Handelsabkommen. Es handelt sich um ein komplexes geopolitisches Schachspiel mit hohem Einsatz, bei dem das Schicksal eines jahrzehntelangen Bündnisses auf dem Spiel steht.