Britische Produktion fällt auf Sechsmonatstief, da JLR-Shutdown Lieferketten unterbricht

Britische Produktion fällt auf Sechsmonatstief, da JLR-Shutdown Lieferketten unterbricht
Diya Poddar
01. Okt. 2025, 12:34 PM
  • Das britische verarbeitende Gewerbe verzeichnete den stärksten Rückgang seit sechs Monaten.
  • Die Auftragseingänge aus Übersee gingen so schnell zurück wie seit den Zöllen im April nicht mehr.
  • Die Beschäftigung in den Fabriken ging den elften Monat in Folge zurück.

Das britische verarbeitende Gewerbe verzeichnete den stärksten Rückgang seit sechs Monaten, wobei die Aussetzung der Produktion in den Werken von Jaguar Land Rover (JLR) den Druck auf den Sektor bereits verstärkte.

Daten von SandP Global zeigten, dass der Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe im September auf 46,2 fiel, gegenüber 47 im August, was frühere Schnellschätzungen bestätigte und den Sektor deutlich unter der 50er-Marke hielt, die Wachstum von Schrumpfung trennt.

Die Zahlen deuteten auf den größten Rückgang sowohl der Auftragseingänge als auch der Produktion seit März hin und unterstreichen die wachsenden Herausforderungen für die britische Industrie.

Die JLR-Abschaltung erhöht den Druck auf die Werksleistung

JLR schloss vorübergehend seine Werke in Großbritannien, nachdem ein Cyberangriff den Betrieb in der gesamten Lieferkette des Autoherstellers unterbrochen hatte.

Der Stillstand wirkte sich auf die Produktionsnetzwerke aus und betraf Zulieferer, die auf konstante Bestellungen des Automobilriesen angewiesen waren.

Der Zeitplan verschärfte den bestehenden Druck im Zusammenhang mit höheren Energierechnungen und steigenden Arbeitskosten.

Während JLR ankündigte, diese Woche einen Teil der Produktion wieder aufzunehmen, strebt das Unternehmen auch einen Kredit in Höhe von 2 Mrd. £ an, wobei die britische Regierung mit einer Kreditgarantie in Höhe von 1,5 Mrd. £ einspringt, um seine finanzielle Stabilität zu unterstützen.

Auftragseingang und Exporte mit deutlichem Rückgang

Die PMI-Umfrage zeigte, dass die schwache Nachfrage für den jüngsten Abschwung von zentraler Bedeutung war.

Die Neugeschäftseingänge gingen stark zurück, wobei die Aufträge aus Übersee den schnellsten Rückgang seit April verzeichneten, als die USA weitreichende Zölle auf globale Exporte verhängten.

Der Mangel an neuen Exportaufträgen fiel mit einem breiteren Stimmungseinbruch zusammen, so dass viele Unternehmen nicht in der Lage waren, das frühere Produktionsniveau zu halten.

Laut SandP Global sorgte das Kostenumfeld für zusätzliche Belastungen, da Steueränderungen und anhaltend hohe Arbeitskosten die Gewinnmargen erodierten.

Auch die Beschäftigung in den Fabriken ging den 11. Monat in Folge zurück, was den anhaltenden Druck in der gesamten Branche widerspiegelt.

Auswirkungen von Cyberangriffen auf die Automobilzulieferkette

Unternehmen, die mit der Automobilzulieferkette verbunden sind, gehörten zu den am stärksten betroffenen Unternehmen, die von der Einstellung des Betriebs durch JLR betroffen waren.

Der Vorfall zeigte die Anfälligkeit der britischen Fertigung für Cyber-Bedrohungen, wobei selbst vorübergehende Stillstände zu Engpässen in der Produktion führten.

Branchenanalysten wiesen darauf hin, dass die Gefährdung der Lieferkette durch digitale Risiken zu einem wiederkehrenden Problem geworden ist, da die jüngsten Cybervorfälle zu Verzögerungen und Produktionsverlusten in kritischen Branchen führen.

Die JLR-Disruption war ein neues Beispiel dafür, wie Cyberangriffe bestehende Herausforderungen in Sektoren verschärfen können, die bereits mit Kosteninflation und schwacher globaler Nachfrage konfrontiert sind.

Aussichten für das verarbeitende Gewerbe bleiben schwach

Trotz der Erwartung, dass die Produktion bei JLR schrittweise wieder aufgenommen wird, sieht sich der gesamte Fertigungssektor weiterhin mit Gegenwind konfrontiert.

Die schwächere internationale Nachfrage in Verbindung mit Handelshemmnissen und dem hohen wirtschaftlichen Umfeld im Inland hat die Erholung erschwert.

Die Fabriken berichten weiterhin von begrenztem Vertrauen in neue Investitionen oder Neueinstellungen, wobei die Daten einen anhaltenden Rückgang sowohl bei den Aufträgen als auch bei der Beschäftigung bestätigen.

Während die staatliche Unterstützung für große Industrieunternehmen wie JLR eine vorübergehende Erleichterung darstellt, signalisieren die PMI-Zahlen eine anhaltende Schwäche im britischen verarbeitenden Gewerbe im weiteren Jahresverlauf.