Indonesien setzt TikTok-Lizenz nach Datenverweigerung bei Protesten aus

Indonesien setzt TikTok-Lizenz nach Datenverweigerung bei Protesten aus
Diya Poddar
03. Okt. 2025, 10:34 AM
  • Die Regierung forderte Live-Stream-Daten während der Proteste vom 25. bis 30. August an.
  • Das Ministerium hat TikTok am 16. September vorgeladen, die Frist wurde auf den 25. September festgelegt.
  • TikTok pausierte das Live-Streaming am 30. August und wurde später wieder eingeführt.

Indonesien hat die Betriebslizenz von TikTok vorübergehend ausgesetzt, nachdem sich die Social-Media-Plattform geweigert hatte, Daten aus ihren Live-Streaming-Aktivitäten während der landesweiten Proteste im August vollständig zu teilen.

Das Ministerium für Kommunikation und digitale Angelegenheiten teilte mit, TikTok habe nur unvollständige Daten zur Verfügung gestellt, obwohl es zwischen dem 25. und 30. August, als die Demonstrationen nach dem Tod eines Lieferfahrers heftig wurden, wiederholt um eine vollständige Offenlegung gebeten hatte.

Die Aussetzung ist einer der wichtigsten regulatorischen Schritte Jakartas gegen eine globale Plattform und verdeutlicht die Spannungen über die Datentransparenz und die staatliche Aufsicht über digitale Plattformen in Südostasien.

Forderungen der Regierung bei Protesten

Die Proteste Ende August veranlassten die Behörden, von TikTok Informationen über Live-Streaming-Aktivitäten in ganz Indonesien einzuholen. Das Ministerium teilte mit, dass die Datenanforderung formell im Zeitraum vom 25. bis 30. August gestellt wurde.

Am 16. September bestellten die Beamten TikTok zur direkten Klärung ein und gaben dem Unternehmen bis zum 25. September Zeit, die vollständigen Unterlagen vorzulegen.

Nach Angaben des Ministeriums antwortete TikTok in einem Schreiben vom 23. September und erklärte, dass es interne Regeln für die Offenlegung von Nutzerdaten habe und daher keinen vollen Zugang gewähren könne.

Die Beamten kamen zu dem Schluss, dass das Unternehmen seinen Verpflichtungen als lizenzierter Betreiber privater elektronischer Systeme im Land nicht nachgekommen sei.

TikTok-Sperrung angekündigt

In einer Erklärung am Freitag sagte Alexander Sabar, Generaldirektor des Ministeriums, dass die Regierung im Rahmen ihrer Aufsichtsfunktion vorübergehende Aussetzungsmaßnahmen gegen TikTok durchsetze.

Die Behörden gaben nicht an, wie lange die Aussetzung in Kraft bleiben wird, obwohl die App in Indonesien derzeit noch zugänglich ist.

TikTok hat keine unmittelbare Reaktion auf die Ankündigung abgegeben. Die Entscheidung kommt zu einer Zeit, in der Regulierungsbehörden weltweit prüfen, wie Social-Media-Unternehmen Informationen mit Regierungen teilen, insbesondere bei politisch heiklen Ereignissen.

Vorübergehender Stopp des Live-Streamings

Das Ministerium wies darauf hin, dass TikTok seine Live-Streaming-Funktion bereits am 30. August pausiert hatte, als die Proteste in mehreren indonesischen Städten eskalierten. Die Funktion wurde einige Tage später wieder eingesetzt, als die Spannungen nachließen.

Die Entscheidung der Regierung, die Betriebslizenz von TikTok auszusetzen, folgt auf das, was sie als Verstoß gegen die Zusammenarbeit ansieht, und wirft Fragen über das Gleichgewicht zwischen Plattformpolitik und staatlichen Anforderungen in Zeiten von Unruhen auf.

Weitreichendere Auswirkungen auf den indonesischen Digitalsektor

Indonesien ist einer der größten Märkte von TikTok, mit Millionen von täglichen Nutzern, die sich auf die Plattform für Unterhaltung, Nachrichten und Handel verlassen.

Die Aussetzung unterstreicht die wachsenden regulatorischen Risiken, denen globale Technologieunternehmen in großen Schwellenländern ausgesetzt sind, in denen Regierungen bei Sicherheitsvorfällen zunehmend Zugang zu Daten verlangen.

Das Ministerium hat keinen Zeitplan für die Beilegung des Streits genannt, aber der Schritt signalisiert, dass die Einhaltung nationaler Datenanfragen zu einer Kernvoraussetzung für den Betrieb in Indonesiens schnell wachsendem digitalen Ökosystem wird.

Da TikTok vorerst zugänglich bleibt, wirkt sich die Sperrung in erster Linie auf seine rechtliche Stellung aus, obwohl sie auf den Betrieb ausgeweitet werden kann, wenn keine Lösung gefunden wird.