Adani Group erneut auf dem Prüfstand: Was hinter der jüngsten Untersuchung in Indien steckt

Adani Group erneut auf dem Prüfstand: Was hinter der jüngsten Untersuchung in Indien steckt
Devesh Kumar
07. Okt. 2025, 12:38 PM
  • Gegen Adani Defence wurde wegen angeblicher Steuerhinterziehung bei Raketenteilen ermittelt.
  • Die Gruppe sieht sich weiterhin mit mehreren regulatorischen Fällen in verschiedenen Sektoren konfrontiert.
  • Adani bestreitet Fehlverhalten und hat Unterlagen vorgelegt; Die Ermittlungen dauern an.

Der Verteidigungszweig von Adani Enterprises, Adani Defence Systems and Technologies, befindet sich erneut in Schwierigkeiten, diesmal wegen Vorwürfen der Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit Raketenteilen.

Einem exklusiven Bericht von Reuters zufolge begann das indische Directorate of Revenue Intelligence (DRI) im März 2025 mit der Untersuchung der Angelegenheit, nachdem behauptet worden war, dass das Unternehmen fälschlicherweise Steuerbefreiungen für bestimmte importierte Komponenten beantragt hatte.

Die Entwicklung war ein weiteres regulatorisches Problem für die Adani-Gruppe, die bereits mit einer Überprüfung ihres Kohle-, Hafen- und Infrastrukturgeschäfts zu kämpfen hat.

Jetzt, da die Verteidigungssparte untersucht wird, rücken Fragen der Unternehmensführung und Transparenz wieder ins Rampenlicht und was dies für die Aufsicht in Indiens wachsendem Verteidigungssektor bedeutet.

Was steckt hinter der neuesten Sonde?

Die DRI-Sonde konzentriert sich auf Raketenteile, die für Boden-Luft-Systeme mit kurzer Reichweite importiert wurden, und das ist der Punkt, an dem die Dinge aus dem Ruder gelaufen zu sein scheinen.

Die Ermittler sagen, dass Adani Defence diese Teile angeblich falsch klassifiziert hat, um Steuerbefreiungen zu beanspruchen, die eigentlich nur für Langstreckenraketenkomponenten gedacht waren, was damals eindeutig gegen die Zollbestimmungen verstieß.

Laut Regierungsquellen könnte das Unternehmen Zölle im Wert von rund 770 Millionen Pfund (etwa 9 Millionen US-Dollar) umgangen haben.

Zum Vergleich: Das sind über 10 % des Jahresumsatzes von Adani Defence und mehr als die Hälfte des Gewinns für das Geschäftsjahr 2024-25.

Die Untersuchung hat nicht nur eine mögliche Fehlklassifizierung aufgedeckt, sondern auch breitere Diskussionen darüber ausgelöst, wie Zollbefreiungen gehandhabt werden und welche Art von Dokumentation für solch sensible Verteidigungsimporte erforderlich ist.

Als Reaktion darauf sagte die Adani Group, dass sie den Behörden bereits alle notwendigen Klarstellungen und Dokumente zur Verfügung gestellt habe und die Angelegenheit als "abgeschlossen" betrachte.

Die Ermittlungen des DRI sind jedoch noch nicht abgeschlossen, und frühere Fälle, wie die von Samsung und Volkswagen, deuten darauf hin, dass die Strafen hoch sein könnten, wenn sich das Fehlverhalten bestätigt, und möglicherweise bis zu 18 Millionen US-Dollar erreichen könnten, wenn 100 % Strafbestimmungen für Zollhinterziehung berücksichtigt werden.

Interessanterweise sind die fraglichen Raketenteile nicht explosiv; es handelt sich um nicht-tödliche Komponenten, die aus Russland, Israel und Kanada importiert werden, und sie machen einen erheblichen Teil der Verteidigungsimporte von Adani im Wert von 70 Millionen US-Dollar seit Januar 2024 aus.

Adanis regulatorische Hürden gehen weiter

Über die aktuellen Ermittlungen hinaus befasst sich das Konglomerat immer noch mit älteren Fällen, darunter Vorwürfe über überhöhte Rechnungsstellung von Kohleimporten, die bis ins Jahr 2014 zurückreichen.

Adani hat dort jegliches Fehlverhalten bestritten, und die Gruppe hat vor Gericht gegen die Finanzbehörden gekämpft, um weitere Untersuchungen in dieser Angelegenheit zu verhindern.

In letzter Zeit gab es eine kleine Erleichterung für die Adani Group, da die indische Marktaufsichtsbehörde Adani kürzlich von zwei Vorwürfen der Aktienmanipulation freisprach, was den Marktdruck etwas verringerte.

Aber es ist noch lange nicht vorbei: Mehr als ein Dutzend weitere Vorwürfe liegen noch auf dem Tisch, die Dinge wie Wertpapierverstöße, Governance-Versäumnisse und Offenlegungslücken betreffen.

Zusammengenommen zeigen all diese Fälle, wie viel regulatorische Aufmerksamkeit Indiens größte Unternehmensgruppen derzeit auf sich ziehen, was nicht nur ihre enorme Größe und ihren Einfluss widerspiegelt, sondern auch das verschärfte Compliance-Umfeld, das sich im Land abzeichnet.