Europäische Märkte eröffnen: Stoxx 600 flach, CAC 40 auf der Kippe, da sich die Krise der französischen Regierung verschärft

Europäische Märkte eröffnen: Stoxx 600 flach, CAC 40 auf der Kippe, da sich die Krise der französischen Regierung verschärft
Deepali Singh
07. Okt. 2025, 09:36 AM
  • Europäische Aktien eröffnen uneinheitlich, da die politische Krise in Frankreich im Mittelpunkt steht.
  • Der Rücktritt des französischen Premierministers Lecornu hat die Märkte erschüttert; Der CAC 40 fiel um 1,3 %.
  • Die deutschen Fabrikaufträge sind im August unerwartet um 0,8% gesunken, ein besorgniserregendes Zeichen.

Im Herzen Europas spielt sich ein Tag voller politischer Dramen ab, da eine Regierung in Paris am Rande des Zusammenbruchs steht und einen Markt erschaudern lässt, der bereits mit Anzeichen einer sich vertiefenden wirtschaftlichen Abschwächung zu kämpfen hat.

Die europäischen Aktien eröffneten am Dienstag mit einem gemischten und zögerlichen Bild, da die Anleger nervös auf den letzten Akt eines französischen Politthrillers blicken, der der Region eine starke Dosis Instabilität verliehen hat.

Der paneuropäische Stoxx 600 zeigte sich kurz nach der Eröffnungsglocke kaum verändert, ein Bild tiefer Unentschlossenheit, da der Markt das politische Chaos vor dem Hintergrund rekordverdächtiger Hochs an der Wall Street abwägt.

Frankreich steht nach dem überraschenden Rücktritt von Premierminister Sebastien Lecornu am Montag fest im Rampenlicht, ein Schritt, der nur einen Tag nach der Ernennung eines neuen Kabinetts und nur 27 Tagen im Amt erfolgte.

Das Ausscheiden, das den französischen CAC 40-Index um 1,3 Prozent abstürzen ließ und die Großbanken des Landes hart traf, war der Höhepunkt einer erbitterten und nicht zu gewinnenden Schlacht um den Staatshaushalt.

Doch in einer überraschenden Wendung am späten Montag gab Präsident Emmanuel Macron dem scheidenden Premierminister weitere 48 Stunden für "abschließende Gespräche" mit rivalisierenden Parteien, um zu versuchen, die Sackgasse zu überwinden.

Lecornu bestätigte die Begnadigung von X und erklärte, er werde dem Präsidenten am Mittwochabend über einen möglichen Durchbruch berichten, "damit er alle notwendigen Schlussfolgerungen ziehen kann".

Der Markt steht nun auf Messers Schneide und wartet darauf, ob eine Regierung gerettet werden kann oder ob das Land in eine tiefere Krise gestürzt wird.

Zu diesem politischen Sturm in Paris kommt noch ein besorgniserregendes Wirtschaftssignal aus Berlin hinzu. Neue Daten zu den deutschen Fabrikaufträgen haben den Markt weitgehend enttäuscht: Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe sind laut Statistischem Bundesamt gegenüber dem Vormonat um 0,8 Prozent gesunken.

Die Zahl war eine deutliche Umkehrung des von Analysten erwarteten Anstiegs von 1,1 Prozent, ein klares und besorgniserregendes Zeichen dafür, dass Europas Wirtschaftsmotor stottert.

Um die Komplexität der Sitzung noch komplexer zu machen, lieferte der britische Ölriese Shell ein gemischtes und widersprüchliches Update. Das Unternehmen gab am Dienstag bekannt, dass es erwartet, dass der Handel in seiner leistungsstarken Gassparte im dritten Quartal "deutlich höher" sein wird.

Das Unternehmen bestätigte jedoch auch, dass es durch die Absage seines Biokraftstoffprojekts in Rotterdam einen Schlag von 600 Millionen Dollar erleiden würde, eine Push-Pull-Aussage, die die widersprüchlichen Kräfte, die den Markt im Griff haben, perfekt zusammenfasst.

All dies spielt sich im langen und paradoxen Schatten der Vereinigten Staaten ab, wo der Regierungsstillstand nun schon in der zweiten Woche andauert.

In einer atemberaubenden Demonstration des Trotzes haben die US-Märkte das politische Chaos vollständig abgetan, und die Wall Street startete mit neuen Höchstständen in die neue Woche, ein Optimismus, der in einem zutiefst unsicheren Europa bisher keinen festen Halt gefunden hat.