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Plant Starmer eine britische Version von Indiens Aadhaar?

Plant Starmer eine britische Version von Indiens Aadhaar?
Devesh Kumar
09. Okt. 2025, 17:39 PM
  • Starmer hat eine von Aadhaar inspirierte digitale ID ins Auge gefasst, um britische Dienste zu modernisieren.
  • Regierung verspricht keine biometrische Verfolgung, betont Transparenz.
  • Kritiker warnen vor Risiken für die Privatsphäre und der Ausgrenzung vulnerabler Gruppen.

Der britische Premierminister Keir Starmer prüft Berichten zufolge die Idee, ein nationales digitales ID-System einzuführen, das zum Teil vom indischen Aadhaar-Programm inspiriert ist.

Das Ziel? Modernisierung der öffentlichen Dienstleistungen und Unterstützung bei der Bekämpfung illegaler Beschäftigung.

Während seiner jüngsten Reise nach Mumbai traf sich Starmer mit Nandan Nilekani, dem Kopf hinter Aadhaar, um zu erfahren, wie das System die Leistungserbringung verändert und die Korruption in einer der größten Volkswirtschaften der Welt eingedämmt hat.

Was steckt hinter Starmers Plan?

Laut den Berichten von The Guardian würde das vorgeschlagene System mit dem Spitznamen "BritCard" als zentrale digitale ID für die Bürger fungieren.

Es könnte den Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen wie Schulzulassung, Sozialhilfe, Gesundheitsversorgung und Führerscheinen erheblich erleichtern.

Die Regierung plant auch, Beschäftigungskontrollen zur Pflicht zu machen, mit dem Argument, dass dies dazu beitragen wird, gegen illegale Arbeit vorzugehen und die Einhaltung der Steuervorschriften zu verbessern.

Starmer erkannte, wie Aadhaar das indische Verwaltungssystem rationalisierte, und machte deutlich, dass die britische Version sowohl in Bezug auf das Design als auch auf die Datenpolitik ganz anders aussehen würde.

"Wir versuchen nicht, die biometrische Verfolgung zu replizieren", sagte er Berichten zufolge und betonte, dass jedes britische System Fingerabdrücke und Iris-Scans weglassen und sich stattdessen auf Inklusivität und Transparenz konzentrieren würde.

Die Labour-Regierung plant, die BritCard in ausgewählten Gebieten zu testen, bevor sie landesweit eingeführt wird, mit dem Ziel, die Einführung bis zum Ende dieser Legislaturperiode im Jahr 2029 abzuschließen.

Quellen in der Downing Street sagen, dass die digitale ID öffentlich betrieben und nicht an private Technologieunternehmen weitergegeben werden würde.

Beamte glauben, dass dieser Ansatz dazu beitragen könnte, das Vertrauen wiederherzustellen, nachdem frühere ID-Karten-Vorschläge im Jahr 2010 aufgrund von Datenschutzbedenken und Kostenüberschreitungen verworfen wurden.

Starmer formuliert den Plan als Teil seiner umfassenderen "Modern Governance"-Agenda, die darauf abzielt, Bürokratie abzubauen und den Menschen den Zugang zu staatlichen Dienstleistungen zu erleichtern.

Kritiker warnen vor Risiken für die Privatsphäre

Trotz der Zusicherungen der Regierung hat die vorgeschlagene BritCard eine hitzige Debatte in der Zivilgesellschaft und in der Politik ausgelöst.

Eine öffentliche Petition, in der die Verwerfung des Plans gefordert wird, hat nur wenige Tage nach der Ankündigung bereits über 2,8 Millionen Unterschriften gesammelt, was die Besorgnis über staatliche Übergriffe, Datenmissbrauch und schleichende Überwachung unterstreicht.

Bürgerrechtsgruppen haben davor gewarnt, dass die Einführung der Ausweispflicht die individuellen Freiheiten bedrohen und sensible Informationen dem Risiko des Missbrauchs sowohl durch den Staat als auch durch Unternehmen aussetzen könnte.

Auch die Oppositionsführer halten sich nicht zurück.

Mehrere Abgeordnete der Konservativen und Liberaldemokraten haben den Plan als "digitale Machtergreifung" scharf kritisiert und davor gewarnt, dass er gefährdete Gruppen wie Migranten ohne Papiere, einkommensschwache Bürger und ältere Menschen, die Schwierigkeiten mit dem digitalen Zugang haben, zurücklassen könnte.

Kritiker befürchten auch, dass das System am Ende die gleichen Fehler wiederholen könnte, die frühere ID-Projekte zum Scheitern verurteilt haben, die aufgrund von Sicherheitsproblemen und explodierenden Kosten fallen gelassen wurden.