Porsche-Aktienkurs durch Einbruch der Verkäufe in China gefährdet

Porsche-Aktienkurs durch Einbruch der Verkäufe in China gefährdet
Crispus Nyaga
09. Okt. 2025, 10:19 AM
  • Der Aktienkurs von Porsche ist in den letzten Monaten stark unter Druck geraten.
  • Die chinesischen Verkäufe des Unternehmens brachen im dritten Quartal ein.
  • Die technische Analyse deutet auf weitere Abwärtsbewegungen in den kommenden Wochen hin.

Der Aktienkurs von Porsche befand sich in diesem Jahr in einem starken Abwärtstrend und bewegt sich in der Nähe seines Allzeittiefs, da sich die Nachfrage verschlechtert. Er ist auf 42,7 € gestiegen und liegt damit einige Punkte über dem Rekordtief von 38,42 €. Dieser Ausverkauf könnte sich fortsetzen, wenn die Verkäufe in China einbrechen.

Porsche-Aktienkurs durch Absatzeinbruch in China gefährdet

Porsche, eines der größten Unternehmen auf dem größten Markt für Luxusautos, sieht sich mit großem Gegenwind konfrontiert, da seine Verkäufe in seinen Schlüsselmärkten einbrechen.

In einer Erklärung vom Donnerstag stellte das Unternehmen fest, dass seine Verkäufe in China im dritten Quartal um 21% gesunken sind, da die Nachfrage nach Luxusautos nachließ und sich die Chinesen für lokale Fahrzeuge von Unternehmen wie Nio, Xpeng und Xiaomi entschieden haben

In der Folge sanken die Auslieferungen im Quartal um 5,7 Prozent auf 66.000 Fahrzeuge. Dieser Unfall spiegelte die Leistung anderer deutscher Fahrzeuge wie Mercedes-Benz und BMW wider.

Auch in Europa hat Porsche weiterhin zu kämpfen, wo die Nachfrage nach Fahrzeugen ins Stocken geraten ist und chinesische Marken wie BYD und Nio begonnen haben, Marktanteile zu gewinnen.

Vor allem aber hat sich das Geschäft des Unternehmens in den Vereinigten Staaten verschlechtert, ein Trend, der sich fortsetzen könnte, nachdem Donald Trump die Zölle auf europäische Fahrzeuge eingeführt hat. Porsche ist diesen Zöllen stärker ausgesetzt, da das Unternehmen im Gegensatz zu BMW und Mercedes keine Produktionsstätten in den USA hat. Dies erklärt, warum das Unternehmen seine Prognose in diesem Jahr viermal gesenkt hat.

Porsches Rentabilität ist in Schwierigkeiten

Die jüngsten Ergebnisse zeigten, dass sich das Geschäft von Porsche im ersten Halbjahr weiter verschlechtert hat. Der Umsatz sank im ersten Halbjahr auf 18,15 Milliarden Euro nach 19,4 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Dieser Umsatz erfolgte, als das Unternehmen 146.000 Fahrzeuge verkaufte, gegenüber 155.000 zuvor.

Am wichtigsten ist, dass die Rentabilität des Unternehmens im ersten Halbjahr des Jahres weiter einbrach und von 2,15 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum auf 718 Millionen Euro sank.

Porsche ergreift Maßnahmen, um den anhaltenden Einbruch zu beheben. So verlangsamt sie beispielsweise die Einführung von Elektrofahrzeugen und konzentriert sich hauptsächlich auf Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor (ICE). So soll der neue Cayenne, der ursprünglich als Elektrofahrzeug gedacht war, zunächst als ICE-Fahrzeug angeboten werden.

Auch die bestehenden Verbrenner-Modelle bleiben länger verfügbar, wobei das Unternehmen in den kommenden Jahren Nachfolgemodelle auf den Markt bringen will.

Darüber hinaus kündigte Porsche an, die Entwicklung neuer Plattformen für Elektrofahrzeuge neu zu planen. All dies hat zur Folge, dass das Management davon ausgeht, dass es in naher Zukunft deutlich höhere Abschreibungsverluste ausweisen wird.

Porsches Meinungswechsel ist ein Eingeständnis, dass die vor einigen Jahren eingeführte EV-Strategie nicht funktioniert. Während der erste Porsche Taycan anfangs starke Verkaufszahlen verzeichnete, verblasste der Kurs, als diese Fahrzeuge erheblich an Wert verloren.

Analyse des Aktienkurses von Porsche

Der Tageschart zeigt, dass der Aktienkurs von Porsche vor einigen Monaten versuchte, sich zu erholen und dann im Juli bei 47,72 € auf erheblichen Widerstand stieß.

Er ist nun abgestürzt und unter die 50- und 100-Tage exponentiellen gleitenden Durchschnitte (EMA) gefallen. Er nähert sich dem wichtigen Unterstützungsniveau bei 38,42 €, seinem Tiefststand im April dieses Jahres.

Die Aktie hat auch ein kleines steigendes Keilmuster gebildet, das ein übliches bärisches Umkehrmuster ist.

Daher wird die Aktie in den kommenden Wochen wahrscheinlich einen starken Abwärtstrend erleben, wobei das nächste Ziel bei 38,42 €, dem niedrigsten Stand im April, liegt.