Tilray-Aktie: Warum die Optionsdaten trotz solider Q1-Ergebnisse nach unten verzerrt sind

Tilray-Aktie: Warum die Optionsdaten trotz solider Q1-Ergebnisse nach unten verzerrt sind
Wajeeh Khan
09. Okt. 2025, 19:08 PM
  • Tilray meldet für das erste Quartal marktübertreffende Finanzzahlen.
  • Die Optionsdaten sind bei TLRY-Aktien immer noch nach unten verzerrt.
  • Hier ist, was die Händler der Tilray-Aktie im Jahr 2025 beunruhigt.

Tilray Brands Inc (NASDAQ: TLRY) stieg heute bei der Markteröffnung sprunghaft an, nachdem es die Schätzungen der Wall Street für das 1. Quartal des Geschäftsjahres übertroffen hatte, mit einem Nettogewinn von 1,5 Mio. $ und einem Umsatzanstieg auf einen Rekordwert von 210 Mio. $.

Ein Teil der Dynamik heute Morgen hängt auch mit dem Optimismus in Bezug auf die Umstufung von Cannabis unter der Trump-Regierung zusammen.

Dennoch positionieren sich Optionshändler offensichtlich für bevorstehende Abwärtsbewegungen.

Laut den Optionsdaten von Barchart beträgt die kurzfristig erwartete Bewegung der TLRY-Aktien 16,53% mit einer Neigung zur Untergrenze von 1,803 $, und längerfristige Kontrakte, die im Januar 2025 auslaufen, spiegeln ebenfalls eine ähnliche Vorsicht wider.

Hier sind die drei wichtigsten Gründe, warum die Optionspreise für Tilray-Aktien nach wie vor nach unten tendieren.

Margenkompression könnte die Tilray-Aktie belasten

Während das Umsatzwachstum und die Rückkehr in die Gewinnzone am Donnerstag für Schlagzeilen sorgten, zeigt ein genauerer Blick auf die Gewinnveröffentlichung von Tilray den Margendruck und die Schwäche auf Segmentebene.

Im ersten Quartal sank die Bruttomarge des Unternehmens um 300 Basispunkte (im Jahresvergleich) auf 27 %, was auf einen starken Rückgang der Cannabismargen um vier Prozentpunkte zurückzuführen ist.

Darüber hinaus verzeichnete die Getränkesparte – einst als Wachstumsmotor angepriesen – einen stagnierenden Umsatz und rückläufige Margen, wobei der Bruttogewinn im Vergleich zum Vorjahr um bis zu 1,6 Mio. $ zurückging.

Der Vorstandsvorsitzende von Tilray, Irwin Simon, räumte die Belastung ein und verwies auf die Rationalisierung von SKUs im Rahmen von Project 420.

Für ein Unternehmen, das auf diversifiziertes Wachstum setzt, werfen diese Trends Fragen zur Skalierbarkeit und Preissetzungsmacht auf.

Optionshändler könnten sich daher gegen eine Umkehr der TLRY-Aktien absichern, sobald die Gewinneuphorie nachlässt und sich die Fundamentaldaten wieder durchsetzen.

Regulatorisches Risiko bleibt ein Überhang für TLRY-Aktien

Der Aktienkurs von Tilray ist in den letzten Monaten explodiert, was zum Teil auf den Optimismus in Bezug auf die Umschuldung von Cannabis in den USA und die europäische Liberalisierung zurückzuführen ist.

Die Optionsmärkte signalisieren jedoch Vorsicht, da der regulatorische Zeitplan und das Ausführungsrisiko groß sind.

Die von der DEA vorgeschlagene Neueinstufung von Cannabis in Schedule III ist zwar ein Schritt nach vorne, garantiert aber keine vollständige Legalisierung oder unmittelbare Umsatzsteigerung.

Auch die europäischen Märkte sind nach wie vor fragmentiert, da sich die Legalisierung in Deutschland noch in einem frühen Stadium befindet. "Wir sind von unserer globalen Plattform überzeugt", sagte Simon, "aber regulatorische Fortschritte brauchen Zeit."

Händler könnten die Möglichkeit einpreisen, dass es länger dauert, bis sich diese Katalysatoren materialisieren – oder dass die Wettbewerbsdynamik ihre Auswirkungen abschwächt.

Kurz gesagt, der regulatorische Rückenwind für die TLRY-Aktie ist real, aber noch nicht zuverlässig.

Tilray Brands bleibt ein Penny Stock

Schließlich sind die Optionsdaten auch deshalb nach unten verzerrt, weil es sich bei Tilray um einen Penny Stock handelt, der anfällig für ungewöhnliche Volatilität ist und starke Bewegungen verzeichnet, die auf dem Hype und dem Momentum des Einzelhandels statt auf den Fundamentaldaten basieren.

Während das Unternehmen in diesem Quartal die Nasdaq-Konformität wiedererlangt hat, bedeuten der hohe Streubesitz und der geringe institutionelle Besitz, dass die Stimmung schnell umschlagen kann.

Allein im August und September wurden über eine Milliarde TLRY-Aktien gehandelt, was eher spekulatives Interesse als fundamentale Überzeugung widerspiegelt.

Optionshändler sichern sich in solchen Setups oft aggressiv ab – und antizipieren Volatilität unabhängig von den Erträgen. Für langfristig orientierte Anleger ist das Pennystock-Etikett ein Warnsignal: Es signalisiert Risiko, nicht Widerstandsfähigkeit.

Solange Tilray keine stabilere Bewertungsbasis aufbaut, wird der Schutz vor Verlusten gefragt bleiben.

Aus diesem Grund stuft die Wall Street die Tilray-Aktie nur mit "Halten" ein, mit einem Mittelziel von 93 Cent, was auf ein mögliches Abwärtspotenzial von fast 60% von hier hindeutet.