Europäische Märkte eröffnen: Stoxx 600 flach, da Nachrichten über den Frieden im Nahen Osten Rüstungsunternehmen treffen

Europäische Märkte eröffnen: Stoxx 600 flach, da Nachrichten über den Frieden im Nahen Osten Rüstungsunternehmen treffen
Deepali Singh
10. Okt. 2025, 10:00 AM
  • Die europäischen Märkte eröffneten gemischt, wobei der paneuropäische Stoxx 600 flach blieb.
  • Rüstungsaktien stürzen aufgrund der zaghaften Anzeichen für ein Friedensabkommen im Nahen Osten ab.
  • Der Stoxx Europe Aerospace and Defense Index ist um 0,7 Prozent gefallen.

Eine fragile und zaghafte Hoffnung auf Frieden im Nahen Osten sorgt für einen mächtigen und paradoxen Schauer an den europäischen Märkten, wobei die Rüstungsaktien am Freitag zur Eröffnung einbrachen, da die Anleger beginnen, die Aussicht auf ein Ende des zweijährigen Gaza-Krieges einzupreisen.

Diese dramatische sektorale Rotation entfaltet sich in einem breiteren Markt, der auf der Stelle tritt und zwischen den positiven geopolitischen Entwicklungen und einer neuen wirtschaftlichen Bedrohung, die von China ausgeht, gefangen ist.

Der paneuropäische Stoxx 600 bewegte sich im frühen Handel um die Seitwärtslinie, ein Bild tiefer Unentschlossenheit, das die mächtigen Gegenströmungen verdeckt.

Während sich die meisten Sektoren im positiven Bereich befinden, belastet ein starker Ausverkauf in der Verteidigungs- und Bergbauindustrie den Gesamtindex stark.

Ein Sektor auf dem Rückzug: Die Gefahr einer Friedensdividende

Die größte Meldung des Vormittags ist der scharfe Rückzug im europäischen Verteidigungssektor.

Der regionale Stoxx Europe Aerospace and Defense Index ist um 0,7 Prozent gefallen, eine direkte Reaktion auf die Nachricht, dass ein von den USA vermitteltes Friedensabkommen zwischen Israel und der Hamas in Kraft tritt.

Am Donnerstagabend hat die israelische Regierung offiziell die erste Stufe des Abkommens genehmigt, die die Freilassung der von der Hamas festgehaltenen Geiseln vorsieht.

Es bleibt zwar unklar, ob sich die militante Gruppe vollständig entwaffnen wird, wie es im Plan von Präsident Donald Trump vorgesehen ist, aber es wird erwartet, dass ein Waffenstillstand innerhalb von 24 Stunden in Kraft tritt.

Dieser Hoffnungsschimmer auf ein Ende des Konflikts wurde als direkte Bedrohung für die Gewinne der Rüstungskonzerne des Kontinents interpretiert, wobei die deutschen Verteidigungsminister Hensoldt und Renk jeweils über 3 Prozent verloren.

Der chinesische Druck: Eine neue Front in den Ressourcenkriegen

Gleichzeitig trifft ein weiterer kräftiger Gegenwind aus einer anderen Richtung auf den Markt. Auch europäische Bergbauaktien stehen unter Druck, der Stoxx Europe Basic Resources Index verlor 1,2 Prozent.

Der Ausverkauf ist eine direkte Folge von Chinas neuen Exportkontrollen für Seltenerdmineralien, eine Gruppe von Materialien, die für eine Vielzahl von Technologien von entscheidender Bedeutung sind, von Verteidigungssystemen bis hin zu Unterhaltungselektronik.

Der Schritt Pekings ist eine eindringliche Erinnerung an seine Dominanz in der globalen Lieferkette und hat eine Welle der Angst durch die Branchen geschickt, die von seinen Ressourcen abhängig sind.

Diese Schwäche im Bergbausektor ist eine scharfe Kehrtwende gegenüber Anfang der Woche, als die Aktien nach der Nachricht, dass die EU plant, ihre eigenen Stahlzölle zu erhöhen, gestiegen waren.

Inmitten der Düsternis bilden einige Bereiche der Unternehmensstärke einen bullischen Kontrapunkt.

Der dänische Kreditgeber Jyske Bank führt den Stoxx 600 mit einem Plus von 4,6 Prozent an, nachdem er seine Gewinnprognose deutlich angehoben hat.

Aber im Moment ist die Aufmerksamkeit des Marktes fest auf den doppelten Druck einer möglichen Friedensdividende und einer neuen Front in den globalen Ressourcenkriegen gerichtet.