Chinas Exporte steigen im September um 8,3 %, Importe steigen um 7,4 % und übertreffen beide die Prognosen

Chinas Exporte steigen im September um 8,3 %, Importe steigen um 7,4 % und übertreffen beide die Prognosen
Deepali Singh
13. Okt. 2025, 06:16 AM
  • Sowohl Chinas Exporte als auch Importe stiegen im September sprunghaft an und übertrafen damit alle Prognosen.
  • Die Exporte kletterten um 8,3 Prozent und damit so schnell wie seit sechs Monaten nicht mehr.
  • Die Importe stiegen um 7,4 Prozent, der stärkste Zuwachs seit über einem Jahr.

In einer atemberaubenden und trotzigen Demonstration wirtschaftlicher Stärke erwachte Chinas Handelsmotor im September zum Leben, wobei sowohl die Exporte als auch die Importe auf das schnellste Tempo seit Monaten anstiegen und alle Erwartungen deutlich übertrafen.

Dieser kräftige wirtschaftliche Aufschwung ist eine starke und zeitgemäße Botschaft an Washington, ein klares Signal, dass die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt trotz eines neuen und aggressiveren Wortkriegs nicht nur überlebt, sondern floriert.

Ein Schub von unerwarteter Stärke

Chinas Exporte stiegen im September gegenüber dem Vorjahr um beachtliche 8,3 Prozent, eine dramatische Beschleunigung gegenüber dem Sechsmonatstief im August und deutlich über dem von Ökonomen prognostizierten Anstieg von 7,1 Prozent.

Die noch größere Überraschung kam jedoch von der Importseite, die im vergangenen Monat um unglaubliche 7,4 Prozent zulegte und damit die Schätzungen von nur 1,5 Prozent übertraf und das stärkste Importwachstum seit April 2024 markierte.

Diese aussagekräftigen Daten sind ein klares Zeichen für eine robuste Binnennachfrage und eine globale Exportmaschinerie, die trotz der dunklen Wolken eines Handelskriegs, die sich nicht auflösen wollen, weiterhin auf Hochtouren läuft.

Ein neuer Krieg der Worte, ein bekanntes Muster von Drohungen

Diese Demonstration wirtschaftlicher Stärke findet vor dem Hintergrund einer gefährlichen und raschen Eskalation der Spannungen zwischen Peking und Washington statt.

In den letzten Tagen haben beide Seiten eine Salve von Spitzen ausgetauscht und ihre jeweiligen Beschränkungen verschärft – ein bekanntes und unheilvolles Muster, das alle Fortschritte der bilateralen Handelsgespräche Anfang des Jahres zu untergraben droht.

Präsident Donald Trump hat mit einer neuen, erdrückenden 100-prozentigen Abgabe auf chinesische Exporte und strengeren Kontrollen für kritische Software gedroht.

Peking wiederum hat seine eigenen Beschränkungen für Exporte von Seltenen Erden ausgeweitet und eine neue kartellrechtliche Untersuchung gegen den US-Halbleiterriesen Qualcomm eingeleitet.

In einem besonders vielsagenden und symbolischen Schritt haben beide Seiten nun damit gedroht, den Schiffen der jeweils anderen Seite neue Gebühren für das Anlegen in ihren Häfen aufzuerlegen, wobei die neuen Abgaben am selben Tag, dem 14. Oktober, in Kraft treten sollen.

"Drohen ist nicht der richtige Weg"

Bewaffnet mit seinen überraschend starken Handelsdaten schlägt Peking nun einen zunehmend trotzigen und selbstbewussten Ton an.

Der Sprecher des chinesischen Zolls, Lyu Daliang, sagte am Montag auf einer Pressekonferenz, Peking hoffe, die USA würden erkennen, dass sie den "falschen Ansatz" verfolgen, und forderte Washington auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Dies wurde auch vom Handelsministerium bestätigt, das erklärte, dass "die Androhung hoher Zölle auf Schritt und Tritt nicht der richtige Weg ist, um mit China auszukommen".

"Wenn die USA auf ihrem eigenen Kurs beharren, wird China entschlossen entsprechende Maßnahmen ergreifen, um seine legitimen Rechte und Interessen zu wahren", warnte das Ministerium.

Während der weitere Weg zutiefst ungewiss bleibt und die chinesischen Beamten selbst eingeräumt haben, dass die Stabilisierung des Handels im letzten Quartal des Jahres eine Herausforderung sein wird, ist eines nun mehr als klar.

In diesem wirtschaftlichen und politischen Schachspiel mit hohem Einsatz glaubt China, eine überraschend starke Hand in der Hand zu haben.