Die Handelsspannungen zwischen den USA und China eskalieren, da Trump droht, die Einfuhr von Speiseöl zu stoppen

Die Handelsspannungen zwischen den USA und China eskalieren, da Trump droht, die Einfuhr von Speiseöl zu stoppen
Diya Poddar
15. Okt. 2025, 09:12 AM
  • Die Aktien von Bunge und ADM erholen sich nach Trumps Äußerungen.
  • US-Landwirte sehen sich mit niedrigen Preisen und verzögerten Hilfen inmitten des Regierungsstillstands konfrontiert.
  • Die Handelsgespräche dauern an, aber es drohen Zölle vor Ablauf der Frist im November.

US-Präsident Donald Trump hat die Spannungen zwischen Washington und Peking neu entfacht und davor gewarnt, dass seine Regierung die Einfuhr von Speiseöl aus China stoppen könnte.

Der Schritt, der als Vergeltung für Pekings Weigerung getarnt ist, amerikanische Sojabohnen zu kaufen, hat Befürchtungen vor einer erneuten Störung des globalen Agrarhandels geweckt und die Finanzmärkte, die gerade erst begonnen hatten, sich zu stabilisieren, erschüttert.

Bloomberg berichtet, dass Trump Chinas Entscheidung, US-Sojabohnen zu meiden, als "wirtschaftlich feindlichen Akt" bezeichnete und Peking beschuldigte, amerikanischen Landwirten absichtlich zu schaden.

In den sozialen Medien sagte er, die USA könnten "problemlos selbst Speiseöl produzieren" und müssten es daher "nicht aus China kaufen".

Seine Äußerungen schlugen schnell an den Märkten Wellen, schickten den SandP 500 nach unten und schürten erneut die Besorgnis der Anleger über einen möglichen Handelskrieg.

Marktreaktion und Auswirkungen auf globale Händler

Laut Bloomberg stiegen die Aktien von Bunge Global SA und Archer-Daniels-Midland Co., zwei der weltweit größten Ölsaatenverarbeiter, nach Trumps Ankündigung stark an und machten frühere Rückgänge wieder wett.

Der breitere Aktienmarkt gab jedoch nach, da die Anleger die möglichen Auswirkungen der eskalierenden Handelsspannungen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt bewerteten.

Das Thema Altspeiseöl (UCO) ist in den letzten Jahren besonders umstritten geworden. Die Importe aus China stiegen im Jahr 2024 auf ein Rekordniveau, da amerikanische Biokraftstoffhersteller das billigere ausländische Angebot zur Herstellung von erneuerbarem Diesel nutzten.

Dies löste bei den heimischen Sojabauern Besorgnis aus, die argumentierten, dass der Zustrom chinesischer Importe die Nachfrage nach ihren Ernten untergraben habe.

Erneuter Fokus auf Politik für erneuerbare Kraftstoffe

Die Biden-Regierung hatte zuvor versucht, die Flut von importiertem UCO zu begrenzen, indem sie ausländische Lieferungen von einer wichtigen Steuergutschrift ausschloss, um lokale Produzenten zu unterstützen.

Trump, der ins Weiße Haus zurückkehrt, hat diesen Ansatz verdoppelt und neue Beschränkungen vorgeschlagen, um die Abhängigkeit von chinesischen Importen zu verringern.

Seine Position wurde von der American Soybean Association und anderen Landwirtschaftsverbänden unterstützt, die sagen, dass die chinesische Politik den Preisdruck für die US-Erzeuger verschärft hat.

Die Landwirte, die bereits mit niedrigen Erntepreisen und einem schleppenden Exportmarkt zu kämpfen haben, sehen sich nun mit Unsicherheit über die staatlichen Hilfspakete konfrontiert.

Pläne, sie für handelsbedingte Verluste zu entschädigen, haben sich aufgrund des anhaltenden Regierungsstillstands verzögert. Viele in der Landwirtschaft halten jedoch daran fest, dass sie eine langfristige Handelsstabilität mit China einer kurzfristigen Finanzhilfe vorziehen.

Handelsgespräche und Zollunsicherheit

Zuvor hatte sich der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer optimistisch geäußert, dass die Gespräche zwischen Washington und Peking voranschreiten, und sagte, dass hochrangige Beamte Gespräche geführt hätten und dass Trump und der chinesische Präsident Xi Jinping immer noch ein Treffen noch in diesem Monat planen.

Bloomberg merkt an , dass Trump diese Meinung teilte und Reportern sagte, dass die Beziehung zu China zwar "fair" sei, aber immer noch in beide Richtungen gehen könne.

Spätere Bemerkungen über Speiseöl und Zölle kehrten diesen Optimismus jedoch schnell um. Trump hat außerdem mit einem Zoll von 100 Prozent auf chinesische Waren bis zum 1. November gedroht, abhängig vom nächsten Schritt Pekings.

Die beiden Länder hatten sich zuvor darauf geeinigt, die Zölle niedriger zu halten, um im Gegenzug den Fluss von Seltenerdmineralien und Halbleitermaterialien aufrechtzuerhalten. Dieser Waffenstillstand soll jedoch am 10. November auslaufen.

Während sich beide Länder vor neuen Handelsverhandlungen in Stellung bringen, droht die Möglichkeit eines weiteren großen wirtschaftlichen Zusammenstoßes – einer, der die globalen Märkte und Lieferketten, die bereits durch jahrelange Zollstreitigkeiten angespannt sind, erneut auf die Probe stellen könnte.