Trumps Zölle erhöhen den Inflationsdruck, sagt die Fed im Beige Book-Bericht

Trumps Zölle erhöhen den Inflationsdruck, sagt die Fed im Beige Book-Bericht
Ananthu C U
15. Okt. 2025, 21:23 PM
  • Die Fed sagt, dass Trumps Zölle die Preise in die Höhe treiben, da die Unternehmen mit höheren Kosten konfrontiert sind und diese an die Verbraucher weitergeben.
  • Das Wirtschaftswachstum ist stabil, aber der Inflationsdruck steigt in mehreren Fed-Distrikten.
  • Der Shutdown der Regierung verzögert wichtige Daten, da die Fed die Inflation vor ihrer Oktober-Sitzung beobachtet.

Der jüngste Beige Book-Bericht der Federal Reserve deutet darauf hin, dass sich der Inflationsdruck in den USA infolge der Zölle von Präsident Donald Trump verschärft hat, die die Unternehmen gezwungen haben, entweder höhere Kosten zu tragen oder sie an die Verbraucher weiterzugeben.

Der Bericht, der am Mittwoch veröffentlicht wurde, bietet eine der detailliertesten Momentaufnahmen der Wirtschaftslandschaft des Landes in den letzten Wochen und hebt die wachsenden Herausforderungen hervor, die sich aus dem anhaltenden Handelskrieg mit China und einem anhaltenden Regierungsstillstand ergeben.

Zölle treiben Preisdruck

Nach Angaben der Fed sind "die Preise im Berichtszeitraum weiter gestiegen", wobei in vielen der 12 Bezirke der Zentralbank tarifbedingte Kostensteigerungen gemeldet wurden.

Das Beige Book, das achtmal im Jahr erstellt wird, stellte fest, dass sich das Gesamttempo des Wirtschaftswachstums seit dem letzten Bericht vom 3. September zwar "kaum verändert" hat, sich die Preisdynamik jedoch deutlich verschoben hat.

Unternehmen in mehreren Sektoren berichteten, dass sie zwischen höheren Inputkosten und Preiserhöhungen hin- und herfahren mussten.

Einige Unternehmen haben sich dafür entschieden, die Preise stabil zu halten, um wettbewerbsfähig zu bleiben und inflationsempfindliche Kunden zu halten, während andere die zusätzlichen Kosten direkt an die Verbraucher weitergegeben haben.

"In vielen Bezirken wurden tarifbedingte Inputkostensteigerungen gemeldet", heißt es in dem Bericht, obwohl der Grad der Preisweitergabe unterschiedlich war.

In einigen Regionen hat die nachlassende Nachfrage sogar zu niedrigeren Materialpreisen geführt, was auf ein fragmentiertes Inflationsbild hindeutet, das sowohl von der Handelspolitik als auch von der uneinheitlichen Konsumtätigkeit geprägt ist.

Der Bericht kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sich Trumps Handelskrieg mit China verschärft.

Peking verhängte kürzlich Beschränkungen für Seltenerdmaterialien, die für die Technologie- und Verteidigungsproduktion von entscheidender Bedeutung sind, was Trump dazu veranlasste, als Vergeltung mit Zöllen von 100 % auf chinesische Importe zu drohen.

Wirtschaftswachstum und Arbeitsmarkt halten sich stabil

Abgesehen von den Inflationssorgen bezeichnete das Beige Book das Wirtschaftswachstum und die Arbeitsbedingungen als weitgehend stabil.

Die Nachfrage blieb in den meisten Bezirken "gedämpft", während sich die Arbeitsmärkte kaum veränderten, was darauf hindeutet, dass die US-Wirtschaft trotz des politischen Gegenwinds ein langsames, aber stetiges Tempo beibehält.

Die regionalen Berichte der Zentralbank deuteten auf eine moderate Konsumaktivität hin, wobei die Ausgaben in den letzten Wochen gesunken sind.

Die Fed stellte jedoch eine klare Kluft zwischen den Einkommensgruppen fest: Haushalte mit höherem Einkommen gaben weiterhin robust für Luxusgüter und Reisen aus, während sich Verbraucher mit mittlerem und niedrigerem Einkommen zunehmend auf Rabatte und Werbeaktionen konzentrierten.

Die Zukunftserwartungen schienen in einigen Bezirken vorsichtig optimistisch zu sein, obwohl die Philadelphia Fed Bedenken äußerte, dass ein längerer Regierungsstillstand die Stimmung weiter dämpfen könnte.

Abschaltung schränkt wirtschaftlichen Datenfluss ein

Die Veröffentlichung des Beige Book erfolgt inmitten eines dreiwöchigen Regierungsstillstands, der den Fluss wichtiger Wirtschaftsdaten von Behörden wie dem Arbeits- und Handelsministerium eingeschränkt hat.

Der Mangel an neuen Zahlen hat die Bewertung der Inflation, der Beschäftigung und der allgemeinen wirtschaftlichen Dynamik im Vorfeld der für den 28. und 29. Oktober geplanten Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) erschwert.

Eine gewisse Erleichterung ist jedoch in Sicht.

Die Mitarbeiter des Bureau of Labor Statistics (BLS) wurden zurückgerufen, um den Bericht über den Verbraucherpreisindex (VPI) vorzubereiten – ein entscheidendes Maß für die Inflation und eine wichtige Determinante für die Anpassung der Lebenshaltungskosten für Sozialversicherungsempfänger.

Die VPI-Daten, die ursprünglich in dieser Woche fällig sind, werden nun am 24. Oktober veröffentlicht und markieren den endgültigen Inflationswert der Fed vor ihrer geldpolitischen Sitzung.

Während das Beige Book auf ein stetiges Wachstum und stabile Beschäftigung hinweist, unterstreichen seine Ergebnisse die inflationären Auswirkungen der Zollpolitik – ein Faktor, der die nächsten Schritte der Zentralbank erschweren könnte, da sie das Gleichgewicht zwischen der Unterstützung des Wachstums und der Eindämmung des Preisdrucks abwägt.