Die 350-Milliarden-Dollar-Pattsituation: Hinter den Kulissen des angespannten Handelsshowdowns zwischen den USA und Südkorea

Die 350-Milliarden-Dollar-Pattsituation: Hinter den Kulissen des angespannten Handelsshowdowns zwischen den USA und Südkorea
Deepali Singh
17. Okt. 2025, 07:09 AM
  • Südkorea führt intensive Gespräche mit den USA über ein Handelsabkommen, bei denen viel auf dem Spiel steht.
  • Eine Investitionszusage von 350 Milliarden Dollar ist der wichtigste Knackpunkt in den Gesprächen.
  • Die USA fordern, dass die Investitionen "im Voraus" getätigt werden, was Seoul ablehnt.

Eine hochrangige südkoreanische Delegation ist diese Woche mit einer hektischen diplomatischen Mission in Washington beschäftigt, einem letzten verzweifelten Versuch, einen gefährlichen zweimonatigen Stillstand zu überwinden, der ein wegweisendes Handelsabkommen ins Stocken gebracht und die mächtige Autoindustrie des Landes in einen gefährlichen Schwebezustand versetzt hat.

Im Mittelpunkt des Streits steht ein kolossales Investitionsversprechen in Höhe von 350 Milliarden Dollar, ein Deal-Punkt, der zu einem Hauptstreitpunkt zwischen den beiden Verbündeten geworden ist.

Die 350-Milliarden-Dollar-Pattsituation

Das Investitionsversprechen ist das Kernstück eines umfassenderen Handelsabkommens, das die US-Zölle auf koreanische Waren auf 15 Prozent begrenzen sollte. Da die Details des Fonds jedoch immer noch heftig diskutiert werden, ist die versprochene Zollerleichterung nicht eingetreten.

Die USA haben ihre Zölle auf südkoreanische Autos noch nicht von 25 Prozent gesenkt, eine Verzögerung, die die Autohersteller des Landes gegenüber ihren japanischen Rivalen, die sich bereits ihre eigenen Zollerleichterungen gesichert haben, stark benachteiligt.

Der Kern der Sackgasse ist die Forderung von Präsident Donald Trump, Seouls massives Investitionspaket "im Voraus" zu schnüren.

Südkorea hat sich energisch dagegen gewehrt und argumentiert, dass ein solch massiver, sofortiger Kapitalabfluss – eine Menge, die mehr als 80 Prozent seiner gesamten Devisenreserven ausmacht – seine Währung gefährlich schwächen und seine Wirtschaft destabilisieren könnte.

Die Suche nach einem finanziellen Rettungsanker

Um den Stillstand zu überwinden und die eigene Finanzstabilität zu schützen, drängt Seoul nun auf ein entscheidendes Zugeständnis Washingtons: die Einrichtung eines Währungsswap-Abkommens.

Finanzminister Koo Yun-cheol bestätigte, dass er dem US-Finanzminister Scott Bessent persönlich mitgeteilt habe, dass es einfach nicht machbar sei, die Investition im Voraus in bar zu tätigen.

"Sobald eine alternative Struktur vorgeschlagen wird, werden wir die damit verbundene Devisennachfrage bewerten und prüfen, ob sie in einer Spanne gesteuert werden kann, die die Stabilität des koreanischen Devisenmarktes gewährleistet", sagte Koo in einem Fernsehinterview mit Reportern.

Die Zeitung Munhwa Ilbo berichtete, dass Seoul Gespräche über einen Währungsswap nach "argentinischem Stil" führt, eine Vereinbarung, die vom US-Finanzministerium finanziert werden und als starke Absicherung gegen mögliche Währungsschwankungen dienen würde.

Gefangen im Kreuzfeuer eines größeren Krieges

Dieser bilaterale Drahtseilakt wird durch den langen und bedrohlichen Schatten des Handelskriegs zwischen den USA und China noch komplizierter.

In einem Schritt, der die Gespräche um eine neue Spannungsebene erweitert hat, hat China die US-Einheit des südkoreanischen Schiffbauriesen Hanwha Ocean Co. mit Sanktionen belegt.

Der Schritt ist eine direkte Reaktion auf eine Schiffbauinitiative der USA und Südkoreas, und das US-Außenministerium hat Chinas Vorgehen bereits als "unverantwortlichen Versuch" verurteilt, die Zusammenarbeit zwischen den beiden Verbündeten zu stören.

Da die Uhr für einen großen Wirtschaftsgipfel im asiatisch-pazifischen Raum Ende dieses Monats tickt, ist der Druck, einen Durchbruch zu erzielen, immens.

Für Südkorea, ein Land, dessen Exporte mehr als 40 Prozent seines BIP ausmachen, könnte der Einsatz nicht höher sein.