Kering in Gesprächen über den Verkauf des Beauty-Geschäfts an L'Oréal für 4 Mrd. $: Bericht

Kering in Gesprächen über den Verkauf des Beauty-Geschäfts an L'Oréal für 4 Mrd. $: Bericht
Ananthu C U
18. Okt. 2025, 16:43 PM
  • Kering berichtete, dass es seine Beauty-Sparte in einem 4-Milliarden-Dollar-Deal an L'Oréal verkaufen wird, um sich unter dem neuen CEO Luca de Meo neu zu fokussieren.
  • Der Verkauf könnte Kering helfen, Schulden in Höhe von 11 Mrd. $ zu reduzieren und den Fokus auf Gucci und Modemarken zu stärken.
  • L'Oréal könnte Creed und neue Beauty-Verbindungen zu Kerings Marken wie Balenciaga und McQueen erhalten.

Kering SA, der französische Luxuskonzern und Mutterkonzern von Gucci, befindet sich in fortgeschrittenen Gesprächen über den Verkauf seiner Beauty-Sparte an L'Oréal in einem Deal, der die Einheit mit rund 4 Milliarden US-Dollar bewerten könnte, berichtete das WSJ unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Quellen.

Die Transaktion könnte bereits in der kommenden Woche bekannt gegeben werden, sofern die Verhandlungen reibungslos abgeschlossen werden und kein konkurrierender Bieter interveniert.

Der geplante Deal kommt nur wenige Wochen, nachdem der neue CEO von Kering, Luca de Meo, das Ruder übernommen hat, und markiert damit einen seiner ersten großen strategischen Schritte, um die Leistung des Unternehmens wiederzubeleben.

L'Oréal, ebenfalls mit Sitz in Paris, ist einer der größten Schönheits- und Kosmetikkonzerne der Welt mit Marken wie Garnier, Maybelline New York und seinem Flaggschiff L'Oréal Paris.

Die Übernahme der Beauty-Sparte von Kering würde das Produktportfolio von L'Oréal erweitern, insbesondere um den Luxusparfümhersteller Creed, den Kering im Jahr 2023 übernommen hat.

Der Schritt würde auch die Tür für potenzielle Beauty-Kooperationen öffnen, die mit den High-End-Modelabels von Kering verbunden sind, darunter Bottega Veneta, Balenciaga und Alexander McQueen.

Kerings Abkehr von der hauseigenen Beauty-Produktion

Die Beauty-Sparte von Kering wurde im Jahr 2023 als Teil der umfassenderen Bemühungen des Unternehmens gegründet, vom boomenden globalen Kosmetik- und Parfümsektor zu profitieren.

Die Entscheidung markierte eine Abkehr von der traditionellen Lizenzstrategie, bei der Drittunternehmen Parfüms und Kosmetika unter den Marken von Kering herstellten.

Innerhalb weniger Monate nach der Gründung der Abteilung machte Kering einen großen Vorstoß in diesen Bereich durch die Übernahme von Creed, einer Luxusparfümmarke, die für ihre High-End-Parfüms bekannt ist.

Der Schritt wurde als Versuch gewertet, Glaubwürdigkeit in einem überfüllten Schönheitsmarkt zu etablieren, der von etablierten Akteuren wie L'Oréal, Estée Lauder und Coty dominiert wird.

Trotz seiner Ambitionen hat das Beauty-Geschäft von Kering jedoch Schwierigkeiten, angesichts des allgemeinen Gegenwinds, mit dem das Kerngeschäft des Unternehmens konfrontiert ist, an Fahrt zu gewinnen.

Gucci, das den Großteil des Umsatzes von Kering ausmacht, wurde von den sich verlangsamenden Verkäufen in China – einem der größten Märkte des Landes – getroffen.

Gleichzeitig verzeichnete Saint Laurent eine schwächere Großhandelsleistung und eine schwächere Nachfrage auf dem US-Markt.

Der Verkauf der Beauty-Sparte könnte Kering einen finanziellen Schub verschaffen und dem Konzern helfen, seine Schulden zu reduzieren, die zum 30. Juni bei rund 11 Milliarden US-Dollar lagen.

Analysten gehen davon aus, dass dieser Schritt es Kering ermöglichen würde, seine Ressourcen auf die Stabilisierung und Wiederbelebung seines Modeportfolios zu konzentrieren.

Führungswechsel und strategische Neuausrichtung

Die Verhandlungen mit L'Oréal fallen mit einem umfassenderen Führungswechsel bei Kering zusammen.

Luca de Meo, der Anfang des Jahres den Posten des CEO von François-Henri Pinault übernommen hat, bringt eine frische Perspektive von außerhalb der Luxusmodebranche mit.

De Meo, ehemaliger CEO von Renault, verfügt über mehr als drei Jahrzehnte Erfahrung im Automobilsektor, wo er sich einen Ruf als geschickter Vermarkter und Markenstratege erarbeitet hat.

Während seiner Zeit in der Automobilindustrie trug de Meo dazu bei, mehrere große Marken wiederzubeleben, darunter den Fiat 500, die Cupra-Linie von Seat und die Hybrid- und Elektrofahrzeugpalette von Renault.

Seine Ernennung unterstreicht die Absicht von Kering, seine Markenpositionierung und Betriebsstruktur unter neuer Führung zu überdenken.

Pinault, dessen Familie Kering gegründet hat, bleibt Vorstandsvorsitzender und wahrt die Kontinuität an der Spitze.

Da sich der Wettbewerb unter den europäischen Luxushäusern – darunter LVMH, Hermès und Chanel – verschärft, könnte die Veräußerung der Beauty-Sparte von Kering den Beginn eines strategischen Neustarts markieren.

Sollte der Verkauf an L'Oréal abgeschlossen werden, wäre dies einer der ersten bedeutenden Schritte unter de Meos Führung, um die Wachstumsdynamik und die finanzielle Stabilität des Luxuskonzerns wiederherzustellen.