Trump sagt, die Zölle werden so lange bestehen bleiben, bis Indien die russischen Ölimporte stoppt

Trump sagt, die Zölle werden so lange bestehen bleiben, bis Indien die russischen Ölimporte stoppt
Diya Poddar
20. Okt. 2025, 09:46 AM
  • Die USA argumentieren, dass die russischen Öleinnahmen den Krieg in der Ukraine finanzieren.
  • Indiens Importe werden voraussichtlich um 20 % auf 1,9 Millionen Barrel pro Tag steigen.
  • Die Handels- und Energiespannungen zwischen Indien und den USA verschärfen sich.

US-Präsident Donald Trump hat den Druck auf Indien erneuert, seine Importe von vergünstigtem russischem Öl zu beenden, und erklärt, dass die Zölle auf indische Waren in Kraft bleiben werden, bis Neu-Delhi diese Käufe einstellt.

In einer Rede an Bord der Air Force One am Sonntag bekräftigte Trump, dass der indische Premierminister Narendra Modi ihm gesagt habe, Indien werde den Kauf von russischem Rohöl einstellen.

Die Äußerungen rücken die Energiediplomatie wieder in den Vordergrund der Beziehungen zwischen den USA und Indien, wobei Washington darauf besteht, dass die Einnahmen aus russischem Öl weiterhin Moskaus Krieg in der Ukraine finanzieren.

Neu-Delhi behauptet unterdessen, dass erschwinglicher Kraftstoff für seine heimische Wirtschaft, die für mehr als vier Fünftel ihres Verbrauchs auf Energieimporte angewiesen ist, von entscheidender Bedeutung ist.

Trump knüpft Zölle direkt an russische Ölkäufe

Trump machte deutlich, dass die Zölle auf indische Waren, von denen einige bis zu 50 Prozent betragen können, so lange bestehen bleiben, bis Indien den Kauf von russischem Öl vollständig einstellt.

Er sagte, die Zölle seien eine direkte Reaktion auf die Entscheidung Indiens, trotz wiederholter Aufrufe der Vereinigten Staaten zur Reduzierung weiterhin aus Moskau zu importieren.

Der Austausch hat eine wachsende Kluft zwischen Washingtons Sanktionspolitik und Indiens Zielen für die Energiesicherheit aufgedeckt.

Die Verbindung zwischen Zöllen und Ölkäufen fügt den Handelsgesprächen, die ansonsten darauf abzielten, die Zusammenarbeit in den Bereichen Verteidigung, Technologie und Investitionen auszuweiten, eine neue Spannungsebene hinzu.

Experten weisen darauf hin, dass die anhaltenden Zölle das indische Exportwachstum verlangsamen könnten, das Schlüsselsektoren wie Pharmazeutika, Textilien und Maschinen umfasst.

Indien bleibt auf vergünstigtes russisches Rohöl angewiesen

Seit die westlichen Nationen die Importe von russischem Öl im Jahr 2022 drosselt haben, ist Indien zum größten Abnehmer von Moskaus Seeexporten geworden.

Die reduzierten Barrel haben es den indischen Raffinerien ermöglicht, die Kraftstoffpreise zu stabilisieren und die Inflation zu kontrollieren, ein entscheidender Faktor für die schnell wachsende Wirtschaft des Landes.

Während ein Beamter des Weißen Hauses letzte Woche behauptete, Indien habe seine Käufe von russischem Öl halbiert, hieß es in Berichten unter Berufung auf indische Industriequellen, dass keine unmittelbare Reduzierung zu verzeichnen gewesen sei.

Die Raffinerien haben bereits November-Ladungen gebucht, einschließlich der im Dezember fälligen Lieferungen, was darauf hindeutet, dass ein Rückgang der Importe erst gegen Ende des Jahres in den Handelsdaten auftauchen wird.

Indiens Importe aus Russland werden in diesem Monat voraussichtlich um etwa ein Fünftel auf 1,9 Millionen Barrel pro Tag steigen.

Der Anstieg folgt auf den Schritt Russlands, die Exporte zu erhöhen, nachdem ukrainische Drohnenangriffe den Raffineriebetrieb gestört hatten.

Washingtons Warnung und Indiens Balanceakt

Trumps jüngste Warnung verwandelt Zölle effektiv in ein diplomatisches Instrument, indem sie Handelsmaßnahmen zur Durchsetzung geopolitischer Ziele einsetzt.

Für Washington ist die Überzeugung Indiens, die Käufe zurückzufahren, Teil einer umfassenderen Bemühung, Russlands Öleinnahmen zu verringern und seine Fähigkeit zur Finanzierung des Krieges in der Ukraine einzuschränken.

Für Indien könnte jedoch eine rasche Abkehr von russischem Rohöl seine Energiesicherheit belasten und die inländischen Kraftstoffkosten in die Höhe treiben.

Da mehr als 80 % seines Öls importiert werden, steht Neu-Delhi vor der Herausforderung, wirtschaftliche Prioritäten mit strategischen Partnerschaften in Einklang zu bringen.

Die Situation setzt auch die bevorstehenden Handelsgespräche zwischen den beiden Demokratien unter Druck, da die Vereinigten Staaten Indien weiterhin als wichtigen Partner betrachten, um Chinas regionalem Einfluss entgegenzuwirken.