Exxon-unterstütztes Carbon Measures startet Initiative für standardisierte CO2-Bilanzierung

  • Carbon Measures, eine neue Initiative, wird ein unabhängiges Gremium bilden, das ein globales Kohlenstoffbilanzierungssystem entwerfen soll.
  • Ziel ist es, ein ledgerbasiertes System zu schaffen, um Doppelzählungen zu bekämpfen und nachhaltige Praktiken zu belohnen.
  • Unter dem gemeinsamen Vorsitz von Amy Brachio und Karthik Ramanna werden Experten aus verschiedenen Bereichen auf dem Podium sitzen.

Carbon Measures, eine neue Initiative zur Kohlenstoffbilanzierung, wird ein unabhängiges Gremium einrichten.

Die Initiative wird von mehreren großen Energie- und multinationalen Unternehmen unterstützt, so der Vorstandsvorsitzende von Carbon Measures, der in einem Reuters-Bericht zitiert wurde.

Die globale Gruppe, die kürzlich von 19 prominenten Gründungsmitgliedern gegründet wurde, darunter Branchenriesen wie ExxonMobil, BASF und Banco Santander, begibt sich auf eine entscheidende Mission, um die Art und Weise zu revolutionieren, wie Unternehmen ihre Kohlenstoffemissionen bilanzieren.

Ein vorrangiges Ziel dieser Initiative ist die Etablierung eines standardisierten und allgemein akzeptierten Systems zur Anrechnung von CO2-Emissionen.

Dieses System wurde entwickelt, um das allgegenwärtige Problem der Doppelzählung von Emissionen anzugehen, eine häufige Herausforderung, die in der Vergangenheit eine genaue Berichterstattung behindert und wirksame Klimaschutzmaßnahmen behindert hat.

Etablierung eines standardisierten Systems

Über die reine Genauigkeit hinaus will die Gruppe einen Rahmen schaffen, der Unternehmen aktiv für ihre Bemühungen um mehr Nachhaltigkeit belohnt.

Durch die Bereitstellung eines klaren und überprüfbaren Mechanismus zur Anerkennung und Förderung nachhaltiger Praktiken zielt die Initiative darauf ab, das Tempo der Klimaschutzmaßnahmen in verschiedenen Sektoren zu beschleunigen.

Während bestehende Leitlinien zur Kohlenstoffbilanzierung, wie z. B. die vom Greenhouse Gas Protocol entwickelte, wertvolle Rahmenbedingungen bieten, bleibt der Vergleich von Kohlenstoffemissionen und -bemühungen zwischen verschiedenen Unternehmen eine große Herausforderung.

Diese Schwierigkeit ergibt sich aus verschiedenen Faktoren, darunter die Flexibilität bei den Grenzen der Berichterstattung, unterschiedliche Methoden zur Berechnung der Emissionen und der freiwillige Charakter der derzeitigen Offenlegungen.

Behebung von Inkonsistenzen

Um diese Inkonsistenzen zu beheben und mehr Transparenz und Vergleichbarkeit zu fördern, entwickelt Carbon Measures ein innovatives ledgerbasiertes System.

Dieses System ist so konzipiert, dass es den rigorosen und standardisierten Ansatz der Finanzbuchhaltung widerspiegelt, bei dem klare Regeln und überprüfbare Transaktionen eine konsistente Berichterstattung gewährleisten.

Das ehrgeizige Ziel ist es, dieses System innerhalb der nächsten zwei Jahre zur Übernahme durch die Länder bereit zu haben.

"Die Organisationen, die im Voraus investieren, werden nicht unbedingt dafür belohnt", wird Amy Brachio, CEO von Carbon Measures, in dem Bericht zitiert.

Zuvor war Brachio als Global Vice Chair of Sustainability bei EY, einem Beratungsunternehmen, tätig, bevor er CEO wurde.

Führung und Zusammenarbeit

In Zusammenarbeit mit der Internationalen Handelskammer (ICC) wird Carbon Measures ein unabhängiges Gremium einrichten.

Dieses Gremium, das sich aus Experten aus Wissenschaft, Rechnungswesen, Industrie und Zivilgesellschaft zusammensetzt, wird maßgeblich an der Gestaltung des globalen Rechnungslegungssystems beteiligt sein.

Andrew Wilson, der stellvertretende Generalsekretär des IStGH, betonte die Notwendigkeit einer standardisierten Rechnungslegungsmethode, um das Handeln ein Jahrzehnt nach dem Pariser Abkommen zu beschleunigen.

Er bezeichnete die Initiative als potenziellen "Game Changer", betonte aber, dass sie "nicht nur eine Quasselbude sein kann, sondern auch liefern muss".

Brachio und Karthik Ramanna werden gemeinsam den Vorsitz des unabhängigen Expertengremiums führen.

Ramanna ist Professorin für Business and Public Policy und Direktorin des Transformational Leadership Fellowship an der University of Oxford in England.

Ramanna zog eine Parallele zwischen dieser Initiative und der Einführung der allgemein anerkannten Rechnungslegungsgrundsätze vor neun Jahrzehnten.