Wie tief ging Jeffery Epsteins Spur des Geldes, bevor der Deal von 2007 sie beendete?
- Die Staatsanwaltschaft forderte Daten über jede Transaktion seit 2003 an.
- Grosse Banken und der Kunde Les Wexner wurden kontaktiert.
- Finanznetzwerke blieben bis 2019 im Verborgenen.
Als die Staatsanwaltschaft 2007 begann, gegen Jeffrey Epstein wegen Sexualverbrechen zu ermitteln, ging ihre Verfolgung über die Anschuldigungen hinaus, die Schlagzeilen machten.
Interne E-Mails, über die Bloomberg berichtete, zeigen nun, dass sie auch seine Finanzen ausfindig machten und in Frage stellten, ob sein Imperium zur Finanzierung oder Verschleierung krimineller Aktivitäten genutzt wurde.
Die Beweise deuten auf eine umfassendere, komplexere Untersuchung hin, die sich auf Epsteins sechs Unternehmen, Großbanken und einen seiner reichsten Kunden, Les Wexner, erstreckte.
Die Ermittlungen endeten jedoch kurz, als ein Deal geschlossen wurde, der eine Untersuchung beendete, die viel mehr hätte ans Licht bringen können.
Die geheimen Ermittlungen zu Epsteins Finanzen
Dem Bericht zufolge enthüllen neu enthüllte E-Mails von Epsteins persönlichem Yahoo-Konto, wie Staatsanwälte im südlichen Bezirk von Florida versuchten, seiner Geldspur zu folgen.
Marie Villafaña, eine stellvertretende US-Staatsanwältin, beantragte eine Vorladung der Grand Jury für alle Finanztransaktionen, die seit 2003 mit Epstein und seinen Unternehmen in Verbindung stehen.
Ziel war es, die Bewegungen der Gelder über sein Kontennetz zu kartieren und herauszufinden, ob das gleiche System, das seinen Reichtum aufgebaut hatte, auch illegale Operationen finanzierte.
Die Staatsanwaltschaft forderte auch Daten von großen US-Banken, um mögliche Transfers zwischen Epsteins persönlichen Beteiligungen und Unternehmen aufzudecken.
Die Ermittler vermuteten, dass seine Unternehmen und Wohltätigkeitsorganisationen dazu benutzt worden sein könnten, Zahlungen im Zusammenhang mit seinem Menschenhandelsnetzwerk zu verschieben oder zu verbergen oder um Mitarbeiter zu bezahlen, die dazu beitrugen, es aufrechtzuerhalten.
Die Ausweitung der Ermittlungen zur Geldwäsche stellte einen Wendepunkt dar.
Zum ersten Mal behandelten die Behörden Epsteins Finanzimperium als mögliches Instrument des Verbrechens und nicht als ein Produkt davon.
Les Wexner und die Kundenanbindung
Unter den Namen, die in der Korrespondenz genannt wurden, war der Milliardär Les Wexner, der Mann hinter Victoria's Secret und Bath and Body Works.
Wexners lange finanzielle Beziehung zu Epstein hatte schon immer Aufmerksamkeit erregt, aber jetzt versuchten die Staatsanwälte formell, ihre Natur zu verstehen.
Sie wandten sich an die Vertreter von Wexner, um zu klären, ob Kundenvermögen mit Epsteins persönlichen Konten vermischt oder in nicht offengelegte Unternehmungen umgeleitet worden waren.
Die Zusammenarbeit mit Wexner war entscheidend. Seine Geschäfte mit Epstein gaben nicht nur Aufschluss darüber, wie Epstein sein Vermögen verwaltete und legitimierte, sondern zeigten auch, wie er Glaubwürdigkeit bei anderen Kunden aufbaute.
Obwohl Wexner nicht angeklagt wurde, zeigte die Untersuchung ihrer Transaktionen, wie weit die Regierung bereit war, den Geldfluss zurückzuverfolgen, bevor interner Druck den Fall verlangsamte.
Epsteins Anwaltsteam wehrt sich
Als Epstein den neuen Umfang der Ermittlungen entdeckte, wurde er Berichten zufolge zunehmend unruhig.
Seine Anwälte, ein Team prominenter Persönlichkeiten, darunter Alan Dershowitz, Gerald Lefcourt, Jay Lefkowitz und Kenneth Starr, argumentierten, dass die Staatsanwälte zu weit gingen.
Sie bestanden darauf, dass die Geldwäschevorwürfe eine Taktik waren, um ihren Kunden zu einem Geschäft zu drängen.
Hinter verschlossenen Türen begann die Verteidigung, Lobbyarbeit bei hochrangigen Beamten der US-Staatsanwaltschaft zu betreiben.
Sie stellten Villafañas Motive in Frage und forderten, dass sie und ihr Team abgesetzt werden.
Die Korrespondenz aus dieser Zeit deutet auf einen koordinierten Versuch hin, die Finanzermittlungen insgesamt zu stoppen und den Fokus auf die ursprünglichen Sexvorwürfe zu lenken.
Diese Bemühungen erwiesen sich als wirksam. Was als umfangreiche Bundesuntersuchung begonnen hatte, wurde bald eingeengt, indem die finanzielle Komponente, die das volle Ausmaß von Epsteins Operationen hätte aufdecken können, weggenommen wurde.
Wie der Deal von 2007 die Ermittlungen stoppte
Schließlich wiesen hochrangige Beamte die Staatsanwälte an, die Verfolgung der Geldwäschelinie einzustellen und Plädoyergespräche zu beginnen.
Der Bundesfall wurde in eine Staatsanwaltschaft auf bundesstaatlicher Ebene umgewandelt, was zu einer Nichtverfolgungsvereinbarung führte, die es Epstein ermöglichte, sich zweier geringfügiger Sexualdelikte schuldig zu bekennen.
Er verbüßte eine kurze Haftstrafe und entging einer Anklage vollständig.
Mit diesem Ergebnis endete nicht nur die unmittelbare rechtliche Bedrohung, sondern auch der umfassendste Versuch, die Quellen und Verwendungen von Epsteins Vermögen zu untersuchen.
Es sollte mehr als ein Jahrzehnt und neue Anschuldigungen im Jahr 2019 dauern, bis die Staatsanwaltschaft seine Finanzen erneut überprüfte und entdeckte, wie tief sie mit seinen kriminellen Aktivitäten verflochten waren.
Die Dokumente von 2007 bieten nun eine wichtige Aufzeichnung dessen, was übersehen wurde.
Sie zeigen, dass die Geldspur bereits sichtbar war, die Ermittlungsinstrumente bereits vorhanden waren und der Wille, den Beweisen zu folgen, vorhanden war – bis er durch Entscheidungen unterbrochen wurde, die den Verlauf des Falles veränderten.
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