Trump, Zölle und ein möglicherweise historischer Auftritt vor dem Obersten Gerichtshof: Was auf dem Spiel steht

Trump, Zölle und ein möglicherweise historischer Auftritt vor dem Obersten Gerichtshof: Was auf dem Spiel steht
Devesh Kumar
01. Nov. 2025, 17:14 PM
  • Oberster Gerichtshof wird am Mittwoch Trumps historischen Fall der Zollbehörde anhören
  • 142 Milliarden Dollar an Zöllen, Ansprüche an die nationale Sicherheit stehen in einem juristischen Showdown auf dem Spiel.
  • Trump könnte daran teilnehmen und damit zum ersten Mal überhaupt einen präsidialen Auftritt bei einer Anhörung vor dem SC haben.

Der Oberste Gerichtshof der USA wird am Mittwoch einen der folgenreichsten Fälle in der modernen Geschichte des Präsidenten verhandeln.

Die umfassende Zollstrategie von Präsident Donald Trump steht vor einer entscheidenden rechtlichen Bewährungsprobe, die die amerikanische Handelspolitik in den kommenden Jahren neu gestalten könnte.

Es steht enorm viel auf dem Spiel: Vorinstanzliche Gerichte haben bereits entschieden, dass Trump seine Befugnisse überschritten hat, indem er ein Notstandsgesetz von 1977 nutzte, um Zölle zu verhängen, die 142 Milliarden Dollar an Steuern von amerikanischen Importeuren eingetrieben haben.

Wenn Trump verliert, könnten massive Rückerstattungen fließen, und seine Zollagenda, die für seine gesamte wirtschaftliche Vision von zentraler Bedeutung ist, bricht zusammen.

Noch dramatischer ist, dass Trump angedeutet hat, dass er persönlich an der Anhörung teilnehmen könnte, was ihn zum ersten amtierenden Präsidenten machen würde, der jemals Zeuge einer Auseinandersetzung vor dem Obersten Gerichtshof wird.

Wenn das Gesetz mit der Macht des Präsidenten kollidiert

Die juristische Frage klingt trocken, aber sie ist wirklich brisant.

Hatte Trump die Befugnis, sich auf den International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) zu berufen, ein Gesetz aus dem Jahr 1977, das entwickelt wurde, um ausländische Drohungen und Sanktionen zu handhaben, um weitreichende Zölle gegen Handelspartner zu verhängen?

Das Bundesberufungsgericht sagte in einem entscheidenden 7:4-Urteil Nein. Die Richter betonten, dass die IEEPA den Präsidenten weitreichende Notstandsbefugnisse einräumt, aber nichts ausdrücklich die Befugnis zur Verhängung von Zöllen in dieser Größenordnung gewährt.

In einem wichtigen Urteil hieß es:

Trumps Anwälte argumentieren, die Zölle seien für die nationale Sicherheit und den Schutz amerikanischer Arbeitsplätze vor unfairen Handelspraktiken unerlässlich.

Sie verweisen auf die Fentanyl-Ströme aus Mexiko und die angeblichen Handelsverstöße Chinas als Rechtfertigung für Notfallmaßnahmen.

Die Regierung warnte, dass eine Niederlage "buchstäblich die Vereinigten Staaten von Amerika zerstören" und eine "geschwächte und problematische finanzielle Situation für viele Jahre" schaffen würde.

Kritiker berufen sich jedoch auf die sogenannte "Doktrin der großen Fragen". Dies ist ein Grundsatz des Obersten Gerichtshofs, der besagt, dass Präsidenten keine vagen, alten Gesetze verwenden dürfen, um weitreichende politische Änderungen vorzunehmen.

Es ist die gleiche Doktrin, die das Gericht verwendet hat, um Bidens Erlass von Studentenschulden und die EPA-Emissionsvorschriften zu blockieren.

In diesem Fall bedeutet dies, dass Trump sich nicht auf ein veraltetes Notstandsgesetz verlassen kann, um die Zollpolitik, die den Handel in Billionenhöhe betrifft, grundlegend umzugestalten.

Trump in South Carolina: Historischer Moment, mit dem niemand gerechnet hatte

Wenn Trump am 5. November tatsächlich die Kammern des Obersten Gerichtshofs betritt, wird er der erste amtierende Präsident sein, der Zeuge einer mündlichen Verhandlung wird.

Nixon argumentierte vor dem Gericht als Anwalt, und Taft war Oberster Richter, aber kein Präsident hat dies je getan.

Er ist symbolisch stark: Trump hat einen dramatischen Auftritt, um zu unterstreichen, wie persönlich er diesen Kampf sieht. Seine Zölle sind tief mit seiner politischen Identität und seinen Wahlversprechen verbunden.

Doch dieser Auftritt signalisiert auch Verzweiflung. Trump scheint sich über das Ergebnis selten unsicher zu sein. Seine Anwesenheit deutet darauf hin, dass das Weiße Haus die echte Gefahr erkennt.

Der beschleunigte Zeitplan des Obersten Gerichtshofs, der innerhalb von Wochen von der Berufung zur Plädoyer überging, deutet darauf hin, dass dieser Fall anders ankommt.

Die Entscheidung könnte bis Ende des Jahres fallen.

Der Sieg rettet Trumps Zollimperium. Eine Niederlage erzwingt Rückerstattungen und verlangt vom Kongress Maßnahmen, um seine Handelsagenda zu retten.

So oder so, Amerikas Handelszukunft hängt von diesen neun Richtern ab.