Invezz

Krypto, KI und eine versteckte Bedrohung: WEF-Chef warnt vor 3 Blasen am Rande des Abgrunds

Krypto, KI und eine versteckte Bedrohung: WEF-Chef warnt vor 3 Blasen am Rande des Abgrunds
Devesh Kumar
05. Nov. 2025, 15:39 PM
  • Das WEF weist auf steigende Risiken an den Märkten für Kryptowährungen, KI und Staatsanleihen hin.
  • Der KI-Investitionsboom spiegelt den Dotcom-Rausch der späten 90er Jahre wider.
  • Die Analysten waren sich uneins, ob es sich um eine Blase oder strategisches Wachstum handelt.

Der Präsident des Weltwirtschaftsforums, Børge Brende, hat Alarm geschlagen wegen drei potenziell gefährlicher Finanzblasen , die die globalen Märkte in den kommenden Monaten neu gestalten könnten.

In einer Rede in Brasiliens Finanzmetropole São Paulo warnte Brende diese Woche, dass Krypto-Assets, Investitionen in künstliche Intelligenz und die steigende Staatsverschuldung jeweils erhebliche Risiken für die wirtschaftliche Stabilität darstellen.

Die Warnung kommt inmitten einer Zeit rekordverdächtiger Bewertungen, die viele Anleger nervös gemacht haben, wobei Technologieaktien in letzter Zeit starke Rückgänge erlebten, obwohl die Märkte weiterhin historische Höchststände erreichen.

Die Äußerungen des WEF-Chefs spiegeln das wachsende Unbehagen unter den globalen Finanzführern darüber wider, ob die aktuelle Rallye auf soliden Fundamentaldaten oder auf spekulativer Euphorie beruht, die sich schnell abschwächen könnte.

Die WEF-Warnung im Überblick: Dreiteilige Bedrohung

Brende wies darauf hin, dass die erste Blase, auf die wir achten müssen, Krypto ist.

Auch wenn die Regulierungsbehörden immer noch unsicher sind, wie sie mit digitalen Vermögenswerten umgehen sollen, fließt das Geld in halsbrecherischer Geschwindigkeit, und diese Art von Hype hat in der Vergangenheit ein schlechtes Ende genommen.

Die zweite Blase, sagte er, formiere sich um künstliche Intelligenz. Jedes Jahr fließen etwa 500 Milliarden US-Dollar in KI, was die Bewertungen auf einen Punkt treibt, der der Dotcom-Blase sehr ähnlich sieht.

Ja, KI ist real und mächtig, aber die Aufregung um sie könnte der Realität vorauseilen.

Aber es ist die dritte Blase, die ihm wirklich Sorgen bereitet: die Schulden. Regierungen auf der ganzen Welt sind heute so hoch verschuldet wie seit 1945 nicht mehr.

Das führt zu einer fragilen Situation, einem scharfen Schock, einer Rezession oder sogar einer Zinsverschiebung, und die Dinge könnten schnell chaotisch werden.

Um es klar zu sagen: Brende leugnet das Potenzial der KI nicht. Er glaubt sogar, dass dies die Produktivität in den nächsten zehn Jahren um rund 10 % steigern könnte. Das Problem sind die menschlichen Kosten.

Bei Unternehmen wie Amazon und Nestlé kommt es bereits zu Entlassungen im Angestelltenbereich, und er warnt davor, dass weitere folgen könnten, wenn sich die Automatisierung beschleunigt.

In der Zwischenzeit ist die globale Verschuldung um etwa 25 % über das Niveau vor der Pandemie gestiegen, das bereits historisch hoch war.

Bei solch aufgeblähten Schulden gibt es viel weniger Spielraum für Fehler, Krisenreaktionen oder steigende Kreditkosten.

Was Analysten sagen

Die Finanzwelt ist gespalten darüber, ob es sich dabei um echte Blasen oder gesunde Marktkorrekturen handelt.

Ray Dalio, Gründer von Bridgewater Associates, stimmt Brendes Einschätzung weitgehend zu und warnt davor, dass Large-Cap-Technologieaktien, die von KI-Begeisterung angetrieben werden, von einer erheblichen blasenartigen Aktivität umgeben sind.

Die geschäftsführende Direktorin des IWF, Kristalina Georgieva, zog Parallelen zur Dotcom-Blase und merkte an, dass sich die heutigen Bewertungen denen von vor 25 Jahren annähern, als die Internetbesessenheit ihren Höhepunkt erreichte.

Einige Analysten bieten jedoch Gegenargumente an, die es wert sind, in Betracht gezogen zu werden.

Untersuchungen von Crunchbase deuten darauf hin, dass die Situation eher einer "Risikoblase" als einer traditionellen Bewertungsblase ähnelt, wobei KI-Unternehmen im Gegensatz zu vielen Misserfolgen der Dotcom-Ära eine echte Umsatzgenerierung aufweisen.

Darüber hinaus zeichnen die Daten zur institutionellen Akzeptanz ein optimistisches Bild: 83 % der institutionellen Anleger planen, das Krypto-Engagement im Jahr 2025 zu erhöhen, und 58 % der Unternehmen verfolgen aktiv KI-Fähigkeiten, was darauf hindeutet, dass rationale Akteure diese Sektoren über reine Spekulationen hinaus unterstützen.