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Trump-Zölle in South Carolina: Was in der ersten Anhörung geschah und wann mit einem Urteil zu rechnen ist

Trump-Zölle in South Carolina: Was in der ersten Anhörung geschah und wann mit einem Urteil zu rechnen ist
Devesh Kumar
06. Nov. 2025, 14:01 PM
  • Richter beider Seiten äußerten sich skeptisch über Trumps Rechtsgrundlage für weitreichende Zölle.
  • Kernfrage: ob die IEEPA dem Präsidenten unbegrenzte Zollbefugnisse einräumt.
  • Die Unternehmen argumentierten, dass es sich bei den Zöllen um Steuern handele, die in die Zuständigkeit des Kongresses gehörten.

Das umfassende Zollregime von Präsident Donald Trump wurde am Mittwoch vom Obersten Gerichtshof eingehend unter die Lupe genommen.

Die Richter aus dem gesamten ideologischen Spektrum äußern ernsthafte Zweifel daran, ob er die rechtliche Befugnis hat, ohne Zustimmung des Kongresses Einfuhrzölle gegen fast jeden US-Handelspartner zu erheben.

Die fast dreistündige Anhörung war ein kritischer Test für die Behauptung der Exekutivgewalt durch die Regierung und warf Fragen auf, die die Funktionsweise der amerikanischen Handelspolitik in den kommenden Jahren verändern könnten.

Angesichts der erheblichen wirtschaftlichen Einsätze, der möglicherweise bereits eingezogenen Milliardenzölle und der genauen Beobachtung der Weltwirtschaft könnte die endgültige Entscheidung des Gerichts entweder Trumps aggressive Handelsagenda bestätigen oder eine dramatische Kehrtwende erzwingen.

Im Gerichtssaal: Was sich während der Plädoyers am Mittwoch abspielte

Die Argumentation vom Mittwoch offenbarte ein zutiefst skeptisches Gericht, das mit den Grenzen der Autorität des Präsidenten ringt.

Selbst von Trump ernannte konservative Richter, darunter Amy Coney Barrett und Neil Gorsuch, stellten Generalstaatsanwalt D. John Sauer, der die Zölle verteidigte, scharfe Fragen.

Richter Barrett stellte direkt in Frage, ob Länder wie Spanien und Frankreich wirklich eine Bedrohung für die nationale Sicherheit und die industrielle Basis darstellten, was die Regierung als Rechtfertigung für die pauschalen Pflichten anführte.

Unterdessen betonte der Oberste Richter John Roberts wiederholt, dass Zölle wie Steuern für amerikanische Verbraucher wirken, eine Macht, die die Verfassung ausschließlich dem Kongress und nicht dem Präsidenten vorbehält.

Der Kernrechtsstreit dreht sich um die Frage, ob der International Emergency Economic Powers Act von 1977 (IEEPA), ein 50 Jahre altes Gesetz für nationale Notfälle, es Trump erlaubt, unbefristete Zölle auf jedes Produkt aus jedem Land zu verhängen.

Roberts merkte an, dass noch nie ein Präsident diese Interpretation versucht habe, und nannte sie "große Autorität" ohne klare Genehmigung des Kongresses.

Sogar liberale Richter wie Sonia Sotomayor schlossen sich an und wiesen darauf hin, dass Zölle im Grunde Steuern sind, die Geld von amerikanischen Bürgern abziehen, unabhängig davon, wie die Regierung sie formuliert.

Trumps Anwalt entgegnete, dass die Formulierung "Regulierung der Einfuhr" in IEEPA dem Präsidenten einen weiten Ermessensspielraum über den Außenhandel einräumt und dass die Zolleinnahmen für die Regulierung des Handels lediglich "nebensächlich" seien.

Dieses Argument setzte sich jedoch nicht durch.

Unternehmen, die die Zölle anfechten, vertreten durch den ehemaligen Generalstaatsanwalt Neal Katyal, betonten wiederholt, dass der Kongress dauerhaft die Macht verlieren würde, Zölle zu erheben, wenn das Gericht diese Auslegung zulässt, was Katyal als "Einbahnstraße" bezeichnete, bei der sich die Exekutivgewalt nur nach oben ansammelt.

Wann ist mit einem Urteil zu rechnen: Zeitplan und Auswirkungen

Der Oberste Gerichtshof arbeitet nach einem beschleunigten Zeitplan, was bei großen Fällen eine Seltenheit ist.

Während Entscheidungen in der Regel bis Ende Juni oder Anfang Juli gefällt werden, könnte dieses Urteil deutlich früher fallen, was darauf hindeutet, dass das Gericht die Dringlichkeit des Falles erkannt hat.

Gerichtsbeobachter rechnen mit einer Entscheidung innerhalb von Wochen oder Monaten, wobei das genaue Datum unklar bleibt.

Sollte sich das Gericht auf die Seite Trumps stellen, wäre dies die erste bedeutende politische Niederlage der konservativen Mehrheit für seine Regierung seit Januar.

Umgekehrt würde eine Niederlage Trump dazu zwingen, Zollabkommen rückgängig zu machen und möglicherweise begrenztere Handelsinstrumente unter anderen Gesetzen wie Abschnitt 232 zu verfolgen, wenn auch mit weniger weitreichenden Befugnissen.

Die finanziellen Herausforderungen unterstreichen die Bedeutung der Anhörung. Schätzungsweise 90 Milliarden US-Dollar an Zöllen wurden bereits eingenommen, was fast der Hälfte aller US-Zolleinnahmen von Januar bis September entspricht.

Sollte das Gericht gegen Trump entscheiden, droht die Regierung, dass sie den Importeuren Milliardenrückerstattungen schulden könnte.