Chinas App-Säuberung trifft LGBTQ-Plattformen, da Apple der Zensurforderung nachgibt

Chinas App-Säuberung trifft LGBTQ-Plattformen, da Apple der Zensurforderung nachgibt
Diya Poddar
11. Nov. 2025, 13:31 PM
  • Die Cyberspace Administration of China hat die Abschiebungsanweisung erlassen.
  • In China ist nur noch eine Lite-Version von Blued erhältlich.
  • Apple hält sich an die lokalen Gesetze, um den Zugang zum chinesischen Markt aufrechtzuerhalten.

Apple hat zwei der meistgenutzten schwulen Dating-Apps Chinas, Blued und Finka, nach einer offiziellen Anfrage der Cyberspace Administration of China aus dem chinesischen iOS App Store entfernt.

Die am Wochenende erlassene Anweisung führte dazu, dass beide Apps ohne vorherige Ankündigung von der Plattform verschwanden.

Apple bestätigte den Schritt später und erklärte, dass es als Reaktion auf staatliche Anordnungen gehandelt habe und dass es weiterhin die lokalen Gesetze in den Gebieten befolge, in denen es tätig sei.

Obwohl die Express-Version von Blued weiterhin verfügbar ist, sind die Vollversionen beider Apps jetzt für neue Benutzer auf dem chinesischen Festland nicht mehr zugänglich.

Die Entscheidung steht im Einklang mit einer Reihe ähnlicher Entfernungen im Land, die auf nicht lizenzierte, ausländische oder ideologisch sensible Inhalte abzielen, insbesondere in Bezug auf LGBTQ-Themen.

Die CAC-Maßnahmen folgen einem klaren regulatorischen Kurs

Die Cyberspace Administration of China, Pekings oberste Internet-Regulierungsbehörde, hat ihre Aufsicht über App-Stores und digitale Plattformen systematisch ausgeweitet.

Die Entfernung von Blued und Finka spiegelt einen früheren Fall wider, in den die US-amerikanische App Grindr verwickelt war, die 2022 von iOS verbannt wurde.

In beiden Fällen führte die Regulierungsbehörde Bedenken hinsichtlich der Nichteinhaltung und unangemessener Inhalte an.

Im Jahr 2023 hat China vorgeschrieben, dass sich alle mobilen Anwendungen für inländische Nutzer bei der Regierung registrieren und bis April 2024 eine Lizenz erwerben müssen.

Diese Regelung führte zum Rückzug zahlreicher Apps, die nicht den zunehmend formalisierten Standards des Staates entsprachen.

Apple hat im April 2024 auch WhatsApp und Threads aus seinem chinesischen App Store entfernt, nachdem eine CAC-Richtlinie unter Berufung auf nationale Sicherheitsrisiken erlassen wurde.

Die zunehmende Autorität des CAC beschränkt sich nicht nur auf die Durchsetzung der Einhaltung von Rechtsvorschriften.

Es erstreckt sich auf die Verwaltung kultureller und politischer Inhalte und steuert effektiv, welche Plattformen und Narrative im digitalen Raum Chinas zulässig sind.

Die Einhaltung dieser Richtlinien durch Apple ist zur Routine geworden, was die wirtschaftliche Notwendigkeit widerspiegelt, den ununterbrochenen Zugang zu China, seinem größten Überseemarkt, aufrechtzuerhalten.

LGBTQ-Inhalte werden immer stärker eingeschränkt

Die Angriffe auf Blued und Finka unterstreichen einen Trend zur zunehmenden Zensur von LGBTQ-Inhalten in Chinas digitalem Umfeld.

Obwohl Homosexualität 1997 entkriminalisiert wurde, wird die gleichgeschlechtliche Ehe nach wie vor nicht anerkannt, und Ausdrucksformen queerer Identität werden oft als politisch sensibel oder ideologisch unangemessen eingestuft.

In den letzten Jahren sind Interessengruppen unter Druck geraten. Das Beijing LGBT Center, eine prominente Community-Organisation, wurde 2023 im Zuge der verschärften staatlichen Kontrolle geschlossen.

Diese Schließungen von Institutionen spiegeln sich online wider, wo algorithmische Filterung und direkte Takedowns die Sichtbarkeit und den Zugang zu LGBTQ-freundlichen Plattformen einschränken.

Das Fehlen alternativer Dating-Plattformen, die auf die LGBTQ-Community in China zugeschnitten sind, unterstreicht die Bedeutung der Entfernung. Blued und Finka gehörten zu den wenigen verbliebenen großflächigen digitalen Räumen, in denen sich queere Nutzer*innen vernetzen konnten.

Ihr Verschwinden verstärkt die schrumpfenden Grenzen der sicheren Meinungsäußerung sowohl offline als auch online.

Apple wägt Compliance mit Marktpräsenz ab

Apples anhaltende Bereitschaft, Demontageaufträge aus Peking zu erfüllen, steht im Einklang mit seiner umfassenderen Betriebsstrategie in China.

Frühere Entfernungen von VPN-Diensten, Nachrichten-Apps und jetzt auch von Social-Networking-Tools deuten auf einen unternehmerischen Ansatz hin, der auf Rechtskonformität und nicht auf politischem Widerstand basiert.

Apple erklärte, dass die App-Entfernungen spezifisch für die chinesische Storefront seien und dass die Apps auch anderswo verfügbar seien.

Für chinesische Nutzer ist diese Unterscheidung jedoch nur ein schwacher Trost.

Inhalte und Plattformen, die als sensibel gelten, werden aus dem lokalen Ökosystem gelöscht.