EU verschärft Kontrolle über WhatsApp-Kanäle, da die Vorschriften für Inhalte ausgeweitet werden

EU verschärft Kontrolle über WhatsApp-Kanäle, da die Vorschriften für Inhalte ausgeweitet werden
Diya Poddar
11. Nov. 2025, 13:48 PM
  • Der Digital Services Act wird strengere Inhaltsvorschriften für die Funktion durchsetzen.
  • Ende 2024 hatten die Kanäle in Europa rund 46,8 Millionen Nutzer.
  • Plattformen, die gegen den DSA verstoßen, drohen Geldstrafen von bis zu 6 % des weltweiten Umsatzes.

WhatsApp ist die neueste Plattform, die in das regulatorische Rampenlicht der Europäischen Union gerückt ist. Der beliebte Messaging-Dienst von Meta bereitet sich nun darauf vor, strengere Regeln für Transparenz und Inhaltsmoderation einzuhalten.

EU-Beamte haben signalisiert, dass ihre öffentlich-rechtlichen Rundfunkkanäle die Schwelle einer "sehr großen Online-Plattform" gemäß dem Gesetz über digitale Dienste erfüllen.

Dieser Schritt gleicht WhatsApp an die regulatorische Behandlung an, die bereits auf Facebook und Instagram angewendet wird, und signalisiert die umfassenderen Bemühungen der EU, die Rechenschaftspflicht der auf dem gesamten Kontinent tätigen digitalen Giganten zu erhöhen.

Die offenen Kanäle von WhatsApp werden in die Reihen der regulierten Plattformen aufgenommen

Die Europäische Kommission hat Schritte eingeleitet, um die neue Funktion "Offene Kanäle" von WhatsApp als "Very Large Online Platform" (VLOP) im Rahmen des Digital Services Act (DSA) der EU einzustufen.

Diese Einstufung gilt für Dienste mit mehr als 45 Millionen monatlich aktiven Nutzern in der EU und unterzieht sie automatisch einer verstärkten Prüfung.

WhatsApp berichtete im Februar, dass seine Kanäle Ende 2024 durchschnittlich rund 46,8 Millionen Nutzer hatten, was ausreicht, um die Einstufung auszulösen.

Im Gegensatz zu den verschlüsselten Kernfunktionen von WhatsApp funktionieren Kanäle als Einweg-Feeds, die es Personen des öffentlichen Lebens und Organisationen ermöglichen, Inhalte an Follower zu senden.

Die Besorgnis der Kommission konzentriert sich auf die Ähnlichkeit dieser Feeds mit herkömmlichen Social-Media-Plattformen, was zu Forderungen nach robusten Risikobewertungsverfahren und mehr Transparenz führt.

Strengere Moderation und Transparenz der Nutzerdaten voraus

Nach der formellen Benennung wird von den WhatsApp-Kanälen erwartet, dass sie eine Reihe von Verpflichtungen aus dem DSA erfüllen.

Dazu gehören die detaillierte Berichterstattung über die Nutzerzahlen alle sechs Monate, die Umsetzung von Strategien zur Risikominderung gegen schädliche und illegale Inhalte und die Unterwerfung unter unabhängige Audits.

Diese Regeln gelten nicht für die privaten Messaging-Dienste von WhatsApp, die aufgrund des begrenzten Anwendungsbereichs des DSA für die direkte Kommunikation ausgenommen bleiben.

Meta wurde bereits von der Europäischen Kommission über die bevorstehende Benennung informiert, obwohl es derzeit keinen offiziellen Termin für eine öffentliche Bekanntmachung gibt.

Facebook und Instagram, beide im Besitz von Meta, arbeiten bereits unter der VLOP-Klassifizierung des DSA.

Die Einbeziehung der WhatsApp-Kanäle ist ein strategischer Wandel, der den Geltungsbereich der Regulierung auf eher Social-Feed-ähnliche Formate erweitert, die in traditionelle Messaging-Dienste eingebettet sind.

Der regulatorische Vorstoß der EU droht die transatlantischen Spannungen im Technologiesektor neu zu entfachen

Die umfassendere Durchsetzung des DSA durch die EU hat bereits zu Spannungen mit amerikanischen Technologieunternehmen geführt. Amazon ficht die Einstufung aktiv vor EU-Gerichten an.

Auch zwischen der EU und den USA drohen Spannungen, da der ehemalige Präsident Donald Trump die europäischen Tech-Regeln kritisiert hat, die unverhältnismäßig auf amerikanische Unternehmen abzielen.

Trump hat bereits Vergeltungszölle als Reaktion auf EU-Bußgelder gegen US-Tech-Giganten verhängt.

Die neue Bezeichnung für die Kanäle von WhatsApp könnte die Belastung weiter erhöhen.

Wenn Meta sich nicht daran hält, sieht der DSA Strafen von bis zu 6 % des weltweiten Jahresumsatzes eines Unternehmens vor. Für ein Unternehmen wie Meta könnte dies Milliarden von Dollar betragen.

Tech-Giganten navigieren durch expandierendes digitales Regelwerk der EU

Die WhatsApp-Entwicklung unterstreicht die wachsende Präsenz des DSA in der gesamten digitalen Landschaft.

Während sich die Regulierungsbehörden ursprünglich an große soziale Netzwerke und Online-Händler richteten, wenden sie ihren Anwendungsbereich zunehmend auf hybride Plattformen an, die die Verbreitung öffentlicher Inhalte anbieten.

Die Befugnis der DSA, Bußgelder durchzusetzen und Offenlegungen zur Einhaltung der Vorschriften zu verlangen, verändert das Betriebsumfeld für alle großen digitalen Dienste in ganz Europa.

Apple zum Beispiel war kürzlich gezwungen, Zahlen für die Nutzung seiner europäischen App Stores zu veröffentlichen, um die Transparenzanforderungen des Gesetzes zu erfüllen.

Die neuen Verpflichtungen von WhatsApp sind ein weiterer Schritt im Plan der EU, alle großen Online-Plattformen unter eine konsequente Aufsicht zu stellen, um den digitalen Informationsfluss zu kontrollieren, Desinformation einzudämmen und schädliche Inhalte auf breiter Front zu bekämpfen.