Inflation in Argentinien bleibt im Oktober stabil, da Mileis Reformen die Märkte antreiben

Inflation in Argentinien bleibt im Oktober stabil, da Mileis Reformen die Märkte antreiben
Noris Soto
11. Nov. 2025, 16:46 PM
  • Die Inflation in Argentinien dürfte im Oktober stabil geblieben sein und die Jahresrate in der Nähe eines Sechsjahrestiefs halten.
  • Die Stabilität von Lenei nach der Wahl und die Zuflüsse aus US-Geldern trugen dazu bei, den Währungsdruck zu beruhigen.
  • Ökonomen gehen davon aus, dass die Inflation Ende 2025 bei rund 41,7 % liegen wird und damit weit unter den 220 % des Vorjahres liegen wird.

Laut einer Expertenumfrage von Reuters dürften die Verbraucherpreise in Argentinien im Oktober moderat gestiegen sein, wobei die Jahresdurchschnittsrate auf dem besten Weg ist, ein Sechsjahrestief zu erreichen.

Die Zahlen deuten darauf hin, dass der Inflationsdruck trotz der Befürchtungen über eine wichtige Parlamentsabstimmung am 26. Oktober verhalten blieb.

Die Befürchtungen eines Preisanstiegs beruhigten sich, nachdem Auszahlungen von US-Geldern zur Stabilisierung des volatilen argentinischen Devisenmarktes beitrugen.

Diese Maßnahme beruhigte die finanziellen Nerven in einer politisch heiklen Ära für die Regierung von Präsident Javier Milei.

Mileis Partei gewann die Zwischenwahlen im vergangenen Monat, bei denen die Mehrheit der Wähler seine Politik der wirtschaftlichen Stabilisierung befürwortete.

Das Ergebnis stärkte das Vertrauen in seine Sparpolitik, auch wenn die Unzufriedenheit über die harten Ausgabenkürzungen, die erforderlich sind, um die öffentlichen Finanzen in Schach zu halten, anhält.

Leichter Anstieg der monatlichen Preise

Basierend auf der Medianprognose von 25 Analysten, die vom 5. bis 10. November befragt wurden, sollte die monatliche Inflation von 2,1 % im September auf 2,2 % im Oktober leicht gestiegen sein.

Dieser geringfügige Anstieg deutet darauf hin, dass die Maßnahmen, die die Regierung zur geldpolitischen Zurückhaltung und zur Kontrolle des Wechselkurses ergriffen hat, nach wie vor wirksam sind.

Die Inflation verlangsamte sich im Jahresvergleich von 31,8 % auf 31,3 % und damit auf den niedrigsten Stand seit Juli 2018.

Dieser Trend hält Argentinien auf dem Weg zur besten durchschnittlichen Inflation seit Jahren, wohl die größte Verbesserung nach einer so langen Geschichte galoppierender Preise, die Einkommen und Ersparnisse aufzehrten.

Ökonomen stellten fest, dass die Unsicherheit im Zusammenhang mit der Abstimmung im Oktober kaum Auswirkungen auf die Preise hatte. Die Analysten von Eco Go sagten, dass die Inflation ähnlich wie im September blieb.

"Die Unsicherheit hatte kaum Auswirkungen auf die Preise, mit einer relativ moderaten Weitergabe (der Wechselkursvolatilität) und einer Inflation, die der vom September ähnelt", heißt es in dem Bericht.

Lebensmittelpreise führen zu Zuwächsen

Von den Konsumkategorien verzeichnete Obst und Gemüse im Oktober vermutlich die größten Zuwächse. Der Konsum der privaten Haushalte blieb schwach, was die Nachfrage nach diesen Artikeln einschränkte, die im Jahr 2025 weitgehend stabil blieb.

Angebotsänderungen und saisonale Faktoren scheinen jedoch die Lebensmittelpreise in die Höhe getrieben zu haben, was die Rückgänge in anderen Ländern weiter ausgleicht.

Die Oktober-Daten deuten auf einen Rückgang der Inflation insgesamt hin, aber alle Augen richten sich auf die Weihnachtszeit. Der nächste große Preistreiber, der in diesen Zeiträumen eingeführt wurde, sind die Ausgaben.

Die meisten Ökonomen gehen jedoch davon aus, dass die Verbraucher angesichts der steigenden Arbeitslosigkeit und des schleppenden verfügbaren Einkommens der Hausbesitzer ihre Einkäufe einschränken werden, um den Inflationsdruck bis zum Jahresende in Schach zu halten.

Längerfristiger Ausblick

Im Vergleich zu den Vorjahren ist die Inflationsentwicklung nach wie vor positiv.

Eine separate Reuters-Umfrage vom Oktober ergab jedoch, dass die jährliche Inflation Ende 2025 voraussichtlich bei durchschnittlich 41,7 % liegen wird, ein starker Rückgang gegenüber den atemberaubenden 117,8 % im Jahr 2024.

Dieser Rückgang unterstreicht das beispiellose Ausmaß der Inflationsdisinflation, das Argentinien unter Milei erreicht hat, auch wenn die fiskalische Straffung und eine niedrigere Wachstumsrate mit sozialen Kosten verbunden sind.

Darüber hinaus gehen Analysten davon aus, dass die Inflation im Jahr 2026 auf 23,7 % zurückgehen wird, was auf die anhaltende geldpolitische Zurückhaltung und einen festeren Peso zurückzuführen ist.

Dennoch könnte der Gewinn zu einer Zeit kommen, in der die Arbeitslosigkeit wieder zu steigen beginnt, da die Regierung weitere strukturelle Reformen zur Öffnung der Wirtschaft fortsetzt.

Vor der Datenveröffentlichung

Am Mittwoch werden die offiziellen Inflationsdaten veröffentlicht, die einen umfassenderen Überblick über die Preisdynamik in Argentinien im Oktober geben.

Für Milei werden die Zahlen sowohl als politischer als auch als wirtschaftlicher Maßstab dienen und eine Bestätigung dafür sein, dass seine Stabilisierungsstrategie Früchte trägt, auch wenn die Argentinier weiterhin mit kurzfristigen Anpassungsproblemen zu kämpfen haben.

Argentiniens Inflationsgeschichte scheint zumindest vorerst von Hartnäckigkeit und vorsichtigem Optimismus geprägt zu sein: ein Land, das sich nach Jahren hyperinflationärer Unruhen stetig auf einem prekären Weg in Richtung Preisstabilität bewegt.