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Verletzung der Privatsphäre durch KI? Google verklagt, weil es Gemini angeblich E-Mails und Chats lesen ließ

Verletzung der Privatsphäre durch KI? Google verklagt, weil es Gemini angeblich E-Mails und Chats lesen ließ
Diya Poddar
12. Nov. 2025, 09:52 AM
  • Berichten zufolge verarbeitete die KI E-Mails, Anhänge, Nachrichten und Anrufe ohne ausdrückliche Zustimmung des Benutzers.
  • Die Benutzer mussten sich in den Datenschutzeinstellungen abmelden, ohne dass eine vorherige Benachrichtigung erfolgte.
  • Die Klage strebt den Status einer Sammelklage an und stellt Googles Ansatz zum Einsatz von KI in Frage.

Google sieht sich mit einer großen Sammelklage konfrontiert, in der das Unternehmen beschuldigt wird, seinem Gemini-KI-Assistenten heimlich die Überwachung privater Nutzerdaten in Gmail, Chat und Meet ohne vorherige Zustimmung oder Benachrichtigung ermöglicht zu haben.

In der Klage, die bei einem Bundesgericht in San Jose eingereicht wurde, wird behauptet, dass der Tech-Riese im Oktober heimlich Gemini über seine Kommunikationsplattformen aktiviert und dem KI-System weitreichenden Zugriff auf E-Mails, Nachrichten und Videoanrufe der Nutzer gewährt hat.

Der Fall wirft kritische Fragen über Transparenz, digitale Überwachung und die Frage auf, ob die bestehenden Datenschutzgesetze mit dem schnellen Einsatz generativer KI in alltäglichen Tools Schritt halten können, die von Millionen genutzt werden.

Gemini-Aktivierung löst rechtliche Gegenreaktion aus

Dem Antrag zufolge konnten Nutzer der Flaggschiff-Kommunikationstools von Google Gemini bisher nach eigenem Ermessen aktivieren.

Das änderte sich letzten Monat, als das Unternehmen Berichten zufolge die KI standardmäßig einschaltete und sie auf Gmail, Chat und Meet anwendete.

In der Klage wird behauptet, dass diese Einführung ohne Vorwarnung oder Zustimmung der Nutzer erfolgte, wodurch der KI effektiv kontinuierlicher Zugriff auf große Mengen privater Inhalte gewährt wurde.

Nach der Aktivierung war Gemini angeblich in der Lage, jedes Element der Kommunikation zu analysieren, vom Text einer E-Mail bis zu ihren Anhängen und von Chat-Nachrichten bis hin zu Transkripten von Videoanrufen.

Die KI könnte Erkenntnisse aus allen vergangenen und aktuellen Inhalten extrahieren, es sei denn, sie wird in den Kontoeinstellungen manuell ausgeschaltet. Dieser Ansatz, so die Beschwerde, umgehe die Einwilligungserklärung und bette die Überwachung in alltägliche Instrumente ein.

Datenschutzeinstellungen sind nicht sichtbar

Obwohl Google es den Nutzern technisch erlaubt hat, sich von Gemini abzumelden, unterstreicht die Klage, dass diese Option alles andere als transparent war.

Der Deaktivierungspfad erforderte das Navigieren durch mehrschichtige Datenschutzmenüs, ohne dass eine Benachrichtigung erfolgte, dass die KI standardmäßig aktiviert war.

Infolgedessen wussten viele Benutzer nicht, dass Gemini aktiviert wurde und dass ihre Kommunikationsdaten kontinuierlich verarbeitet wurden.

In der Einreichung wird behauptet, dass diese Designwahl bewusst getroffen wurde. Sie macht geltend, die Bereitstellungsstrategie von Google sei so strukturiert gewesen, dass der Anschein der Wahlmöglichkeiten der Nutzer gewahrt blieb und in der Praxis so viele Daten wie möglich erhoben wurden.

Die Klage beschreibt dies als eine Form der "geheimen Datenerfassung", die die Integrität privater E-Mail-, Chat- und Meeting-Plattformen beeinträchtigte.

Angeblicher Verstoß gegen das kalifornische Datenschutzgesetz

Der Rechtsfall beruft sich auf den California Invasion of Privacy Act, der das unbefugte Aufzeichnen oder Abfangen vertraulicher Kommunikation verbietet.

Nach diesem Gesetz müssen alle Parteien eines privaten Austauschs über jede Aufzeichnung oder Überwachung informiert sein und damit einverstanden sein.

In der Klage wird argumentiert, dass die Einführung von Gemini durch Google gegen diese Anforderung verstoßen hat, indem KI in Plattformen eingebettet wurde, die für private Gespräche ohne Wissen der Teilnehmer verwendet werden.

Indem Google die KI-Verarbeitung als Hintergrundfunktion behandelte, so die Beschwerde, umging es rechtliche Verpflichtungen und das Vertrauen der Nutzer. Die Klage, die den Status einer Sammelklage anstrebt, könnte eine beträchtliche Nutzerbasis repräsentieren, die von der verdeckten Aktivierung betroffen ist.

Wenn dies erfolgreich ist, könnte dies sowohl zu finanziellen Strafen als auch zu Änderungen in der Art und Weise führen, wie Google KI in seinen Diensten einsetzt.

Implikationen für die Regulierung von Technologie und KI

Dieser Fall verleiht der Debatte um KI und digitale Rechte eine neue Dringlichkeit. Mit der zunehmenden Integration generativer Tools in Verbraucheranwendungen sind Fragen zu Einwilligung, Kontrolle und Transparenz in den Mittelpunkt gerückt.

Die Größe und der Einfluss von Google machen diese Klage besonders folgenreich, da es um die Frage geht, ob große Plattformen datenverarbeitende KI ohne klare Zustimmung der Nutzer stillschweigend einbetten können.

Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels gab es noch keine öffentliche Antwort von Google, und das Unternehmen hat sich noch nicht zu den Einzelheiten der vor Gericht erhobenen Behauptungen geäußert.

Da KI jetzt in Tools eingebettet ist, die von Hunderten von Millionen Menschen weltweit genutzt werden, bleiben die Grenzen der rechtmäßigen KI-Nutzung ein bewegliches Ziel, und dieser Fall könnte einen wichtigen Präzedenzfall schaffen.