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China nutzt E-Commerce-Daten, um die Steuerdurchsetzung zu verschärfen

China nutzt E-Commerce-Daten, um die Steuerdurchsetzung zu verschärfen
Diya Poddar
13. Nov. 2025, 07:57 AM
  • China forderte Amazon, Temu, Shein und AliExpress auf, Umsatzdaten für das 3. Quartal einzureichen.
  • Verkäufer könnten mit bis zu 13 % Mehrwertsteuer plus Körperschaftssteuer auf zu wenig ausgewiesene Verkäufe konfrontiert werden.
  • Den Plattformen wurde kein Fehlverhalten vorgeworfen, sondern sie waren verpflichtet, den Aufforderungen nachzukommen.

Chinas Steuerbehörden haben eine strengere digitale Compliance durchgesetzt, indem sie detaillierte Verkaufsdaten von großen E-Commerce-Plattformen wie Amazon, Temu, Shein und Alibabas AliExpress angefordert haben, berichtete Bloomberg.

Die Anfrage markiert eine bedeutende Veränderung in Chinas Ansatz zur grenzüberschreitenden Steuerdurchsetzung, die auf chinesische Online-Händler abzielt, die ihre Verkaufszahlen zu niedrig angeben.

Diese Initiative zielt darauf ab, Steuerschlupflöcher zu schließen, die kostengünstige Exportstrategien und komplexe Offshore-Unternehmensstrukturen begünstigt haben.

Der Schritt spiegelt den wachsenden Druck auf Peking wider, die Steuereinnahmen zu erhöhen, trotz der anhaltenden Notwendigkeit der Regierung, kleinere Exporteure während der zunehmenden globalen Handelsspannungen zu unterstützen.

Behörden verfolgen grenzüberschreitende Verkäufe über Plattformdaten

In den letzten Monaten haben lokale Steuerbehörden in ganz China globale E-Commerce-Plattformen angewiesen, die Umsatzzahlen chinesischer Verkäufer für das dritte Quartal vorzulegen, wie aus dem Bericht hervorgeht.

Den Plattformen wurde kein Fehlverhalten vorgeworfen, sondern sie waren verpflichtet, den Aufforderungen nachzukommen.

Amazon begann Mitte Oktober mit dem Datenaustausch, während AliExpress, Temu und Shein ebenfalls Zahlen übermittelten.

Dies war das erste Mal, dass solche grenzüberschreitenden digitalen Aufzeichnungen von den chinesischen Steuerbehörden verwendet wurden, um deklarierte Geschäftseinnahmen direkt mit Plattformdaten zu verknüpfen.

Dieser Schritt bietet den Behörden ein genaueres Bild der Verkäuferleistung, da die tatsächlichen Verkäufe in den offiziellen Einreichungen oft unterschätzt werden.

Steuerliche Verbindlichkeiten erhöhen Compliance-Risiken

Nach der chinesischen Steuergesetzgebung müssen Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 5 Millionen Yuan (rund 703.000 US-Dollar) bis zu 13 % Mehrwertsteuer (MwSt.) zahlen. Zusätzlich zur Mehrwertsteuer können Körperschaftsabgaben anfallen.

Händler können nur dann davon befreit werden, wenn sie gültige Zollabfertigungsdokumente vorlegen, die viele Online-Verkäufer bei aktuellen Offshore-Modellen nicht zur Verfügung stellen.

Für diejenigen, die nicht in der Lage sind, frühere Einreichungen mit den von der Plattform gemeldeten Einnahmen in Einklang zu bringen, könnten Steuernachforderungen die bereits dünnen Gewinnmargen zunichte machen.

Berichten zufolge erhielten mehrere Verkäufer nach diesen Einreichungen Anrufe, SMS oder persönliche Besuche von lokalen Steuermitarbeitern.

Die Verkäufer wurden aufgefordert, Zahlungen auf der Grundlage aktualisierter Zahlen zu leisten.

Geschäftsmodelle stehen bei Händlern auf dem Prüfstand

Chinesische Online-Exporteure arbeiten oft mit einer Struktur, die die Registrierung von Dutzenden oder sogar Hunderten von Unternehmen umfasst, um mehr Aufmerksamkeit auf Plattformen zu erhalten, die nur ein Geschäft pro Unternehmen zulassen.

Viele leiten Sendungen über Firmen auf dem Festland an in Hongkong ansässige Unternehmen, denen die Geschäfte offiziell gehören.

Dies ermöglicht es ihnen, Unternehmenssteuern auf dem chinesischen Festland zu senken oder zu vermeiden.

Bei diesem Modell melden Händler in der Regel nur den Umsatz eines Schaufensters, was das zu versteuernde Einkommen drastisch senkt.

Die neue Datenanforderung stört dieses System, indem sie den Regulierungsbehörden direkten Zugriff auf eine konsolidierte Ansicht der tatsächlichen Verkäufe gibt.

E-Commerce-Giganten stellen sich auf steigende Compliance-Erwartungen ein

In einem Bericht von Marketplace Pulse vom September heißt es, dass chinesische Verkäufer mittlerweile mehr als die Hälfte der weltweit aktiven Verkäuferbasis von Amazon ausmachen.

Dieser wachsende Fußabdruck wird nun genauer unter die Lupe genommen, da die Plattformen in Chinas umfassendere Kampagne gegen Steuerhinterziehung hineingezogen werden.

Während die Zolländerungen der Trump-Ära die Exporteure bereits belastet hatten, haben die jüngsten Entwicklungen, einschließlich der Abschaffung der De-minimis-Ausnahme für Billigimporte durch die USA, den Druck weiter erhöht.

Selbst nach einer leichten Lockerung der Zölle nach einem kürzlichen China-US-Gipfel bleiben die Verkäufer vorsichtig, was zukünftige Veränderungen in der Handelspolitik angeht.