Disney mit starkem Gewinn je Aktie im 4. Quartal, da Streaming und Themenparks das schwache TV-Geschäft in den Schatten stellen
- Disney meldete einen bereinigten Gewinn pro Aktie von 1,11 $ und übertraf damit die Erwartungen der Analysten.
- Der Gesamtumsatz belief sich auf 22,46 Mrd. $ und lag damit leicht unter den Prognosen.
- Die Unterhaltungserlöse gingen aufgrund der schwachen Leistung von TV und Film um 6 % zurück.
Die Ergebnisse von Disney im vierten Quartal zeigen, dass das Unternehmen sein Gewicht stetig von traditionellen Sendern auf wachstumsstarke digitale Inhalte und physische Erlebnisse verlagert.
Da die traditionellen Unterhaltungskanäle weiter schrumpfen, bietet das Wachstum von Disney+ und seinen Themenparks den klarsten Weg in die Zukunft.
Im Quartal, das am 30. September endete, meldete das Unternehmen einen Gewinn pro Aktie von 1,11 $ auf bereinigter Basis und übertraf damit die von den von der LSEG befragten Analysten erwarteten 1,05 $.
Dennoch erreichte der Gesamtumsatz 22,46 Mrd. $ und blieb damit hinter den Prognosen von 22,75 Mrd. $ zurück. Der Nettogewinn für den Zeitraum betrug 1,44 Mrd. $ oder 0,73 $ pro Aktie und verdoppelte damit mehr als das Doppelte des Vorjahres von 564 Mio. $.
Digitale Zuwächse bei rückläufigem Rundfunk
Die Unterhaltungssparte von Disney brachte 10,21 Mrd. $ ein, was einem jährlichen Rückgang von 6% entspricht. Der Rückgang ist in erster Linie auf die unterdurchschnittliche Leistung der linearen TV-Kanäle und schwache Kinostarts zurückzuführen.
Das Betriebsergebnis aus den linearen Netzen sank um 21 % auf 391 Millionen US-Dollar.
In der Zwischenzeit zeigten die Streaming-Plattformen Stärke. Das Betriebsergebnis in diesem Segment stieg um 39 % auf 352 Millionen US-Dollar, was vor allem auf die jüngsten Preiserhöhungen bei den digitalen Diensten zurückzuführen ist.
Allein Disney+ gewann im Laufe des Quartals 3,8 Millionen zahlende Abonnenten hinzu, was die Gesamtzahl auf 131,6 Millionen erhöhte. Hulu erreichte 64,1 Millionen Nutzer und stärkte damit das digitale Ökosystem von Disney.
Dieses Quartal markiert auch einen strategischen Wandel in der Anlegerberichterstattung. Das Unternehmen bestätigte, dass es die Abonnentenzahlen oder den durchschnittlichen Umsatz pro Nutzer auf seinen Streaming-Plattformen nicht mehr offenlegen wird, was dem Ansatz von Netflix von Anfang des Jahres entspricht.
Die Werbeeinnahmen gingen bei ABC und FX sowie bei anderen Disney-eigenen TV-Assets weiter zurück.
Das Unternehmen sah sich auch mit Störungen durch einen laufenden Beförderungsstreit mit Google konfrontiert, der Disney-Netzwerke, einschließlich ESPN, seit dem 31. Oktober von YouTube TV fernhält.
ESPN hält Einnahmen unter Druck
Das Sportsegment, angeführt von ESPN, erwirtschaftete einen Umsatz von rund 4 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 3 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das Betriebsergebnis blieb jedoch mit 898 Mio. $ unverändert.
Die inländische Rentabilität verringerte sich aufgrund gestiegener Programmkosten und Investitionen in die neue ESPN-Direct-to-Consumer-App, die im August auf den Markt kam.
In diesem Segment spiegelt sich ein empfindliches Gleichgewicht wider. Der traditionelle Rundfunk ist nach wie vor von Bedeutung, aber der digitale Konsum nimmt zu, so dass ESPN gezwungen ist, höhere Vorlaufkosten für die Entwicklung neuer digitaler Plattformen zu tragen und gleichzeitig die bestehende Infrastruktur zu unterstützen.
Körperliche Erfahrungen halten den Schwung aufrecht
Die Erlebnissparte von Disney, die Parks, Resorts, Kreuzfahrten und Konsumgüter umfasst, steigerte den Umsatz um 6 % auf 8,77 Milliarden US-Dollar. Das Betriebsergebnis verbesserte sich um 13 % auf 1,88 Milliarden US-Dollar.
Einen Großteil des Anstiegs trug das Kreuzfahrtgeschäft bei, trotz steigender Investitionen im Zusammenhang mit dem Flottenausbau. Disney geht davon aus, dass im Laufe des Novembers ein weiteres Schiff in seine Kreuzfahrtlinie aufgenommen wird, was das Wachstum des Erlebnisses weiter unterstreicht.
Dieses Segment dient weiterhin als zuverlässiger Gewinnmotor. Während die Medieneinnahmen schwanken, sorgt die Beständigkeit der Verbrauchernachfrage in den Disney-Parks und -Resorts für eine Stabilisierung des Gesamtgeschäfts.
Verschiebung der Fundamentaldaten
Die jüngsten Ergebnisse skizzieren ein Geschäftsmodell im Rahmen einer strategischen Neuallokation. Ältere Segmente wie lineares Fernsehen und Kino sind rückläufig, nicht nur beim Umsatz, sondern auch bei der strukturellen Relevanz.
Neue Medien, zu denen Streaming und Reiseerlebnisse für Verbraucher gehören, treiben nun das Gewinnwachstum und die Anlegerstimmung voran.
Durch die Konsolidierung von Hulu in die Disney+-App und die Abschaffung granularer Streaming-Metriken bereitet sich das Unternehmen auf eine stärker integrierte digitale Zukunft vor.
Tom Rogers hatte diese Verschiebung der Berichterstattung als eine wichtige Kennzahl identifiziert, die vor der Veröffentlichung der Ergebnisse im Auge behalten werden sollte.
Diese interne Konsolidierung spiegelt breitere Trends in der gesamten Branche wider, bei denen die Differenzierung zunehmend auf der Integration von Inhalten und der Preisstrategie und nicht auf der Abonnentenzahl beruht.
Während der kurzfristige Umsatz das Ziel verfehlte, signalisiert die Stärke des Gewinns pro Aktie eine Verbesserung der Marge und operative Disziplin in wachstumsstärkeren Branchen.
Die Fähigkeit von Disney, den Fokus weiter zu verlagern und gleichzeitig den Niedergang der Altlasten zu bewältigen, wird wahrscheinlich den nächsten Fiskalzyklus bestimmen.
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