Japans Wirtschaft schrumpft weniger als befürchtet, da der Konsum die Verlangsamung abfedert

Japans Wirtschaft schrumpft weniger als befürchtet, da der Konsum die Verlangsamung abfedert
Ananthu C U
17. Nov. 2025, 05:24 AM
  • Japans BIP fiel im 3. Quartal weniger als erwartet, da der Konsum die Auswirkungen der schwachen Exporte abschwächte.
  • Exportrückgänge und ein Einbruch des Immobilienmarktes belasteten das Wachstum trotz höherer öffentlicher Ausgaben.
  • Die Spannungen in China und die Warnungen vor dem Tourismus fügen den ohnehin schon fragilen Aussichten Japans neue Risiken hinzu.

Japans Wirtschaft schrumpfte im dritten Quartal 2025 langsamer als erwartet, gestützt durch einen robusten Binnenkonsum, auch wenn die Exporte unter der Last der US-Zölle und der sich abkühlenden globalen Nachfrage schwächer wurden.

Aktualisierte Regierungsdaten, die für das im September endende Quartal veröffentlicht wurden, zeigten, dass die Wirtschaft im Vergleich zu den vorangegangenen drei Monaten um 0,4 % geschrumpft ist, was besser ist als der von den von Reuters befragten Ökonomen prognostizierte Rückgang von 0,6 %.

Auf Jahresbasis fiel das BIP um 1,8 % und übertraf damit auch die Erwartungen für einen stärkeren Rückgang um 2,5 %.

Die Zahlen spiegeln ein gemischtes Konjunkturbild wider: Während die Binnenkonjunktur eine gewisse Unterstützung bot, belasteten externer Gegenwind und ein Rückgang der privaten Nachfrage weiterhin das Gesamtwachstum.

Exporte belasten Wachstum, da die Zolleffekte anhalten

Japans Exporte blieben während des größten Teils des Quartals unter Druck und schrumpften um 1,2 % im Vergleich zum zweiten Quartal, als die Lieferungen um 2,3 % gestiegen waren.

Der Rückgang der Nettoexporte verringerte das BIP um 0,2 Prozentpunkte.

Die japanischen Lieferungen waren seit Mai vier Monate in Folge zurückgegangen, da die US-Zölle die Nachfrage schwächten.

Die Exportdaten für September boten jedoch eine leichte Atempause und zeigten eine Rückkehr zum Wachstum.

Tokios Handelsabkommen mit Washington vom Juli, das die Zölle auf japanische Exporte in die USA von 25 % auf 15 % senkt, hat eine gewisse Erleichterung gebracht.

Die reduzierten Zölle traten am 7. August in Kraft.

Obwohl die positiven Auswirkungen immer noch in der Wirtschaft zu spüren sind, stellen Ökonomen fest, dass die nachlassenden Unsicherheiten in Bezug auf die US-Handelspolitik dazu beitragen könnten, die Aufträge in den kommenden Monaten zu stabilisieren.

Harumi Taguchi, Chefökonom bei SandP Global Market Intelligence, sagte, er erwarte, dass sich das BIP-Wachstum in Zukunft verbessern werde, mit abnehmenden Auswirkungen durch neue Wohnungsbauvorschriften und ein besser vorhersehbares Handelsumfeld.

Er fügte hinzu, dass das jüngste Abkommen zwischen Washington und Peking über die Senkung der gegenseitigen Zölle auch die japanischen Exportaufträge zu stützen scheint.

Binnenkonsum bietet trotz Immobilieneinbruch Halt

Die Binnennachfrage trug dazu bei, den Abschwung abzufedern.

Der Staatskonsum stieg um 0,5 %, während der private Konsum gegenüber dem Vorquartal leicht um 0,1 % zulegte.

Die öffentliche Nachfrage blieb mit einem Wachstum von 0,5 % und einem Beitrag von 0,1 Prozentpunkten zum BIP insgesamt ein Lichtblick.

Die größte Belastung für die Konjunktur war jedoch die private Nachfrage, die um 0,4 % zurückging und das BIP um 0,3 Prozentpunkte nach unten zog.

Besonders schwach waren die Investitionen in Wohnimmobilien, die um 9,4 % einbrachen.

Analysten führen den Einbruch zum Teil auf strengere Energiesparstandards für Neubauten zurück, die im April 2024 eingeführt wurden und die Aktivität neuer Projekte vorübergehend verlangsamt haben.

Taguchi merkte an, dass die Auswirkungen dieser Regeln wahrscheinlich mit der Zeit nachlassen werden, was darauf hindeutet, dass sich der Wohnungssektor stabilisieren könnte, wenn sich Bauherren und Käufer an die aktualisierten Anforderungen anpassen.

Geopolitische Spannungen bringen neue Risiken mit sich

Abgesehen von den wirtschaftlichen Indikatoren haben sich diplomatische Spannungen mit China als potenzielles Risiko für Japans Aussichten erwiesen.

Die Beziehungen haben sich nach den Äußerungen der neu gewählten Premierministerin Sanae Takaichi verschlechtert, die sagte, ein chinesischer Angriff auf Taiwan würde eine "überlebensbedrohliche Situation" für Japan darstellen – Äußerungen, die Peking scharf kritisierte.

China hat seine Bürger vor Reisen nach Japan gewarnt, eine bedeutende Entwicklung, wenn man bedenkt, dass chinesische Reisende in diesem Jahr mit 22,8 % den größten Anteil an ausländischen Besuchern ausmachen, so die japanische Nationale Tourismusorganisation.

Ein anhaltender Rückgang des Tourismus könnte Japans Erholung erneut unter Druck setzen.

Trotz dieser Unsicherheiten bleiben die Ökonomen vorsichtig optimistisch, dass die Lockerung des Zolldrucks und die Stabilisierung des Inlandskonsums eine allmähliche Erholung in den kommenden Quartalen unterstützen werden.