Warum steht Goldman Sachs kurz vor der besten MandA-Performance seit 24 Jahren?

Warum steht Goldman Sachs kurz vor der besten MandA-Performance seit 24 Jahren?
Devesh Kumar
17. Nov. 2025, 17:37 PM
  • Goldman kontrolliert 34 % der globalen MandA-Werte von 3,8 Billionen US-Dollar im Jahr 2025.
  • Bahnbrechende Deals wie EAs 55 Milliarden Dollar Take-Private Take-Private sichern den Vorsprung.
  • Der Beratungsumsatz wird voraussichtlich 4,72 Milliarden US-Dollar erreichen, was einem Anstieg von 34 % im Jahresvergleich entspricht.

Goldman Sachs nutzt eine Renaissance der Dealmaking, die es seit fast einem Vierteljahrhundert nicht mehr gegeben hat.

Da die Fusions- und Übernahmeaktivitäten weltweit stark zugenommen haben, hat das Wall-Street-Gigant einen überproportionalen Anteil am lukrativen Beratungsmarkt gesichert und kontrolliert etwa 34 Prozent der bisher in diesem Jahr angekündigten globalen MandA-Umsatz von 3,8 Billionen US-Dollar, so die Financial Times.

Die Zahl markiert ein dramatisches Comeback von früheren Schwierigkeiten und positioniert Goldman für die möglicherweise stärkste Beratungsleistung seit den frühen 2000er Jahren.

Dieses Wiederaufleben spiegelt sowohl Goldmans vertrauenswürdige Marke unter Unternehmensleitungen wider als auch einen grundlegenden Wandel darin, wie Unternehmen Wachstum, Transformation und Portfoliooptimierung in einer Ära rasanten technologischen Wandels sehen.

Wie Goldman seinen MandA-Thron zurückerlangte

Goldman Sachs ist nicht zufällig in diese Position geraten. Die Bank hat systematisch ihre engen Beziehungen zu Unternehmensvorständen und Private-Equity-Sponsoren genutzt, um hochkarätige Beratungsaufträge zu erhalten.

Das Unternehmen beriet bei dem 55-Milliarden-Dollar-Take-Private Deal von Electronic Arts: einem der größten Leveraged Buyouts aller Zeiten, und kassierte eine satte Beratungsgebühr von 110 Millionen Dollar.

Sie leitete auch die Fusion zwischen Fifth Third Bancorp und Comerica im Wert von 10,9 Milliarden US-Dollar, die die neuntgrößte Bank Amerikas schuf.

Diese Siege sind keine Ausnahmen. Goldman hat im bisherigen Jahr bei fast 1,1 Billionen Dollar angekündigtem MandA-Volumen beraten und damit über 220 Milliarden Dollar den nächsten Konkurrenten übertroffen.

Dieser überlegene Vorsprung führt direkt zu Beratungsgebühren. Die Bank erwartet für das gesamte Jahr etwa 4,72 Milliarden US-Dollar an Beratungsumsätzen, ein Anstieg von 34 Prozent gegenüber 2024.

Die Financial Times berichtete im November über diese Prognose und machte deutlich, dass Goldman auf dem besten MandA-Wert seit etwa 24 Jahren auf dem besten Weg ist.

Der Anstieg der Dealflows spiegelt auch strukturelle Kräfte wider, die Goldman nicht erreichen können. Mega-Deals sind wieder in Mode.

Die Zahl der Transaktionen im Wert von 10 Milliarden Dollar oder mehr stieg weltweit im Jahresvergleich um 26 Prozent, mit noch beeindruckenderen Zuwächsen in Europa, wo die Transaktionen über eine Milliarde um 43 Prozent stiegen.

Technologieunternehmen verfolgen KI-gesteuerte Konsolidierungen. Pharmaunternehmen suchen nach Größenordnung.

Energieunternehmen gestalten ihre Portfolios neu. Und Private-Equity-Sponsoren, angetrieben von sinkenden Finanzierungskosten und verbesserten Ausstiegschancen, setzen erneut aggressiv Kapital ein.

Warum dieser Zyklus Goldmans Dominanz aufrechterhalten könnte

Was Goldmans Position derzeit so stark macht, ist die schiere Schwung hinter der Beratungsforderung.

Während die Eigenkapital- und Schuldschreibung zunehmend commoditisiert und durch Automatisierung, engere Spreads und Online-Handel eingeschränkt sind, ist echte MandA-Beratung weiterhin ein anspruchsvolles Geschäft.

Sie basiert auf Vertrauen, Urteilsvermögen und Beziehungen. Wenn Unternehmen milliardenschwere Umzüge abwägen, wollen sie Menschen im Raum, die Komplexität meistern und mit Autorität sprechen können.

Goldman erfüllt dieses Kriterium: globale Reichweite, tiefe Sektorbänke, technische Kompetenz und eine lange Geschichte darin, Deals abzuschließen.

Und der Makro-Hintergrund bricht endlich zu seinen Gunsten. Das Vertrauen der CEOs schleicht sich nach monatelangem Grübeln über Zölle und veränderte regulatorische Signale zurück.

Die Erwartung, dass die neue US-Regierung wirtschaftsfreundlicher wird, lenkt Unternehmen von defensiver Straffung weg und hin zu wachstumsorientiertem Denken.

Diese Einstellung nährt den Deal-Appetit.

Goldmans eigene Kundenbefragung unterstreicht diesen Wandel. Fast die Hälfte der Befragten nannte "strategisches Wachstum" und "das Hinzufügen neuer Fähigkeiten" als ihre Hauptmotivationen für die MandA für das Jahr 2025.

Goldman gewinnt zudem Boden in einer Zeit, in der die engsten Konkurrenten nicht auf Hochtouren laufen.

JPMorgan liegt beim Deal-Wert deutlich hinterher. Morgan Stanley hatte eine starke Phase im Aktienkredit, konnte aber nicht mit Goldmans Tempo bei reinen Beratungsmandaten mithalten.

Wenn die aktuelle Entwicklung anhält, könnten die Beratungsgebühren noch weiter steigen und möglicherweise Goldmans dominanteste Phase seit vor der Finanzkrise markieren.

Für den erfahrensten Dealmaker der Wall Street ist das Momentum kaum zu übersehen.