Michael Burrys Argument gegen den KI-Boom ergibt schließlich Sinn

Michael Burrys Argument gegen den KI-Boom ergibt schließlich Sinn
Wajeeh Khan
25. Nov. 2025, 17:49 PM
  • Michael Burry setzt gegen den KI-Boom vor dem Jahr 2026.
  • Burry stellt zwei berechtigte Fragen, die darauf hindeuten, dass KI eine Blase ist.
  • Er könnte nicht falsch liegen, wenn er den KI-Boom mit Telekommunikationsmanie vergleicht.

Michael Burry, der Gründer von Scion Capital, der vor allem für seine genaue Vorhersage des Immobilienmarktcrashs 2008 bekannt ist, setzt 2025 erneut gegen den Konsens.

Jüngste Einreichungen bestätigen, dass er sich gegen zwei der gefeiertsten Gewinner des KI-Booms – Nvidia (NASDAQ: NVDA) und Palantir Technologies (NASDAQ: PLTR) – positioniert hat.

Während die Wall Street weiterhin ihren kometenhaften Aufstieg begrüßt, signalisiert Burry Vorsicht und deutet darauf hin, dass der KI-Hype eher eine Blase als ein Durchbruch bei nachhaltigen Gewinnen sein könnte.

Ob er auch diesmal Recht hat, bleibt ungewiss – aber die folgenden beiden Argumente deuten darauf hin, dass Burry berechtigte Bedenken äußert.

Burrys größte Sorge: KI-Ausgaben werden noch nicht in Einnahmen umgesetzt.

Michael Burrys Skepsis gegenüber dem sogenannten KI-Boom beruht auf einer Diskrepanz zwischen Investition und Rendite.

Sein Kollege Phil Clifton weist darauf hin, dass generative KI-Tools wie ChatGPT zwar weltweit Aufmerksamkeit erregt haben, die tatsächlichen Einnahmequellen jedoch bescheiden bleiben.

OpenAI zum Beispiel wird in diesem Jahr voraussichtlich etwas mehr als 20 Milliarden Dollar generieren – eine Zahl, die im Vergleich zu den fast 400 Milliarden Dollar, die große Tech-Unternehmen jährlich in KI-Infrastruktur investieren, verblasst.

Das Ungleichgewicht erinnert an den Telekommunikationsboom der frühen 2000er Jahre, als Unternehmen Glasfasernetze weit über die Nachfrage hinaus ausbauten.

Burry glaubt, dass sich derzeit die gleiche Dynamik für KI abspielt – massive Ausgaben ohne Nachweis, dass die Einnahmen aufholen werden.

Burry sieht das Abschreibungsproblem als Beweis dafür, dass KI eine Blase ist

Ein weiterer Eckpfeiler von Burrys These ist das Abwertungsproblem, das mit Nvidias fortschrittlichen Chips verbunden ist.

Cloud-Riesen kaufen Server, die um diese Chips herum gebaut sind, und speichern sie als Vermögenswerte mit einer Lebensdauer von sechs Jahren.

Das Problem ist laut Scions Forschung, dass Nvidia jedes Jahr neue, effizientere Chips herausbringt, wodurch ältere Modelle lange vor der Rückgewinnung der Unternehmen veraltet sind.

Das schafft einen großen Widerspruch: NVDA vermarktet seine neuesten GPUs als weitaus überlegen, versichert den Kunden jedoch, dass ältere weiterhin wertvoll sind.

Burry sieht diese Spannung als nicht tragbar. Wenn die Abwertung sich beschleunigt, könnten Kunden Schwierigkeiten haben, ihre Ausgaben zu rechtfertigen, was genau die Nachfrage untergräbt, die die Nvidia-Aktie zu historischen Höchstständen geführt hat.

Diesmal ist Michael Burry nicht allein

Im Jahr 2008 wurden Michael Burrys Warnungen vor dem Zusammenbruch des Immobilienmarktes weitgehend abgetan, bis die Krise ausbrach.

Heute scheint seine Skepsis gegenüber dem KI-Boom schneller Anklang zu finden.

Der starke Rückgang von hochfliegenden KI-Aktien wie Nvidia und Palantir in diesem Monat deutet darauf hin, dass andere Investoren beginnen, zu hinterfragen, ob die Bewertungen zu weit und zu schnell gestiegen sind.

Fondsmanager äußern zunehmend Bedenken, dass KI-Aktien auf Perfektion bepreist sind und wenig Spielraum für Fehler haben, falls das Umsatzwachstum den massiven Kapitalausgaben nicht gerecht wird.

Im Gegensatz zu seiner einsamen Haltung während der Hypothekenblase wird Burry nun von einem wachsenden Chor von Skeptikern begleitet, die Anzeichen von Übermaß im KI-Handel erkennen.