Die Nettomigration im Vereinigten Königreich sinkt stark, da die Arbeits- und Studienankünfte zurückgehen

Die Nettomigration im Vereinigten Königreich sinkt stark, da die Arbeits- und Studienankünfte zurückgehen
Diya Poddar
27. Nov. 2025, 15:15 PM
  • Die Nettomigration sank im Jahr bis Juni auf 204.000.
  • Arbeitsvisa sanken um 39 Prozent auf den niedrigsten Stand seit 2020.
  • Die Ankünfte von Kleinboot-Asylen stiegen von 81.000 auf 96.000.

Die langfristige Migration ins Vereinigte Königreich hat sich stark verschoben, mit neuen Daten, die einen starken Rückgang der Ankünfte und einen Anstieg der Ausreise aus dem Land zeigen.

Die Änderung stellt das niedrigste Netto-Migrationsniveau seit der Pandemie dar und spiegelt wider, wie der Zustrom von Arbeitskräften, Studierenden und Flüchtlingen gleichzeitig mit der Einführung neuer Einwanderungsregeln durch die Regierung umgestaltet wird.

Jüngste Zahlen des ONS und des Innenministeriums deuten auf weniger Arbeits- und Studienankünfte, sinkende Visabewilligungen, mehr EU- und britische Staatsangehörige und anhaltenden Druck durch kleine Bootüberfahrten hin.

Zusammen signalisieren diese Entwicklungen eine grundlegende Neuausrichtung des britischen Migrationssystems.

Die Nettomigration sinkt

Die Nettomigration sank in den zwölf Monaten bis Juni auf 204.000, deutlich unter den 649.000 im Vorjahr.

Das ONS erklärte, dass der Wandel hauptsächlich durch einen Rückgang der Ankünfte außerhalb der EU für Arbeit und Studium sowie durch einen Anstieg der Auswanderung verursacht wurde.

Die Ankünfte von außerhalb der EU gingen zurück, während EU- und britische Staatsangehörige das Vereinigte Königreich insgesamt verließen.

Die meisten ausreisenden Nicht-EU-Staatsangehörigen waren ursprünglich mit studienbezogenen Visa eingereist.

In diesem Zeitraum verließen etwa 252.000 britische Staatsangehörige das Gebäude, etwas weniger als die im Vorjahr verzeichneten 257.000.

Immer mehr EU-Bürger verließen das Land als sie ankamen, was einen Trend fortsetzt, der sich seit dem Brexit-Referendum fortsetzt.

Neuere Daten des Innenministeriums für das Jahr bis September 2025 zeigten eine weitere Verlangsamung.

Insgesamt erhielten 3,1 Millionen Menschen Visa, gegenüber 3,2 Millionen im Vorjahr.

Die Arbeitsvisa fielen auf 273.442, ein Rückgang von 39 % im Jahresvergleich und der niedrigste Wert seit 2020.

Die Visaregeln ändern sich

Der Rückgang der Ankünfte erfolgt zu einer Zeit, in der die Labour-Regierung die Migrationsreform in den Mittelpunkt ihrer Agenda stellt.

Die Minister stehen seit dem Aufkommen von Reform UK Anfang dieses Jahres unter stetigem Druck.

Als Reaktion darauf führte die Regierung neue Regeln ein, die von einkommensschwachen Arbeitnehmern verlangen, länger zu warten, bevor sie eine Aufenthaltsgenehmigung erhalten, und Fristen für den Flüchtlingsstatus festlegen.

Diese Änderungen folgen auf frühere Anpassungen nach der Pandemie und dem Brexit, als die konservative Regierung die Regeln für Arbeitsvisa lockerte, um Engpässe in Bereichen wie der Erwachsenenpflege zu beheben.

Als die langfristige Nettomigration im Jahr bis März 2023 einen Höhepunkt von 944.000 erreichte, verstärkten sich die Bedenken hinsichtlich des Drucks auf öffentliche Dienstleistungen.

Dies führte zu neuen Beschränkungen für Migranten, die Familienmitglieder ins Vereinigte Königreich bringen – eine Richtung, die Labour aufgrund des starken Fokus der Wähler auf Einwanderung beibehält.

Kleine Boote steigen auf

Neben geringeren legalen Migrationsraten bleiben irreguläre Ankünfte über den Ärmelkanal ein bedeutender Druckpunkt.

Die Zahl der Asylsuchenden, von denen die meisten mit kleinen Booten ankommen, stieg im Jahr bis Juni von 81.000 auf 96.000.

Obwohl sie nur 11 % der Gesamteinwanderer ausmachten, hat der Anstieg aufgrund der Höhe der öffentlichen Ausgaben Aufmerksamkeit erregt.

Die Asylunterbringung soll in den nächsten zehn Jahren mehr als 15 Milliarden Pfund kosten.

Zahlen des Innenministeriums erfassten die kumulierten Ankünfte kleiner Boote bis zum 25. November 2025 und verdeutlichen, wie der Grenzdruck trotz zurückgehender legaler Migration weiterhin eine Herausforderung darstellt.