Kosdaq sammelt sich in der Hoffnung auf staatliche Unterstützung, während Investoren auf Details zu den Steueranreizen warten

Kosdaq sammelt sich in der Hoffnung auf staatliche Unterstützung, während Investoren auf Details zu den Steueranreizen warten
Ananthu C U
28. Nov. 2025, 06:14 AM
  • Kosdaq steigt bei Steuervergünstigungsberichten um 3,4 % und übertrifft damit Kospis Rückgang von 1 %.
  • Maßnahmen können die Abzüge von Risikokapitalfonds erhöhen und die Handelssteuern senken.
  • Biotechnologie und Robotik führen die Rallye an, während Kosdaq ein Ziel auf Stufe 1.000 ansieht.

Der südkoreanische Small-Cap-Kosdaq-Index stieg am Freitag stark an, nachdem Medienberichte darauf hindeuteten, dass die Regierung Steueranreize einführen und eine stärkere Beteiligung institutioneller Investoren am Aktienmarkt fördern könnte.

Die Rallye, angetrieben von erneutem Optimismus vor den erwarteten politischen Maßnahmen, führte dazu, dass der Kosdaq den landesweiten Kospi Index um die größte Marge seit mehr als vier Jahren übertraf.

Kosdaq übertrifft Kospi deutlich

Der Kosdaq stieg im Intraday-Handel um bis zu 3,4 %, was im starken Gegensatz zum Kospi steht, der an diesem Tag um 1,5 % fiel.

Laut Bloomberg markierte dies die stärkste Einzelsitzungs-Outperformance des Index im Vergleich zum Kospi seit März 2020.

Dieser Schritt verlieh dem ohnehin schon ein starken Jahr für südkoreanische Aktien neuen Schwung.

Der Kospi ist 2025 um fast 63 % gestiegen und zählt damit zu den weltweit erfolgreichsten großen Indexen.

Das kleinere, auf Einzelhandel fokussierte Kosdaq hinkte zurück, verzeichnete aber dennoch einen beeindruckenden Anstieg von 34 % im bisherigen Jahr.

Analysten stellen fest, dass der Kospi zwar von Large-Cap-Momentum und Unternehmensmigration in Richtung Benchmark profitiert hat, der Kosdaq jedoch mit Instabilität unter Privatanlegern zu kämpfen hat, die das Handelsvolumen dominieren und eine erhöhte Sensibilität gegenüber Marktunsicherheit zeigen.

Regierungspolitische Erwartungen befeuern das Kaufmomentum

Die Begeisterung der Anleger nahm zu, nachdem die Korea Economic Daily berichtete, dass die Regierung bereits nächsten Monat marktfreundliche Maßnahmen einführen könnte.

Zu den diskutierten Vorschlägen gehören erweiterte Einkommensteuerabzüge für Kosdaq-Risikokapitalfonds, die einen erheblichen Anteil des Kapitals an indexgelistete Small Caps zuweisen.

Die Regierung erwägt Berichten zufolge auch Befreiungen von Aktienhandelssteuern für Pensionsfonds und ausländische institutionelle Investoren.

Obwohl die Finanzdienstleistungskommission erklärte, dass keine endgültigen Entscheidungen getroffen wurden, bestätigte sie, dass sie weiterhin Ansätze zur Unterstützung der Kapitalmärkte prüft.

Die politische Spekulation reichte aus, um starke Zuflüsse in an der Kosdaq börsennotierte Unternehmen zu entfachen, insbesondere in Biotechnologie und Robotik – zwei Sektoren, die historisch sensibel für Konjunkturerwartungen sind.

Peptron Inc., ein Pharmaunternehmen, gehörte zu den herausragenden Akteuren und stieg während der Sitzung um mehr als 15 %.

Breitere Gewinne in wachstumsorientierten Branchen spiegelten frühere Aufschwünge wider, die von Erwartungen an regulatorische Unterstützung und Finanzierungserweiterung befeuert wurden.

Shawn Oh, Leiter der Korea-Cash-Aktien bei NH Investment and Securities, sagte in einem Bloomberg-Bericht, dass der Bericht "heute Morgen für Aufsehen sorgt".

Er fügte hinzu, dass die neuesten Maßnahmen offenbar darauf abzielen, dem Kosdaq zu helfen, die 1.000-Punkte-Marke zu erreichen. Am Freitag handelte der Index nahe bei 900.

Einzelhandelseinfluss und Kapitalflucht prägen die Indexlandschaft

Trotz des jüngsten Durchbruchs war die Entwicklung der Kosdaq in diesem Jahr ungleichmäßig.

Mehrere prominente Unternehmen sind vom Kosdaq zum Kospi gewechselt, was die Markttiefe schwächt und zu relativer Unterperformance beiträgt.

Mit weniger Large-Cap-Ankern wurde die Volatilität durch die Dominanz von Privatanlegern verstärkt, insbesondere in Zeiten politischer Unsicherheit oder globaler Risikoabstimmung.

Dennoch könnten die politischen Erwartungen einen entscheidenden Wendepunkt für den Index markieren.

Ob der Kosdaq die Leistungslücke mit dem Kospi schließen kann, hängt stark davon ab, ob die vorgeschlagenen Steueranreize und institutionellen Investitionsprogramme umgesetzt werden.

Derzeit halten Händler in den kommenden Wochen Ausschau nach formellen Regierungsankündigungen.

Falls bestätigt, könnten neue Anreize dazu beitragen, die Liquidität zu stärken, langfristiges Kapital in Wachstumssektoren zurückzuziehen und den Vorstoß des Kosdaq auf die 1.000-Marke zu unterstützen.