Das britische Verarbeitende Gewerbe kehrt nach 13 Monaten zum Wachstum zurück, da der PMI auf 50,2 ansteigt

Das britische Verarbeitende Gewerbe kehrt nach 13 Monaten zum Wachstum zurück, da der PMI auf 50,2 ansteigt
Vatsala Gaur
01. Dez. 2025, 11:31 AM
  • Der britische Fertigungs-PMI steigt auf 50,2 und signalisiert damit das erste Wachstum seit 2024.
  • Die inländischen Bestellungen stabilisieren sich, während die Exportrückgänge nachlassen.
  • Der Preisdruck nimmt nach, die Arbeitslosenaussichten verschlechtern sich für 2026.

Der britische Industriesektor kehrte im November erstmals seit über einem Jahr wieder zum Wachstum zurück, was auf eine vorsichtige Verbesserung der industriellen Bedingungen nach einer längeren Phase der Schrumpfung hindeutet.

Der SandP Global Purchasing Managers' Index (PMI) stieg im vergangenen Monat von 49,7 im Oktober auf 50,2, was die erste Expansion seit September 2024 darstellt und den früheren Flash-Schätzungen entspricht.

Der Aufschwung wurde durch eine stärkere Inlandsnachfrage und einen langsameren Rückgang der Exportaufträge angetrieben, teilte SandP Global am Montag mit.

Die Umfrageteilnehmer berichteten von stabilen Verkäufen nach 13 Monaten Rückgang, unterstützt durch verbesserte Aktivitäten auf dem britischen Markt.

Die Exportnachfrage sank weiter, jedoch mit dem langsamsten Tempo seit einem Jahr.

Wachstum angetrieben von Investitionsgütern

Die Performance des zugrunde liegenden Sektors blieb fragil. Die Hersteller von Investitionsgütern waren die einzige Kategorie, die eine steigende Produktion meldete, während Konsumenten- und Zwischenwarenproduzenten weitere Rückgänge verzeichneten.

Größere Unternehmen expandierten ebenfalls eher als kleine und mittelständische Unternehmen.

Die Beschäftigung in diesem Sektor ging weiter zurück, obwohl Arbeitsplatzverluste zu den langsamsten Raten eines Jahres zählten.

Die Verkaufspreise sanken erstmals seit Oktober 2023, was auf nachlassenden Kostendruck und wachsenden Preiswettbewerb zurückzuführen ist.

Hersteller nannten höhere Lohnkosten und erhöhte Sozialversicherungsbeiträge als Ursachen für Personalverringerung und zurückhaltende Einstellungen.

Trotz der moderaten Verbesserung zeigen offizielle Daten des dritten Quartals, dass die Produktionsleistung weiterhin 1 % unter dem Vorjahr liegt – ein Rückgang, der Anfang 2024 durch einen Cyberangriff verschärft wurde, der Jaguar Land Rover zur vorübergehenden Produktionspause zwang.

Hersteller sind vorsichtig optimistisch

Die Geschäftsstimmung stieg auf ein neunmonatiges Hoch, wobei Unternehmen hoffen, dass Fortschritte in der künstlichen Intelligenz, die verstärkte Rechenzentrumsaktivität und zukünftige Investitionen Produktivität und Nachfrage steigern könnten.

Einige Befragte erwarten, dass die Technologieeinführung im kommenden Jahr Effizienzsteigerungen fördert oder Downstream-Bestellungen ankurbelt.

Rob Dobson, Direktor bei SandP Global Market Intelligence, stellte fest, dass der Anstieg angesichts der anhaltenden Unsicherheit vor dem Herbsthaushalt bemerkenswert sei.

Er schlug vor, dass eine verringerte politische Angst das Vertrauen weiter stärken könnte, warnte jedoch, dass das Gesamtwachstum weiterhin schwach bleibe.

Steigende Wettbewerbsbedingungen und eine nachlassende Inflation, fügte er hinzu, hätten die Fabrikpreise seit mehr als zwei Jahren erstmals wieder gesenkt.

Dieser Wandel, zusammen mit einer leichten Erholung der Produktion, könnte die politischen Entscheidungsträger eher in Richtung Wachstumsunterstützung als auf Inflationskontrolle lenken.

Umfassendere Wirtschaftsprognosen mildern sich

Die Umfrage entstand vor dem November-Haushalt von Finanzministerin Rachel Reeves, der die Steuern um 26 Milliarden Pfund erhöhte, ohne hohe neue Belastungen für die Wirtschaft zu verursachen.

Analysten werden beobachten, wie die Branche auf das Fehlen expliziter wachstumsorientierter Anreize reagiert.

Unterdessen prognostiziert KPMG, dass sich die britische Wirtschaft 2026 verlangsamen wird, da schwaches Verbrauchervertrauen und ein abkühlender Arbeitsmarkt die Aktivität belasten.

Das Unternehmen erwartet, dass das BIP in diesem Jahr um 1,0 % steigen wird, gegenüber 1,4 % im Jahr 2025, und prognostiziert, dass die Arbeitslosigkeit 5,2 % erreichen wird, da Unternehmen die Einstellungen einschränken und mehr Stellen automatisieren.

Das Lohnwachstum wird voraussichtlich bis Mitte 2026 auf 3 % zurückgehen, was möglicherweise die Tür für Zinssenkungen öffnen könnte.