Die OECD erhöht Brasiliens Wachstumsprognose für 2025, warnt jedoch vor nachlassendem Schwung

Die OECD erhöht Brasiliens Wachstumsprognose für 2025, warnt jedoch vor nachlassendem Schwung
Noris Soto
02. Dez. 2025, 15:46 PM
  • Die OECD erhöht Brasiliens BIP-Prognose für 2025, stellt jedoch eine schwächere Aktivitätsindikator fest.
  • Die Inflation bleibt über dem Ziel und hält die Geldpolitik bis 2026 straff.
  • Steigende Defizite und wachsende Schulden erhöhen Risiken für die fiskalische Nachhaltigkeit.

Die OECD aktualisierte ihre Prognose für Brasiliens wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2025, warnte jedoch, dass das Land bis 2026 Müdigkeit erleben könnte.

Am Dienstag erhöhte die Organisation ihre Erwartungen an das BIP-Wachstum Brasiliens auf 2,4 % im Jahr 2025 und 1,7 % im Jahr 2026, gegenüber 2,1 % bzw. 1,6 % im Juni.

In Kombination mit einer hervorragenden Ernte in der Landwirtschaft, die laut OECD um 17 % steigen wird, sind die gestiegenen Erwartungsänderungen in erster Linie auf eine erweiterte Produktionskapazität zurückzuführen.

Starker Haushaltskonsum trägt zu einer positiven Einstellung bei.

Die Arbeitslosigkeit erreicht mit 5,6 % Rekordtiefs und die realen Einkommen steigen um mehr als 3 %, da ein anhaltend heißer Arbeitsmarkt die Ausgaben stützt.

Die OECD bestätigte diese Merkmale als Fördermittel für die Erhaltung der wirtschaftlichen Aktivität während des Großteils des Jahres.

Allerdings scheint der Schwung nachzulassen. Die Gruppe berichtet, dass Brasiliens Aktivitätsindex seit April um 1,8 % gefallen ist, was auf einen Abkühlungstrend hinweist.

Im September sanken sowohl Einzelhandelsabsätze als auch die industrielle Produktion, was Bedenken hinsichtlich einer Verlangsamung auslöst. Auch das Geschäftsvertrauen ist gesunken, was darauf hindeutet, dass Unternehmen 2025 vorsichtiger sein werden.

Die OECD warnt, dass die Investitionen im Jahr 2026 voraussichtlich zurückgehen werden. Hohe Zinssätze, globale Unsicherheit und neu verhängte US-Zölle auf brasilianische Exporte werden voraussichtlich die Kapitalschöpfung verringern.

Die Auswirkungen der US-Sanktionen sind aufgrund unterschiedlicher Exportmärkte inzwischen begrenzt, aber die Organisation warnt, dass Gefahren wachsen könnten.

Der Inflationsdruck hält an und hält die Geldpolitik streng

Inflation bleibt eine zentrale Herausforderung. Die OECD senkte ihre Prognose für 2025 für den brasilianischen Verbraucherpreisindex (IPCA) von einer früheren Schätzung von 5,7 % auf 5,1 %.

Das prognostiziert, dass die Inflation 2026 auf 4,2 % sinken wird (nach einer früheren Prognose von 5 %) und 2027 auf 3,8 %. Trotz der erwarteten Mäßigung, insbesondere im Strom-, Lebensmittel- und Dienstleistungssektor, halten die Preisdrucke anhaltend.

Die Organisation stellt außerdem fest, dass die Inflationserwartungen für 2026 und 2027 weiterhin über dem zentralen Ziel von 3 % liegen, was darauf hindeutet, dass die Realität der Desinflation noch lange nicht gesichert ist.

Ein sehr angespannter Arbeitsmarkt, steigende Löhne und ein anhaltendes Haushaltsdefizit führen alle zusammen, um die Preisdynamik hochzuhalten.

Als Reaktion darauf hat die brasilianische Zentralbank eine kriegerischere Position eingenommen. Die politischen Entscheidungsträger erhöhten die Zahl Selic bis Ende 2024 von 11,25 % auf 15 %.

Die OECD prognostiziert, dass die geldpolitische Lockerung 2026 beginnen und bis 2027 allmählich auf etwa 10,5 % sinken wird.

Die Analyse legt nahe, dass die Geldpolitik aufgrund anhaltender Inflationsdrucks über einen längeren Zeitraum straff bleiben muss.

Fiskalische Herausforderungen zeichnen sich mittelfristig auf

Eine weitere Quelle der Angst ist die finanzielle Lage. Die OECD stuft Brasiliens Defizit als "erheblich" ein und warnt, dass die Regierung in großer Gefahr ist, ihre fiskalischen Verpflichtungen nicht einzuhalten.

Die Bruttostaatsverschuldung, die nun 77,7 % des BIP beträgt, wird voraussichtlich weiter steigen. Die Organisation erwartet, dass die Schulden 2026 auf 80,1 % und 2027 auf 82,2 % steigen werden.

Diese Prognosen stellen eine Verschlechterung gegenüber dem Juni dar, als die OECD eine Verschärfung der Schulden, jedoch in einem langsameren Tempo, prognostizierte. Zu diesem Zeitpunkt prognostizierte die Institution einen Anstieg der Schulden von 76,5 % im Jahr 2024 auf 78,2 % im Jahr 2025 und 82,2 % im Jahr 2026.

Die Forschung betont, dass weitere Haushaltskürzungen erforderlich sein werden, um die Schulden auf einen nachhaltigen Weg zu bringen. Die Kontrolle der verpflichtenden Ausgaben gilt als oberste Zielsetzung.

Die OECD warnt, dass das Nichterreichen der Haushaltsziele die Unsicherheit erhöhen, das Vertrauen schädigen und Investitionen verringern könnte.

Da Brasilien in eine Zeit langsameren Wachstums und engerer finanzieller Bedingungen eintritt, hebt die OECD-Bewertung eine heikle Ausgleichsaufgabe hervor.

Die kurzfristigen Aussichten des Landes haben sich verbessert, doch die anhaltende Inflation, steigende Zinsen und zunehmender fiskalischer Druck stellen Probleme dar, die in den kommenden Jahren eine sorgfältige Navigation erfordern werden.