Die Schweizer Inflation stagniert, während die politischen Entscheidungsträger den Währungsdruck und die Wachstumsrisiken abwägen.

Die Schweizer Inflation stagniert, während die politischen Entscheidungsträger den Währungsdruck und die Wachstumsrisiken abwägen.
Diya Poddar
03. Dez. 2025, 11:57 AM
  • Die Schweizer Inflation stagnierte im November, angetrieben durch günstigere Energie und Importe bei einem starken Franken.
  • Ein stark steigender Franken und frühere US-Zölle vertiefen die Deflationsrisiken, während die SNB ihren nächsten Schritt abwägt.
  • Analysten erwarten keine Zinsänderung, während die politischen Entscheidungsträger auf eine wirtschaftliche Erholung und eine Wiederbelebung der Inflation warten.

Die Schweizer Inflationsdaten für November haben die wirtschaftliche Debatte nur wenige Tage vor der Vorbereitung der endgültigen Zinsentscheidung der Schweizerischen Nationalbank für 2025 verändert.

Die Verbraucherpreise zeigten keinen jährlichen Anstieg und markierten damit den schwächsten Wert seit sechs Monaten.

Die Zahl unterstrich auch, wie stark sich das Preisumfeld in der Schweiz seit Oktober abgekühlt hat, als die Inflation bei 0,1 % lag.

Die jüngste Veröffentlichung erschien, als die meisten Ökonomen entweder das gleiche Tempo oder einen leichten Anstieg erwarteten und den Fokus stärker darauf legten, wie externe Einflüsse die inländischen Trends prägen.

Die Aktualisierung erfolgt zudem, während Währungsschwankungen, Zölle und sinkende Importkosten weiterhin das allgemeine Wirtschaftsbild beeinflussen.

Verschiebungen des Inflationsbildes

Die Inflation stagnierte, als die Energie- und Kraftstoffpreise sanken, ebenso wie ein Rückgang der importierten Güter.

Die Güterkategorien verzeichneten insgesamt Kostensenkungen, während die Dienstleistungen weiter zunahmen.

Dieser Kontrast zeigt, wie der globale Preisdruck heute die lokalen Nachfragebedingungen überwiegt.

Die Kerninflation sank auf 0,4 %, der schwächste Wert seit August 2021, was einen langsam verlaufenden Trend im Laufe des Jahres widerspiegelt.

Das Tempo war so langsam, dass Zweifel daran aufkommen lassen, ob der prognostizierte Anstieg der Schweizerischen Nationalbank auf durchschnittlich 0,4 % für das Quartal eintreten wird.

Währungsauswirkung wächst

Das Inflationsupdate folgt auf eine Phase instabiler Entwicklung der Schweizer Wirtschaft.

Im dritten Quartal verzeichnete das Land seine erste vierteljährliche Schrumpfung seit mehr als zwei Jahren, angetrieben durch die Auswirkungen der Zölle von US-Präsident Donald Trump auf Schweizer Produkte.

Ein späteres Handelsabkommen milderte den Druck erheblich, und der Franken stieg dann auf sein höchstes Niveau seit einem Jahrzehnt gegenüber dem Euro.

Der Anstieg der Währung führt nun direkt zu niedrigeren Preisen, indem Importe billiger werden und die Inflation weiter verlangsamen.

Der starke Franken wird zu einem zentralen Thema für politische Entscheidungsträger. Eine stärkere Währung zieht die Inflation nach unten und erhöht das Risiko, unter dem von der Schweizerischen Nationalbank angestrebten 0–2%-Bereich zu bleiben.

Da die Inflation bereits an der unteren Grenze liegt, stehen die Behörden vor einem heiklen Gleichgewicht.

Sie zielen darauf ab, Stabilität aufrechtzuerhalten, ohne den Leitzins unter null zu senken, ein Schritt, der das Finanzsystem beeinträchtigen könnte.

Der aktuelle Zinssatz bleibt bei null, und ein Wechsel ins negative Gebiet wird als letztes Mittel betrachtet.

Beobachtete politische Signale

Trotz der schwächeren Inflationsdaten erwarten Analysten bei der Geldpolitik am 11. Dezember keine Veränderung.

Die Signale der Vertreter der Schweizerischen Nationalbank entsprechen diesen Erwartungen, da sie erklärt haben, dass kurze Phasen von Inflation unter null kein Problem darstellen.

Sie vertreten die Ansicht, dass jede Entscheidung, die Kreditkosten unter null zu drücken, eine sehr hohe Schwelle erfordern würde.

Eine Wiederbelebung der Inflation später im Jahr könnte davon abhängen, wie schnell sich die wirtschaftliche Aktivität erholt.

Die Schweizer Regierung erwartet, dass die Zölle im Zusammenhang mit dem früheren Streit mit den USA in diesem Monat aufgehoben werden, doch der Zeitplan für die Erholung ist noch unklar.

Die früheren Auswirkungen der Zölle auf das Wachstum könnten die Wirtschaft noch einige Zeit belasten.

Dennoch haben viele Beobachter ihre Prognosen für das nächste Jahr erhöht und setzen auf eine stärkere Dynamik, sobald der Handelsdruck nachlässt und die globale Nachfrage zunimmt.