Die russischen Weizenexportpreise erreichten den niedrigsten Stand seit Mitte September angesichts des Wettbewerbs auf der Südhalbkugel

Die russischen Weizenexportpreise erreichten den niedrigsten Stand seit Mitte September angesichts des Wettbewerbs auf der Südhalbkugel
Sayantan Sarkar
04. Dez. 2025, 08:04 AM
  • Die russischen Exportpreise für Proteinweizen mit 12,5 % sanken um 4 US-Dollar pro Tonne und erreichten damit ihre niedrigsten Quoten seit Mitte September.
  • Der Rückgang wird hauptsächlich durch verstärkten globalen Wettbewerb durch große Lieferungen und wettbewerbsfähige Preise verursacht.
  • Rekordernteprognosen aus Argentinien und eine robuste Produktion aus Australien belasten die Preisaussichten.

Der russische Weizenexportmarkt hat seit Mitte November einen deutlichen Abwärtstrend erlebt, der vor allem Weizen mit einem Proteingehalt von 12,5 % betrifft.

Laut der von SovEcon durchgeführten Preisüberwachung sind die Exportpreise der Free On Board (FOB) für diese spezielle Klasse russischen Weizens um 4 US-Dollar pro Tonne gesunken und liegen nun zwischen 228 und 230 US-Dollar pro Tonne.

Dieser jüngste Preisrückgang hat die Kurse auf den niedrigsten Stand seit Mitte September gebracht.

Der Hauptfaktor, der zu dieser sich schwächeren Preisstruktur beiträgt, ist der verstärkte globale Wettbewerb.

Insbesondere steht das russische Angebot derzeit unter erheblichem Wettbewerbsdruck durch große Weizenvorräte aus zwei wichtigen landwirtschaftlichen Exportländern: Australien und Argentinien.

Die gestiegene Verfügbarkeit und wettbewerbsfähige Preise für australischen und argentinischen Weizen auf dem internationalen Markt zwingen russische Exporteure laut SovEcon dazu, ihre Preise zu senken, um Verkäufe zu sichern und Marktanteile zu halten.

Diese Dynamik unterstreicht das aktuelle Überangebot auf dem globalen Weizenmarkt und die intensive Rivalität zwischen den großen Exporteuren.

Verstärkter Wettbewerb

Die russischen Weizenexportpreise erleben laut SovEcon einen Abwärtsdruck, hauptsächlich bedingt durch die zunehmend optimistischen Ernteprognosen wichtiger Produzenten der südlichen Hemisphäre.

Dieser erwartete Anstieg des globalen Angebots schwächt die Wettbewerbsfähigkeit des russischen Getreides auf dem internationalen Markt.

Konkret hat die Getreidebörse von Buenos Aires eine sehr positive Schätzung für die Weizenernte Argentiniens 2025-26 veröffentlicht und prognostiziert eine rekordverdächtige Produktion von 25,5 Millionen Tonnen (mmt).

Eine derart beträchtliche Ernte von einem der weltweit größten Weizenexporteure wird wesentlich zu den globalen Beständen beitragen.

Ähnlich prognostiziert das Australian Bureau of Agricultural and Resource Economics and Sciences (ABARES) in Australien eine robuste Weizenproduktion.

Ihre aktuelle Prognose liegt bei 35,6 mmt, ein Volumen, das, wenn es realisiert wird, die Position der drittgrößten Weizenernte des Landes aller Zeiten sichern würde.

Die Preise sind seit Mitte November sowohl in Argentinien als auch in Australien gesunken.

In Argentinien ist der Preis um 7 US-Dollar pro Tonne auf 208 US-Dollar pro Tonne FOB gesunken, während er in Australien um 4 US-Dollar pro Tonne auf 249 US-Dollar pro Tonne FOB gefallen ist.

Käuferzögern und globale Aktienaussicht

"Große Weizenkäufer könnten bald ihre Käufe pausieren, während sie darauf warten, dass die Ernte der südlichen Hemisphäre den Markt erreicht", sagte SovEcon.

Im November wurde in den Medien berichtet, dass Ägypten bis Ende Februar 2026 eine ausreichende Versorgung mit Weizen garantiert habe, um den Inlandsbedarf zu decken.

Langsame Verkäufe von Landwirten stützen die Preise in vielen Regionen.

Dies liegt daran, dass Landwirte laut SovEcon oft nicht bereit sind, ihren Weizen zu aktuellen Preisen zu verkaufen, die häufig nahe oder unter ihren Produktionskosten liegen.

Relativ niedrige weltweite Weizenbestände sind ein weiterer beitragender Faktor.

SovEcon schätzt, dass das Verhältnis von Bestand zu Verbrauch bei den wichtigsten Exporteuren in dieser Saison auf 16,6 % prognostiziert wird.

Obwohl dies etwas höher ist als in den beiden vorherigen Saisons (15,1–15,4 %), bleibt es deutlich niedriger als der Höchststand von 19,4 %.

"Die starke Ernte der südlichen Hemisphäre ist möglicherweise noch nicht vollständig bepreist", sagte Andrey Sizov, Geschäftsführer von SovEcon.