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Die digitale Transformation wird laut Rystad Energy über 320 Milliarden Dollar Einsparungen für die Öl- und Gasindustrie eröffnen

  • Es wird erwartet, dass die Digitalisierung in fünf Jahren über 320 Milliarden Dollar Einsparungen für die Öl- und Gasindustrie bereitstellt.
  • Digitale Einnahmequellen wurden aufgrund von Stabilität und Widerstandsfähigkeit gegenüber Investitionsvolatilität höher bewertet.
  • Die breite Verbreitung wird durch hohe Anfangskosten behindert, was zu einem Anstieg strategischer Partnerschaften führt.

Der Ölfelddienstleistungssektor (OFS) durchläuft eine tiefgreifende Transformation, da digitale Innovation zu einer prägenden Kraft wird und angesichts sich wandelnder Marktbedingungen neue Chancen für nachhaltiges, langfristiges Wachstum schafft.

Eine neue Prognose von Rystad Energy legt nahe, dass die Öl- und Gasindustrie in den nächsten fünf Jahren Einsparungen von über 320 Milliarden Dollar erzielen könnte, indem sie die Digitalisierung der Aktivitäten in fünf kritischen Bereichen vertieft.

Die fünf kritischen Bereiche sind Bohroptimierung, autonome Robotik, vorausschauende Wartung, Reservoirmanagement und logistische Optimierung.

Die fortgesetzten Aktivitäten im Bereich Fusionen und Übernahmen (MandA) sowie neue Partnerschaften mit Technologieunternehmen und eine verstärkte Softwareintegration werden laut Analyse von Rystad Energy das Geschäftsökosystem des OFS erheblich verändern.

Diese Faktoren veranlassen wichtige OFS-Akteure, digital-first-Geschäftsstrategien zu übernehmen.

"Wir schätzen, dass 320 Milliarden Dollar eine bescheidene Summe sind, da eine breitere digitale Einführung in anderen Geschäftsbereichen noch mehr Wert schaffen könnte", sagte Binny Bagga, Senior Vice President Supply Chain.

Finanzielle Auswirkungen und Bewertungsprämie der Digitalisierung

Digitalisierung wird in Finanzoffenlegungen zunehmend anerkannt, trotz der Schwierigkeiten bei Standardisierung und Messung.

Während die meisten Anbieter im Lieferkettenmarkt noch keinen GAAP-Niveau "digitalen Gewinn" wie ein reines Software-as-a-Service-Unternehmen melden, ändert sich dieser Trend laut Rystad Energy.

Ein Beispiel ist SLB, das begonnen hat, eine eigene digitale Abteilung in seinen Einnahmen anzugeben.

Digitale Einnahmequellen bieten stabilere und widerstandsfähigere Wachstumspfade, mit weniger Volatilität, die oft bei Upstream-Investitionen zu beobachten ist.

Zum Beispiel erwartet SLB, dass die Marge seiner Digitalabteilung im Jahresverlauf 35 % erreichen wird.

Ähnlich verzeichnete Viridien, ein globaler Technologie- und Geowissenschaftsführer, im vergangenen Jahr ein Wachstum des Segments Digital, Data and Environment (DDE) um 17 %, erzielte einen Umsatz von 787 Millionen US-Dollar und erzielte bereinigte Gewinne vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) von 458 Millionen US-Dollar.

"Die Investorengemeinschaft legt zunehmend Wert auf Energietechnologie-Narrative, wobei Dienstleistungsunternehmen, die technologiegetriebene und umsatzorientierte Strategien klar formulieren, oft höhere Bewertungsmultiplikatoren erzielen als solche, die ausschließlich an Gerätezyklen gebunden sind", sagte Bagga.

Barrieren für die Einführung und strategische Reaktionen

Trotz der Vorteile digitaler Ölfelder wird ihre breite Verbreitung durch erhebliche Hürden behindert, insbesondere durch hohe Anfangskosten für Hardware, Software, kontinuierliche Wartung und robuste Cybersicherheit.

Diese Herausforderungen sind besonders gravierend für kleinere Unternehmen oder solche, die ältere Infrastruktur nutzen, was es erschwert, Investitionen zu rechtfertigen, insbesondere in Zeiten wirtschaftlicher Instabilität, sagte die in Norwegen ansässige Energie-Geheimdienst.

Als Reaktion auf diese Schwierigkeiten entstehen verschiedene Strategien: Mid-Tier-Unternehmen integrieren strategisch gezielte digitale Upgrades, während kleinere, spezialisierte Anbieter und Nischensoftwareanbieter sich darauf konzentrieren, flexible, maßgeschneiderte und modulare Lösungen anzubieten.

Der Trend bei digitalen Investitionen beinhaltet zunehmend strategische Partnerschaften mit Technologieunternehmen.

Dieser Ansatz dient dazu, digitale Fähigkeiten zu verbessern, neben bestehenden Strategien wie interner Entwicklung und Übernahmen.

Die Intensität und Häufigkeit dieser Partnerschaften haben laut Agentur einen starken Anstieg verzeichnet, insbesondere seit 2021.

Der auffälligste Anstieg erfolgte in den letzten zwei Jahren mit großen Unternehmen wie SLB, Halliburton, NOV und Baker Hughes.